Neue Ausstellung im Otto Modersohn Museum
Die Weite der Landschaft fasziniert

Tecklenburg -

„Es ist eine Herbstausstellung im Herbst.“ Professor Erich Franz schmunzelt, als er das sagt. Denn noch ist es sommerlich warm, auch im Otto Modersohn Museum. Trotzdem hat dort der Herbst Einzug gehalten – mit Bildern von Otto Modersohn, die er in der zweiten Jahreshälfte 1889 in Worpswede gemalt hat. Damals war der Künstler 24 Jahre jung und schuf gemeinsam mit Fritz Mackensen und Hans am Ende die später berühmt gewordene Künstlerkolonie. Die neue Ausstellung ist ab heute bis zum 24. März 2019 zu sehen.

Samstag, 01.09.2018, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 01.09.2018, 10:00 Uhr
Im Obergeschoss des Museums präsentieren Uta Jenschke und Erich Franz nicht nur eine alte Landkarte, die zeigt, wo Worpswede liegt, sondern auch ein Bild, das Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Ubbelohde, Ernst und Otto Modersohn (von oben links) zeigt.
Im Obergeschoss des Museums präsentieren Uta Jenschke und Erich Franz nicht nur eine alte Landkarte, die zeigt, wo Worpswede liegt, sondern auch ein Bild, das Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Ubbelohde, Ernst und Otto Modersohn (von oben links) zeigt. Foto: Ruth Jacobus

Die 21 Ölbilder und einige Zeichnungen stammen größtenteils aus dem Modersohn-Museum Fischerhude, einige sind aus Privatbesitz.

„Die Entdeckung der Weite“ ist die Ausstellung treffend überschrieben. Denn bei seinem ersten Besuch in Worpswede war es die Weite der Landschaft, die den jungen Künstler sofort faszinierte. Die Landschaftseindrücke und atmosphärischen Stimmungen kamen Modersohn entgegen. „Die Werke des Landschaftsmalers, die in jenem Jahr entstanden sind, zeigen einen neuen Stil, eine neue Einfachheit und Einheit von Malweise und Motiv“, schildert Franz , der Vorsitzende des Fördervereins des Museums. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Uta Jenschke freut er sich über die neue Ausstellung.

In der herben Natur der Moorlandschaft habe Modersohn neuartige Inspiration für seine empfindsame Kunst gefunden, so Franz. Worpswede, ein Dorf scheinbar am Rand der Welt, ist von Armut geprägt. Die Bilder, die ab 1889 entstanden sind, sind durchzogen von melancholischer Schwere und tief empfundener Stimmung – die jedes Bild anders wiedergibt.

Ende August 1889 hatte Otto Modersohn mit seinen Mitstudenten Fitz Mackensen und Hans am Ende beschlossen, das Studium an den Kunstakademien abzubrechen und in Worpswede zu bleiben. Nicht mehr die Akademien, sondern die Natur sollte ihre Lehrerin sein. Das war der Beginn des Künstlerdorfes Worpswede. Carl Vinnen wohnte in der Nähe. Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler kamen einige Jahre später hinzu.

Anders als in den Akademien, zu denen Frauen keinen Zugang hatten, bot die Kolonie auch weiblichen Malern die Chance zur Aus- und Weiterbildung. Zwei von ihnen waren Hermine Overbeck-Rothe und Ottilie Reylaender. Sie haben ebenso wie Modersohn und Fritz Mackensen die „Hammewiesen mit Weyerberg“ gemalt. Diese Bilder sind im Obergeschoss des Museums zu sehen – ein reizvoller Vergleich.

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Das Otto Modersohn Museum ist bis zum 28. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ab dem 29. Oktober kann es freitags von 14.30 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden.

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