Platz der Deutschen Einheit in Tecklenburg?
Entscheidung wieder vertagt

Tecklenburg -

Wolfgang Rath ist hartnäckig. Dass Tecklenburg einen Platz der Deutschen Einheit bekommen soll, ist inzwischen klar. Allein an der Umsetzung hapert es. Rath stört das sehr – schon seit sieben Jahren tut sich nicht aus seiner Sicht.

Mittwoch, 03.10.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 08:00 Uhr
Der zweite Hof an der Burgruine Tecklenburg soll den Namen „Platz der Deutschen Einheit“ erhalten. Dieser Ratsbeschluss ist aber noch nicht umgesetzt worden, da Fragen der Gestaltung und der Finanzierung noch offen sind.
Der zweite Hof an der Burgruine Tecklenburg soll den Namen „Platz der Deutschen Einheit“ erhalten. Dieser Ratsbeschluss ist aber noch nicht umgesetzt worden, da Fragen der Gestaltung und der Finanzierung noch offen sind. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Ob es noch etwas wird mit dem Namen für den zweiten Burghof? Wolfgang Rath hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schließlich hat es auch mit der deutschen Wiedervereinigung lange gedauert. 1990 war es so weit. 25 Jahre später stellte die CDU-Fraktion den Antrag, in Tecklenburg eine würdige Stelle zu finden, um an dieses bedeutsame Ereignis zu erinnern – einen „Platz der Deutschen Einheit“.

Das ist nun schon sieben Jahre her – und den Platz gibt es heute, am Tag der Deutschen Einheit, immer noch nicht. Vorgesehen war und ist der zweite Burghof.

In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nutzte Wolfgang Rath die Gelegenheit, eine Bürgeranregung einzubringen: „Der Rat möge beschließen, dass in angemessener und vertretbarer Zeit der zweite Burghof der Burgruine Tecklenburg seine Widmung ,Platz der Deutschen Einheit‘ erhält.“ Dieser Vorschlag war 2011 bereits vom Geschichts- und Heimatverein gekommen.

„Da mir persönlich das Projekt von Anfang an sehr am Herzen lag und ich den Eindruck gewinnen konnte, dass wohl bald mehr als üblich ,Gras über die Sache (Burghof) wachsen wird‘, musste etwas getan werden, um zu verhindern, dass das Projekt endgültig in der Versenkung verschwindet“, so Wolfgang Rath. Mit seinem Antrag wollte er erreichen, dass das Thema wieder auf den Tisch kommt.

Kam es auch. Bürgermeister Stefan Streit bestätigte, dass es seit 2016 einen formellen Beschluss gebe, den Burghof umzubenennen. Offen seien aber die Fragen der Gestaltung und finanziellen Auswirkung geblieben. Von der CDU habe es dazu seitdem „keine Informationen“ mehr gegeben. Streit schlug vor, das Thema 2019 im Rahmen des integrativen Handlungskonzeptes mit Ortsteil-Check und Bürgerversammlung noch einmal aufzugreifen. Dem stimmte der Ausschuss ohne Diskussion einstimmig zu.

Wolfgang Rath sieht darin einen Affront gegenüber dem Geschichts- und Heimatverein und dessen Engagement im Interesse der deutsch-deutschen Geschichte.

Nun sei klar, dass das Projekt erneut auf die lange Bank geschoben werde, beklagt Rath. Völlig unverständlich ist für ihn das Verhalten der anwesenden Ratsmitglieder. Dieses zeige erneut, dass es an Geschichtsbewusstsein und Zivilcourage mangele. Die Erinnerung an die einmalige historische Chance der Wiedervereinigung durch die „friedliche Revolution“ der mutigen Menschen in der ehemaligen DDR werde durch die „unendliche Geschichte“ in der „Festspielstadt Tecklenburg“ konterkariert. „Aufgrund ih­rer Anträge ist die CDU-Fraktion in einer moralischen Verantwortung und wird ihr aber leider in diesem Fall nicht gerecht“, so Rath, der früher für die CDU im Stadtrat saß.

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