Premiere für die Teutostadtschleife
„Attacke, wir gehen weiter“

Tecklenburg -

Dass eine Premieren-Wanderung rund 200 Teilnehmer anlockt – für Alexia Finkeldey nicht ungewöhnlich. „Wandern ist in“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Tecklenburger Land Tourismus.

Montag, 08.10.2018, 16:48 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 08.10.2018, 06:21 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 08.10.2018, 16:48 Uhr
in einer lang gezogenen Gruppe nahmen rund 200 Wanderfreunde bei der Premiere die „Tecklenburg Romantik“ unter die Füße. Auf Haus Hülshoff begrüßte sie Hans-Jörg Siepert (Bild rechts).
in einer lang gezogenen Gruppe nahmen rund 200 Wanderfreunde bei der Premiere die „Tecklenburg Romantik“ unter die Füße. Auf Haus Hülshoff begrüßte sie Hans-Jörg Siepert (Bild rechts). Foto: mba

Die die nördlichste Premium-Wanderregion Deutschlands hat seit Sonntag ein weiteres Juwel zu bieten: die Teuto­stadtschleife. „Es ist erst der zweite Stadtspazierweg in Deutschland“, erläutert Jochen Becker. Zudem noch mit der höchsten Zertifizierungsqualität, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Wanderinstituts.

Ob es an diesem Premium-Spazierweg liegt, dass so viele Menschen gekommen sind, oder hat Manuel Andrack als Besuchermagnet gewirkt? Er ist einer der renommiertesten deutschen Wanderexperten, wird als „Wanderpapst“ bezeichnet und gibt vor den ersten Schritten einen kurzen Überblick über die liebevoll „Teutoschleifchen“ genannte Strecke. „Wem die Strecke zu kurz ist, der kann ja noch eine Teutoschleife anhängen“, scherzt er und erntet einige Lacher.

Knappe zwei Stunden später dürften nur noch ausgesprochene Vielwanderer Lust auf eine direkt anschließende Tour haben. Die „Tecklenburg Romantik“, so nennt sich der Pfad offiziell, hat es doch an einigen Stellen in sich. 6,2 Kilometer misst die Strecke, 174 Höhenmeter sind zu überwinden – jeweils bei Auf- und Abstieg. Als Schwierigkeitsgrad wird „leicht“ angegeben. In Klammern der Hinweis, „teilweise anspruchsvolle Wegabschnitte“. Was sich im Verlauf der Tour bewahrheitet.

Noch mehr aber entdecken die Teilnehmer das, was Jochen Becker als entscheidendes Kriterium für die Auszeichnung als Premium-Stadtspazierweg genannt hat: die unmittelbare Nachbarschaft von historischem Ortskern und Natur, inner- und außerhalb der Stadtmauern.

Vom Marktplatz geht´s über eine Treppe direkt zur Bahnhofstraße. Dort sichern Manuel Andrack und Landrat Dr. Klaus Effing als „Verkehrslotsen“ die Überquerung der Straße. Weiter geht es, am „Himmelreich“ vorbei, Richtung Königstraße. Hinter den letzten Häusern sind die Wanderer im Wald.

Haus Marck wird rechts liegen gelassen, weiter geht es Richtung alte Sägemühle, der Biologischen Station des Kreises und Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL).

Noch einmal wird die Bahnhofstraße überquert, wenige Schritte später ist Haus Hülshoff erreicht. Hans-Jörg Siepert begrüßt in historischen Postillon-Uniform die Wanderer mit einem Hornsignal. Hier wird eine Rast eingelegt. „Wir hatten 100 Brezeln bestellt, bitte teilen Sie doch, damit alle etwas erhalten“, bittet Alexia Finkeldey um Solidarität untereinander. Der Wunsch wird erfüllt.

Hans-Jörg Siepert wird mittlerweile mit Fragen zu seinem Hobby und mit den Fahrten ist seiner Original-Postkutsche aus dem Jahr 1894 gelöchert, muss als Foto-Motiv herhalten. Nach und nach brechen die Teilnehmer auf. Was sich vor der Rast als wandernder Lindwurm über das Schleifchen bewegt hat, zerfasert ins einzelne Grüppchen.

Jeder wählt sein eigenes Tempo, gerade auch beim Aufstieg zurück zum historischen Marktplatz. Zweieinviertel Stunden werden als Gehzeit im Tourenprospekt genannt. Das ist locker zu schaffen, trotz der 348 Höhenmeter, von denen die letzten am deutlichsten zu spüren sind – in den Waden.

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