Krokodiltheater präsentiert sich im Kulturausschuss
Im Durchschnitt 70 Zuschauer

Tecklenburg -

Theater im Kulturausschuss? Nein – eher umgekehrt. Die Kommunalpolitiker tagten am Dienstagabend zum ersten Mal im „Theater am Wasserschloss“. Die neue Spielstätte des Krokodiltheaters auf dem Gelände von Wasserschloss Haus Marck bot die Kulisse für eine Sitzung des Gremiums. Begrüßt wurde es von Ricarda Freifrau von Diepenbroick-Grüter.

Donnerstag, 11.10.2018, 17:42 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 17:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.10.2018, 17:42 Uhr
„In der Bar zum Krokodil“ ist eines der Erfolgsstücke des Ensembles.
„In der Bar zum Krokodil“ ist eines der Erfolgsstücke des Ensembles. Foto: Detlef Heese

Die Hausherrin streifte kurz die bedeutungsvolle Geschichte des Hauses und ging dann näher auf das kulturelle Leben ein, das mittlerweile in dem historischen Gemäuer Einzug gehalten hat. Seit den 1970er Jahren gebe es Konzerte im Rittersaal, erläuterte sie. Lesungen, Konferenzen, Open air- und Adventskonzerte, Veranstaltungen des Otto Modersohn Museums und mehr würden mittlerweile im Rittersaal oder in der Remise veranstaltet. Außerdem sei es seit 20 Jahren möglich, dort zu heiraten. 80 bis 100 Hochzeiten gebe es pro Jahr, die Brautleute kämen von Kiel bis Berchtesgaden.

Das Tecklenburger Krokodiltheater hat im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen mit Aufführungen in der Remise gefeiert, die nun als „Theater am Wasserschloss“ feste Spielstätte der Künstler geworden ist. Hendrikje Winter und Max Schaetzke haben das Theater 1987 gegründet. Mittlerweile werden sie unterstützt von der diplomierten Figurenspielerin Paula Zweiböhmer.

Max Schaetzke stellte das Krokodiltheater im Ausschuss vor. 100 Spieltermine habe es pro Jahr. „Eigentlich sind wir ein Tournee-Theater, haben den Schwerpunkt aber immer auf Tecklenburg gelegt.“ Man sei international unterwegs, jetzt aber verstärkt vor Ort, „weil das Reisen müde macht“.

Das Theater arbeite zusammen mit dem Puppenmuseum, der Jugendherberge, mit der Tecklenburg Touristik und neuerdings auch mit der Klinik Tecklenburger Land, führte Schaetzke weiter aus. In der Remise von Haus Marck gebe es seit Anfang des Jahres einmal im Monat Programm, samstags für Erwachsene und sonntags für Kinder. „Das hat eingeschlagen wie eine kleine Bombe“, freute sich Schaetzke. Im Durchschnitt habe man 70 Zuschauer. Raumkosten würden bis Ende des Jahres nicht in Rechnung gestellt, dankte Schaetzke der Hausherrin: „Die Freifrau hat ein Herz für dieses Theater.“

Um im „Theater am Wasserschloss“ weiterhin jeweils 20 Aufführungen pro Jahr anbieten zu können, beantragt das Ensemble einen Zuschuss. Der Förderbedarf liege bei 7820 Euro, hat das Theater errechnet. Bei der Bezirksregierung und beim Kreis habe man sich bereits um einen Zuschuss bemüht. Das Ergebnis: Ohne ein klares Bekenntnis der Stadt für diesen Spielort und eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt könne man keine Förderung an überregionaler Stelle beantragen. Oder, wie Schaetzke es formulierte: „Wir müssen bei der Stadt anfangen, um Geld zu betteln, dann können die anderen draufsatteln.“

Beim Bürgermeister stieß er auf Verständnis. Denn, so Stefan Streit, das Kulturhaus werde demnächst für ein Jahr geschlossen und renoviert. Dann finden dort keine Veranstaltungen statt. Man müsse überlegen, wie man das auffangen könne. Eine Art Kompetenzzentrum für Kunst und Kultur auf Haus Marck wäre eine tolle Sache, meinte Streit.

 

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