Förderverein der Brochterbecker Grundschule plant Anbau
Es fehlt an allen Ecken und Enden

Tecklenburg-Brochterbeck -

Sie ist die Jahre gekommen, zu klein geworden und entspricht wahrlich nicht den aktuellen Anforderungen: die Grundschule in Brochterbeck. 1964 wurde sie eingeweiht und – das sieht zumindest der Förderverein so – seitdem hat sich nicht allzu viel getan. Deshalb sind der Vorsitzende Olaf Kerssen und das Team des Freundeskreises der Schule aktiv geworden. Am Dienstag präsentierten sie Pläne für einen Anbau, erstellt von einer Brochterbeck Architektin, samt Finanzierungskonzept. Interessierte Zuhörer: Bürgermeister Stefan Streit und Vertreter des Stadtrates.

Mittwoch, 31.10.2018, 22:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 22:00 Uhr
Dort, wo die Überdachung steht, plant der Förderverein der Grundschule einen Anbau.
Dort, wo die Überdachung steht, plant der Förderverein der Grundschule einen Anbau. Foto: Ruth Jacobus

Kurz und knapp skizzierte Kerssen die Notwendigkeit der Baumaßnahme. Seit 1964 seien lediglich der Heizungskessel und teilweise Fenster ausgetauscht worden. Es habe neue Außentüren gegeben sowie einen Anstrich und notdürftige Reparaturen des Daches. Was der Schule fehle, seien Sanitätsraum, ein ordentliches Sekretariat, Rektorzimmer und Lehrerzimmer mit Sozialräumen, ein Besprechungsraum für Elterngespräche, Räume für die Übermittagbetreuung, für die offene Ganztagsgrundschule und für die Gemeinschaftsverpflegung. Diese Räume sind ebenso vorgesehen wie Toiletten für Kinder und Lehrer. Der Anbau soll dort errichtet werden, wo derzeit der Schulhof überdacht ist.

Derzeit gebe es acht Klassenräume, führte Kerssen aus. In einem sei der Lesewald untergebracht, zwei weitere dienen der Übermittagbetreuung. Bleiben also noch fünf Räume. Durch bereits vorhandene und geplante Neubaugebiete werde die Schülerzahl in den nächsten Jahren deutlich ansteigen, prognostizierte Kerssen. Räume würden fehlen. Die Alternative wären Container.

Der Förderverein der Grundschule hat sich auch Gedanken über die Kosten gemacht. Der Anbau werde voraussichtlich 1,65 Millionen Euro kosten und die Sanierung des bestehenden Gebäudes 650 000 Euro, erläuterte Kerssen. Finanzieren lasse sich das über ein Förderdarlehen der NRW-Bank mit 20 Jahren Laufzeit und drei tilgungsfreien Jahren. Das bedeutet 135 294 Euro pro Jahr. Noch nicht berücksichtigt sind weitere Fördertöpfe für Inklusion, energetische Sanierung und „Moderne Schule 2020“.

In Barbara Wömmel , kommissarische Leiterin der Grundschule mit ihren vier Standorten, fand Kerssen eine Fürsprecherin. Sie nannte noch einen weiteren Aspekt, der für Anbau und Sanierung spricht: die Versorgung mit Lehrern. Denn die würden nicht mehr wie früher zugewiesen. „Wir schreiben die Stellen aus.“ Wenn man das Glück habe und Bewerber bekomme und sie durch das Gebäude führe, „dann ist Schluss“. „Andere Schulen sind besser ausgestattet“, berichtete Barbara Wömmel. Zudem dringend benötigt: Sonderschul-Pädagogen. „Wir kriegen keine“, so die Schulleiterin. „Untragbare Zustände“ seien es in der Schule.

Dass der Schulstandort Brochterbeck nicht nur einer Sanierung, sondern auch einer Weiterentwicklung bedarf, sah auch der Bürgermeister so. Gerade sei die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes in Auftrag für alle vier Ortsteile gegeben worden. Die Ergebnisse möchte er abwarten und dann die Pläne im Fachausschuss beziehungsweise im Stadtrat vorstellen. Die Pläne des Fördervereins bezeichnete er als ehrgeiziges Projekt und es sei außergewöhnlich, dass ein Förderverein so etwas initiiere, lobte er das Engagement.

Sehr gut gefallen haben die Pläne auch dem stellvertretenden Bürgermeister und CDU-Ratsmitglied Norbert Uhlmann. Man solle Gründe suchen, um es zu verwirklichen und nicht welche, um es nicht umzusetzen, befand er.

Ein Lob gab es auch von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Doris Löpmeier. Es sei typisch für Brochterbeck, dass man sich Gedanken mache. Sie gab aber zu bedenken, dass es in Tecklenburg insgesamt vier Grundschulstandorte gebe. Zudem seien 2,3 Millionen Euro schon eine Hausnummer, zumal sich der Stadtrat vorgenommen habe bei den Finanzen vorsichtig zu bleiben. Auch sie regte an, die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung abzuwarten.

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