Gastschülerinnen am GAG: Viele Unterschiede und eine Vorliebe
Currywurst eint die Nationen

Tecklenburg -

Good afternoon! Bom dia! Buenos días! – Wer Harrieth Natalia Valero Rasero, Valentina Cecilia Vargas Salmon und Lara de Oliveira Andrade Ribeiro „Guten Tag!“ sagen möchte, sollte diese drei Begrüßungen beherrschen. Die jungen Frauen besuchen als Austauschschülerinnen das Graf-Adolf-Gymnasium (GAG).

Freitag, 09.11.2018, 23:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 23:00 Uhr
Drei Gastschülerinnen aus fernen Ländern (von links): Harrieth Natalia Valero Rasero aus Kanada, Lara de Oliveira Andrade Ribeiro aus Brasilien und Valentina Cecilia Vargas Salmon aus Bolivien besuchen zurzeit das Graf-Adolf-Gymnasium.
Drei Gastschülerinnen aus fernen Ländern (von links): Harrieth Natalia Valero Rasero aus Kanada, Lara de Oliveira Andrade Ribeiro aus Brasilien und Valentina Cecilia Vargas Salmon aus Bolivien besuchen zurzeit das Graf-Adolf-Gymnasium. Foto: GAG, Tecklenburg

Good afternoon! Bom dia! Buenos días! – Wer Harrieth Natalia Valero Rasero, Valentina Cecilia Vargas Salmon und Lara de Oliveira Andrade Ribeiro „Guten Tag!“ sagen möchte, sollte diese drei Begrüßungen beherrschen. Die jungen Frauen besuchen als Austauschschülerinnen das Graf-Adolf-Gymnasium (GAG). Natalia kommt aus Kanada und wohnt für rund drei Monate bei ihrer Partnerschülerin Johanna Pfeiffer aus der Jahrgangsstufe EF. Lara lebt in Brasilien und ist jetzt bei ihrer deutschen Gastschwester Carolin Arnsfeld aus der Q1 untergebracht. Valentina stammt aus Bolivien und wohnt zurzeit bei Jenny Böttcher aus der Q1, heißt es in einer Pressemitteilung des GAG.

Das Austauschprogramm des Graf-Adolf-Gymnasiums in der Oberstufe wird mit Blick auf die individuellen Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern koordiniert mit dem Ziel, längere Auslandserfahrungen mit Schulbesuch und Unterbringung in Gastfamilien unter einen Hut zu bringen, heißt es weiter. Dabei seien unterschiedliche Zeitmodule mit vorwiegend Englisch-, Spanisch- und Französisch sprechenden Ländern möglich, aber immer auch mit dem Portugiesisch sprechenden Brasilien.

Vieles haben die Schülerinnen in den vergangenen Wochen erlebt. Sie sind mit ihren Gastfamilien gereist und haben Einblicke in deutsches Schulsystem, Familienleben, Essen, Freizeitverhalten und die Jugendkultur erhalten. Die bilinguale Klasse 9a führte im Rahmen einer Geschichtsstunde ein englischsprachiges Interview mit Lara und Natalia zu ihrem Leben in Brasilien und Bolivien. Armut und hohe Kriminalitätsraten machen es in beiden Ländern nötig, dass Jugendliche sich nicht allein bewegen können. Schulweg und Freundesbesuche sind für Valentina aus Sicherheitsgründen nur mit einem Fahrer möglich, der sie von Tür zu Tür bringt, heißt es weiter.

Beide Mädchen beschrieben, dass es für sie nicht möglich sei, in ihrer Heimat Wertgegenstände wie Smartphones offen mit sich zu tragen oder zu benutzen. Angst vor Raub, Gewaltdelikten und Verschleppung gehörten zum Alltag, der insofern weniger Freiheit und Unabhängigkeit zulasse. Sie selbst führen es auf die große Armut in bestimmten Wohnbezirken und auf Korruption zurück.

Ganz anders ist in dieser Hinsicht das Leben von Natalia strukturiert, deren Eltern vor sechs Jahren mit ihren Kindern von Kolumbien nach Kanada auswanderten. Kanada bot Ihnen in ihren hoch qualifizierten Berufen eine neue Heimat in Québec, und Natalia hat an ihrer Schule, der Camaradière, die Möglichkeit, Französisch und Englisch zu sprechen und in ihrer Familie das Spanische zu pflegen. Das Leben in Kanada beschreibt sie als wirtschaftlich reich und sozial integrativ.

Während Valentina sehr gut Deutsch spricht, da sie die Deutsche Schule in La Paz besucht, waren es für Lara, die in ihrem Heimatort Catandura das Colegio Ressureicao Nossa Senhora besucht, und Natalia in Kanada nur kurze Crash-Kurse, die sie mit der Sprache ihres Gastlands vertraut machten: Dennoch war für alle drei und ist Deutschland das Traumziel für ihren Austausch.

Gefragt, was sie in Deutschland besonders gerne essen, herrscht bei den Gastschülerinnen große Einigkeit: Unterstrichen durch strahlendes Lächeln rufen sie gemeinsam: „Currywurst!“

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