Kritik am Zustand der Wirtschaftswege
Schlaglöcher, Risse und Gefälle

Tecklenburg-Brochterbeck -

Die Messlatte zeigt es eindeutig: 25 Zentimeter Höhenunterschied zwischen Mitte und Fahrbahnrand. Und das auf einer nur 2,65 Meter breiten Straße. Schwere Fahrzeuge, die auf die Böschung geraten, drohen umzukippen. Kein Wunder also, dass sie auf dem einen oder anderen Weg im Brochterbecker Niederdorf nicht gerne unterwegs sind.

Dienstag, 04.12.2018, 22:00 Uhr
Die Messlatte zeigt es an: Von der Fahrbahnmitte bis zum unbefestigten Straßenrand gibt es ein Gefälle von 25 Zentimetern. Die Anlieger haben es noch einmal nachgemessen.
Die Messlatte zeigt es an: Von der Fahrbahnmitte bis zum unbefestigten Straßenrand gibt es ein Gefälle von 25 Zentimetern. Die Anlieger haben es noch einmal nachgemessen. Foto: Ruth Jacobus

Thomas Wieschebrock kann ein Lied davon singen. Er errichtet gerade ein neues Stallgebäude, eine Stahlkonstruktion. Die Anlieferung der schweren Teile von der Niederdorfer Straße aus gestaltet sich schwierig. Und auch Lohnunternehmer, die auf die Äcker müssen, würden sagen: „Da fahren wir nicht mehr.“ Denn ein Maishäcksler ist im Normalfall 3,50 Meter breit und die Straße eben nur 2,65 Meter – mit starkem seitlichen Gefälle. Auch Futter- und Viehtransporter müssen die Strecke nutzen – wenn sie denn keinen Umweg über Saerbeck machen und von dort die Höfe ansteuern wollen. Auf dem Gebiet der Nachbargemeinde sehe die Fahrbahn deutlich besser aus.

Mehrere Anlieger treffen sich morgens zum Gespräch mit dieser Zeitung. Thorsten Wieschebrock, Thomas Wieschebrock, Marek Wieschebrock, Paul Löpmeier, Alfons Löpmeier und Friedhelm Stork liegt es am Herzen, dass etwas geschieht. „Wir werden immer nur vertröstet“, sagen sie unisono. Jedes Jahr werde geflickt, mehr geschehe nicht, verweisen sie zudem auf tiefe Schlaglöcher und Risse in der Fahrbahn. „Es wird immer schlimmer. Wir wollen ja keine Rennstrecke, aber vernünftig fahren können“, benennt Thorsten Wieschebrock den Wunsch der Anlieger, dass etwas geschieht.

Rund 70 Kilometer Wirtschaftswege fallen in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Tecklenburg. Diese Zahl nennt Bernd Pieper, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen. Die Problematik ist ihm durchaus bewusst. Manche Wege aus den 1960er Jahren mit Gräben an beiden Seiten seien für den heutigen Verkehr mit einer Fahrbreite von 3,50 Meter nicht geeignet. Gerade wegen der Gräben lasse sich an dem Weg nicht viel ändern. Man könne nicht die Gräben mit den Kanälen verfüllen. Im geschilderten Fall müsse der Schwerverkehr über die Saerbecker Straße erfolgen.

Repariert würden die Haupt-Wirtschaftswege bei Bedarf jeweils nach Abschluss der Erntearbeiten und nach der Frostphase, so Pieper. Mit Schlaglöchern müsse jeder Fahrer auf einem Wirtschaftsweg rechnen und sich darauf einstellen. Würden diese Wege wie eine Kreisstraße ausgebaut, werde da auch gerast. So aber könnten die Landwirte sicher von ihrem Hof zu den Feldern fahren.

„Wirtschaftswege sollen auch Wirtschaftswege bleiben“, stellt Pieper abschließend klar.

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