Vortrag über die Entwicklung der Teutoburger-Wald-Eisenbahn
Stück für Stück in die Zukunft

tecklenburg -

„Historische Züge werden 2019 wieder fahren können.“ Davon geht Josef Högemann, Pressesprecher der Lappwaldbahn, aus. „Die Gleise seien so gut wie nie zuvor. Im Gasthof Prigge hielt er einen Vortrag über die Geschichte der Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE) und ihre Bahnhöfe. Eingeladen hatte das „Aktionsbündnis Stutenmond“. Neben zahlreichen Mitgliedern der Bürgerinitiative waren auch viele Eisenbahn-Interessierte erschienen.

Freitag, 11.01.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 13.01.2019, 14:38 Uhr
Viele Güter darunter auch Panzer wurden über die TWE-Strecke transportiert. Das Bild stammt aus dem Jahr 1974. Das kleine Foto zeigt die aktuellen Gleisbauarbeiten.
Viele Güter darunter auch Panzer wurden über die TWE-Strecke transportiert. Das Bild stammt aus dem Jahr 1974. Das kleine Foto zeigt die aktuellen Gleisbauarbeiten.

Josef Högemann ist nicht nur seit seiner Kindheit mit dem „Eisenbahnvirus“ infiziert, sondern auch ein hervorragender Kenner der TWE und kann mit Fachwissen, Geschichten und Anekdoten das Publikum beeindrucken. Sein mit zahlreichen historischen Bildern unterstützter Vortrag begann mit einem Rückblick auf fast 120 Jahre Eisenbahngeschichte in Deutschland. Einem Deutschland, das zersplittert in unzählige Einzelstaaten auch ebenso unzählige Bahngesellschaften beheimatete.

Nach dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals (1892-1899) versuchten die Kalkgruben, die entlang des Höhenrückens des Teutoburger Waldes lagen, eine Bahnstrecke Richtung Kanal zu initiieren. Unterstützung erhielten die Unternehmen unter anderem durch die damals in Versmold ansässige Leinenweber-Industrie. So konnte ab 1900 die Strecke Stück für Stück eröffnet werden.

Wer sich eingehend mit der wechselvollen Geschichte der Bahn beschäftigen möchte, dem sei Josef Högemanns Buch empfohlen: „Die Teutoburger Wald-Eisenbahn“. Neben dem historischen Rückblick gab er auch einen Ausblick auf die Zukunft der Bahn und den derzeitigen Stand der Sanierungsarbeiten.

Nachdem die Bahnstrecke im Laufe der Zeit durch verschiedene, nicht immer geschickte Hände gegangen ist, ist der heutige Betreiber, die Lappwaldbahn, dabei, einen wirtschaftlich erfolgreichen Neustart zu wagen. Der Transport mit Gütern soll wieder über die gesamte Strecke betrieben werden. Dazu versuche man, die an der Stecke liegenden Unternehmen zu gewinnen, so Högemann. Er nannte als Beispiele Claas aus Harsewinkel mit seinen Mähdreschern, Bergschneider mit Kies und Sand über den Hafen Dörenthe oder die Stärkefabrik Kröner aus Ibbenbüren. Der 1967 eingestellte Personenverkehr kann bis Ende des Jahres 2019 mit historischen Sonderfahrten wieder aufgenommen werden.

Bis dahin sind aber noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. So sind noch einige Bahnhöfe zu sanieren und Streckenabschnitte zu ertüchtigen. Zur Fertigstellung des Tecklenburger Bahnhofs konnte Högemann nur einen vagen Zeitrahmen von circa zwei Jahren in Aussicht stellen. So hängen die Bauarbeiten unter anderem von der Verfügbarkeit von Güterwagen zum Transport von Schotter ab. Da aber die Deutsche Bundesbahn selbst große Bauprojekte betreibt, sind diese Wagen knapp.

Die sehr fachkundigen Zuhörer interessierten sich nicht nur für die historischen Lokomotiven und die Bahngeschichte, sie stellten auch konkrete Fragen, wie die, wie es die Lappwaldbahn mit dem Unkrautspritzen hält. Högemann erläuterte zunächst die Notwendigkeit der Unkrautbekämpfung und erklärte, dass kein Glyphosat zum Einsatz käme. Das verwandte Produkt sei zugelassen und es liefen Tests, dieses langfristig durch andere Methoden zu ersetzen.

Auch die Entsorgung der alten, belasteten Holzschwellen wurde thematisiert. Dazu erklärte Högemann, dass diese in einer Verbrennungsanlage in Sachsen-Anhalt ordnungsgemäß verbrannt würden.

Mit historischen Bildern von den Bahnhöfen entlang der Teutoburger-Wald-Eisenbahn klang der informative Abend aus. Viele Besucher diskutierten anschließend noch über ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit der „Bahn vor der Haustür“ und der ein oder andere Modelleisenbahner überlegt wohl schon, ein Stück heimatlicher Eisenbahngeschichte nachzubauen.

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