Ulrich Rottmann erinnert sich an die Verkehrsplanung vor 60 Jahren
„Städtebaulich daneben“

Tecklenburg -

Alte Geschichten wecken Erinnerungen. So auch der am Mittwoch erschienene Bericht „Romantik ohne Verkehrsbremse“. Da ging es einerseits um die Touristen, die früher mit Bussen und Pkw durch die historische Altstadt gefahren sind und vergeblich nach einem Parkplatz suchten. Und es ging andererseits um einen Leit- und Bebauungsplan, der vor 60 Jahren vom Stadtrat abgesegnet worden ist. Damit sollte der Verkehr aus der Altstadt herausgehalten werden. Der gebürtige Tecklenburger Ulrich Rottmann, der mittlerweile in Westerkappeln wohnt, hat damals die Diskussion miterlebt.

Mittwoch, 16.01.2019, 19:00 Uhr
Dort, wo heute das Freibad (im Hintergrund) liegt, sollte einst die Nordumgehung herführen. Eine Engstelle war und ist die Brunnengasse (kleines Bild).
Dort, wo heute das Freibad (im Hintergrund) liegt, sollte einst die Nordumgehung herführen. Eine Engstelle war und ist die Brunnengasse (kleines Bild). Foto: Ruth Jacobus

Zuhause war Rottmann an der Ibbenbürener Straße im Haus Nummer 49. Eine Straße, durch die sich viel Verkehr quälte. Die Leit- und Bebauungsplanung sollte das ändern, allerdings nicht unbedingt so, wie es letztendlich Realität wurde. Rottmann weiß von „einigen Planungsdetails, die Gott sei Dank nicht realisiert wurden“. Das berichtet er im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Gegenüber des Hotels Drei Kronen sollte das damalige Textil- und Andenkengeschäft Kolar zurückgesetzt werden, damit die Auffahrt in die Landrat-Schultz-Straße beziehungsweise der Begegnungsverkehr einfacher würde“, erinnert sich Rottmann. „Die Ibbenbürener Straße sollte verschwenkt werden, die Trasse nördlich des ehemaligen Wehrmeldeamtes (Hausnummer 30) verlaufen und kurz vor der alten Schmiede wieder an die bestehende Trasse angebunden werden.“

Entlastet werden sollte die Kreuzung Brauerstraße/Brochterbecker Straße. Dazu sei eine neue Straße nördlich der Brauerstraße geplant gewesen. Sie sollte von der Ibbenbürener Straße westlich der alten Schmiede über die Parzelle des Grundstücks Ibbenbürener Straße Nummer 45 durch Völkers Garten verlaufen und etwa in Höhe des Brunnens an der Brunnengasse wieder auf die Brochterbecker Straße stoßen. „Die Pläne waren sehr weit gediehen. Der damalige Kreis Tecklenburg hatte das Haus Nummer 45 schon gekauft“, weiß Rottmann, der damals Schüler in der Aufbauschule war.

Letztendlich seien es die Bedenken zahlreicher Bürger und Proteste vieler Anlieger gewesen, die diese Umwandlung der Altstadt in eine „autogerechte Stadt“ verhindert hätten. Als „städtebaulich daneben“ bezeichnet Rottmann das nicht realisierte Vorhaben.

Andere Pläne hatte es auch für eine „Umgehungsstraße“ gegeben. Heute rollt der Verkehr von Ibbenbüren aus über die Straße „Am Weinberg“. Angedacht worden sei damals stattdessen eine Nordumgehung über den Handal und durch den Sundern, berichtet Rottmann. „Bei dieser Trassenführung wäre die Ibbenbürener Straße im Bereich von Gut Schulte-Übbing nach Norden verschwenkt worden und etwa dort verlaufen, wo sich heute das Freibad befindet. In der Nähe des Driehofes wäre die Anbindung an die Osnabrücker Straße erfolgt.“ Das sei angedacht, aber wieder verworfen worden, erzählt Ulrich Rottmann.

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