Graf-Adolf-Gymnasium
Mithelfen statt nur zuschauen

Tecklenburg -

Der erste Kunde reicht seine Einkaufstasche herüber. „Obst und Gemüse für drei Personen“ lautet die Ansage. Schnellen Schrittes geht es von einem Warenkorb zum nächsten, um den Beutel zu füllen. Der riesige Kohlkopf wird für eine größere Familie aufgespart, dafür gibt es zwei Hände voll Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren. Zitrusfrüchte gibt es heute reichlich, daran muss nicht gespart werden. Weiter geht es: Äpfel, Birnen, Tomaten, eine Banane zusätzlich. Zum Schluss gibt es noch ein Paar Trauben oben drauf. Ist schließlich für eine Familie, die es braucht. Es gibt viel zu tun bei der Tafel in Ibbenbüren. Die Unesco-AG des Graf-Adolf-Gymnasiums (GAG) hilft dabei.

Montag, 04.03.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 16:58 Uhr
Die Besucherinnen des GAG, eingerahmt von Caritas-Helfern: (hinten von links) Zoe Blumenberg, die betreuende Lehrkraft Kerstin Riethues), Tiana Marie Rogge, Adeline Engel, Leonie Michel, (vorne von links) Jessica Eising, Sophie Spierenburg und Johanna Engel. Foto: GAG
Die Besucherinnen des GAG, eingerahmt von Caritas-Helfern: (hinten von links) Zoe Blumenberg, die betreuende Lehrkraft Kerstin Riethues), Tiana Marie Rogge, Adeline Engel, Leonie Michel, (vorne von links) Jessica Eising, Sophie Spierenburg und Johanna Engel. Foto: GAG

Jedes Jahr werden elf Millionen Tonnen Lebensmittel allein in Deutschland in den Müll geschmissen. Eine immense Menge, wenn man an all die Menschen denkt, die auch hierzulande sparsam mit ihrem Geld umgehen müssen. Wegen des Massenkonsums auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite gibt es Organisationen wie das Sozialkaufhaus, die Tafel und die Suppenküche. So werden Klamotten, Möbel und Lebensmittel weiter verwendet, die sonst im Müll gelandet wären.

Die Unesco-AG hat die Hilfs-Einrichtungen beim Sozialdienst katholischer Frauen in Ibbenbüren besucht, um sich einen Einblick in deren Arbeitsweise und den Umgang mit den Kunden zu verschaffen. Den Jugendlichen ist es wichtig, mitzuhelfen und mit den Ehrenamtlichen zu sprechen. Während ein Teil der Gruppe von der Sozialpädagogin Barbara Berardis im Sozialkaufhaus herumgeführt wird, kann eine Schülerin bereits in der Suppenküche tatkräftig mithelfen.

Suppe, Kelle, Teller, Suppe, Kelle, Teller: Im Zehn-Minuten-Takt kommen neue Leute und wollen einen Teller der duftenden Suppe. Der Aufenthaltsraum füllt sich. Die 20 Männer und Frauen, die an diesem Tag da sind, sitzen gemeinsam an den Tischen und tauschen sich aus. Bei der wohlig-warmen Atmosphäre genießen sie es, in Gesellschaft zu sein. Wer sich dazusetzt, wird als „Neuling“ herzlich aufgenommen. Es werden emotionale Geschichten von Schicksalsschlägen, von Krankheiten und Einsamkeit erzählt. Doch das hindert die Menschen nicht, freundlich miteinander umzugehen. Oft lachen die in so unterschiedlichen Lebenssituationen stehenden Menschen gemeinsam und zeigen gegenseitig Verständnis für ihre Lage.

Bei der Tafel wiederum geht es erst einmal um das Sortieren. Die Fahrer haben bereits von den umliegenden Supermärkten Körbe voll Essen abgeholt. Die haltbaren Lebensmittel werden nach dem Ablaufdatum sortiert, das Obst und Gemüse nach dem einfachen Motto „würde ich es essen“ ausgewählt und Aufstriche, Joghurt und Brot bei der Theke gelagert. Das Verteilen von Lebensmitteln muss schnell gehen. Es bleibt keine Zeit lange zu überlegen, wie viel eine Person in der Woche isst. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, sagen die Ehrenamtlichen.

Die Gruppe des GAG hat sich gut aufgehoben gefühlt. Die Ehrenamtlichen waren froh über ein bisschen Unterstützung, die Kunden haben sich gefreut, neue Gesichter zu sehen und mit anderen ihre Geschichte teilen zu können.

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