Naturschutzbund fördert den Frecklingshof
Ökologie liegt ihnen am Herzen

Tecklenburg-Leeden -

Im Stall duftet es nach Heu. Die Kühe und Rinder mampfen genussvoll die von Chiel van Dijk servierte Mahlzeit. Der Landwirt könnte jedem einzelnen Tier persönlich einen guten

Mittwoch, 06.03.2019, 21:00 Uhr
Familie van Dijk (rechtes Bild) hat sich voll und ganz der ökologischen Landwirtschaft verschrieben. Die Rinder im Offenlaufstall und auf den Weiden gehalten.
Familie van Dijk (rechtes Bild) hat sich voll und ganz der ökologischen Landwirtschaft verschrieben. Die Rinder im Offenlaufstall und auf den Weiden gehalten. Foto: Ruth Jacobus

Appetit wünschen – denn auf dem Frecklinghof hat jedes einen Namen. Eine von mehreren Besonderheiten. Die Tiere werden wertgeschätzt, leben stressfrei und ihrer Natur entsprechend im Offenlaufstall und auf den Weiden. Chiel und seine Frau Monique van Dijk haben sich von ganzem Herzen und mit vollem Einsatz der ökologischen Landwirtschaft und ihrem Biohof verschrieben. Sie wollen expandieren und bekamen dafür nun eine Anschubfinanzierung in von 20 000 Euro vom Naturschutzbund Deutschland ( NABU ).

Dieser will Landwirte unterstützen, die naturverträglich pro-

duzieren. „Sie leisten einen wertvollen Beitrag für gesunde Böden, den Klimaschutz und sauberes Grundwasser. Und sie sorgen für eine Landwirtschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben“, erläutert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller .

In Chiel und Monique van Dijk hat der Naturschutzbund die Richtigen gefunden. Das Ehepaar hat sich schon früh der ökologischen Landwirtschaft verschrieben. Auf der Suche nach einem eigenen Hof sind die beiden Niederländer 2009 durch eine Anzeige auf den Frecklinghof aufmerksam geworden, der zur Pacht ausgeschrieben war. „Wir waren damals 21 und 22 Jahre alt und haben es als Chance gesehen“, erzählt Monique van Dijk. Mit 50 Milchkühen und einem Deckbullen haben sie damals angefangen. Sie bewirtschaften 150 Hektar Land.

Wurden die Kälber zunächst noch an konventionell betriebene Höfe verkauft, entschieden sich die van Dijks später, sie zu behalten, die Bullenkälber zu kastrieren und ab Hof zu vermarkten. Dort haben sie inzwischen einen Selbstbedienungsladen eingerichtet, in dem dank eines Chip-Systems rund um die Uhr eingekauft werden kann. Außerdem betreiben sie samstags einen Stand auf dem Osnabrücker Wochenmarkt. Mit Massenware haben sie nicht viel im Sinn. „Weniger Fleisch essen, dafür aber von hoher Qualität“, fasst es Monique van Dijk zusammen. Immer mehr Kunden seien bereit, dafür Geld auszugeben.

Auch Schafe, Hühner und künftig Schweine gehören zum Frecklingshof. „Je mehr Arten von Tieren und Pflanzen sich auf dem Hof ergänzen, desto flexibler können wir auf die wirtschaftliche und klimatische Wetterlage reagieren“, sind sich beide sicher. Die Rinder fressen die Gräser des Grünlands, die Schafe betreiben Weidepflege, Schweine naschen gerne Eckern und Eicheln, die Hühner finden reichlich Insekten.

Apropos finden: Die Eier liegen kreuz und quer über den Hof verteilt versteckt. Aber mittlerweile kennt Familie Van Dijk die Stellen. Die drei Kinder helfen beim Einsammeln.

„Gemeinsam Boden gut machen“ heißt das Förderprojekt des NABU, aus dem jetzt Geld nach Leeden fließt. Dort kann man es gut gebrauchen. Denn einerseits wird auf dem Hof gerade eine Schlachterei eingerichtet, andererseits haben Chiel und Monique van Dijk weitere Pläne. Agroforstwirtschaft wollen sie betreiben und mehrjährige Sträucher und Bäume, die essbare Früchte tragen, auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen pflanzen, auf denen die Tiere weiden. Nussbäume und Bambus zum Beispiel. „Bambus gedeiht hier wunderbar“, weiß van Chiel Dijk.

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