Hauptschule: keine erneute Auslagerung der zehnten Klassen
„Die Welt ist wieder in Ordnung“

Tecklenburg -

Gute Nachricht für die Hauptschüler: Es soll künftig keine Auslagerung der zehnten Klassen mehr geben. Aktuell ist der Abschlussjahrgang in der Lengericher Bodelschwingh-Realschule untergebracht und wird dort auch bis zum letzten Schultag bleiben. Die nachfolgenden Jahrgänge jedoch können aufatmen – sie bleiben in Tecklenburg. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag für den Stadtrat hat der Schulausschuss am Donnerstagabend gefasst. Einzige Einschränkung: Wenn denn das Konzept funktioniert, das federführend vom Kollegium der Hauptschule entwickelt worden ist.

Freitag, 08.03.2019, 21:00 Uhr
Haupt- und Gesamtschule befinden sich in einem Gebäude. Die große Zahl der Schüler sorgt dort für Platzprobleme.
Haupt- und Gesamtschule befinden sich in einem Gebäude. Die große Zahl der Schüler sorgt dort für Platzprobleme. Foto: Ruth Jacobus

Gute Nachricht für die Hauptschüler: Es soll künftig keine Auslagerung der zehnten Klassen mehr geben. Aktuell ist der Abschlussjahrgang in der Lengericher Bodelschwingh-Realschule untergebracht und wird dort auch bis zum letzten Schultag bleiben. Die nachfolgenden Jahrgänge jedoch können aufatmen – sie bleiben in Tecklenburg. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag für den Stadtrat hat der Schulausschuss am Donnerstagabend gefasst. Einzige Einschränkung: Das Konzept, das federführend vom Kollegium der Hauptschule entwickelt worden ist, muss funktionieren.

Vor einem knappen Jahr hatte der Tecklenburger Stadtrat die Ausgliederung des zehnten Jahrgangs beschlossen. Damals platzte die Schule aus allen Nähten. 76 Rückläufer von anderen Schulen mussten aufgenommen werden. Da mittlerweile die Gesamtschule in das Gebäude eingezogen war, fehlten Räume. „Die Stadt war verpflichtet, die Schüler aufzunehmen“, erinnerte Bürgermeister Stefan Streit. Aktuell sei die Lage wesentlich entspannter. 19 Rückläufer würden prognostiziert. Deshalb, nach mehreren Gesprächen mit der Schulaufsicht und dem Schulentwicklungsplaner, der Vorschlag, die künftigen Zehner-Klassen in Tecklenburg zu beschulen. „Das erfordert Kompromissbereitschaft von beiden Seiten“, so Streit in Richtung Haupt- und Gesamtschule.

Ausdrücklich betonte der Bürgermeister, dass der Rückzug aus Lengerich „in keiner Art und Weise“ etwas mit den dortigen Räumen zu tun habe. Die kommissarische Leiterin der Hauptschule, Angela Müller-Muthreich, bedankte sich im Namen des Kollegiums für die Aufnahme und bestätigte, dass die Schüler dort räumlich gut untergebracht seien. Aber: „Die Kinder sind dort nicht glücklich.“

Die Mehrzahl der Schüler komme aus Lengerich. „Wären die denn nicht zufrieden, dort bleiben zu können?“, wollte Dietbert Lipka (SPD) wissen. Dazu Angela Müller-Muthreich: Am Anfang hätten die jungen Heranwachsenden der Ausgliederung relativ positiv entgegengeblickt. In kürzester Zeit habe es dann Probleme gegeben, mit denen man so nicht gerechnet habe. Eine Umfrage unter den Zehner-Schülern habe ergeben, dass elf von ihnen zufrieden seien. Doch die eindeutige Mehrheit, nämlich 56, habe ganz deutlich gesagt, dass sie viel lieber in Tecklenburg wären – darunter auch viele in Lengerich wohnende Schüler. „Die Kinder fühlen sich entwurzelt“, schilderte Angela Müller-Muthreich.

Die emotionale Komponente sei nicht zu unterschätzen, ganz gleich ob bei Kindern, Jugendlichen oder jungen Heranwachsenden, unterstrich Marielies Saatkamp (Grüne). Sie sei dankbar, dass man nun eine Lösung gefunden habe. „Eine Lösung, die bei den Kindern gut ankommt und funktionieren kann“, fügte Egbert Friedrich (CDU) hinzu. „Für mich ist die Welt wieder in Ordnung.“

Barbara Becker von der Schulaufsicht des Kreises hatte zu Beginn der Sitzung erläutert, dass es in der Tecklenburger Hauptschule noch vier Jahrgänge mit insgesamt 344 Schülern gebe. Die Klassen seien „sehr, sehr voll“. Zur Lehrerversorgung führte sie aus, dass es 18,6 Stellen gebe. Hinzu kämen elf Stellen für zusätzlichen Bedarf, zum Beispiel für den Ganztag oder Unterstützungsangebote. Wichtig sei es, dass die Differenzierung gewährleistet sei, unter anderem in den Bereichen Naturwissenschaften, Sport, Kunst und Musik.

Schulentwicklungsplanerin Petra von Berlepsch berichtete, dass es im Schuljahr 2019/20 elf Klassen an der Hauptschule geben werde, für die je ein Klassenraum, ein Differenzierungsraum pro Jahrgang und Fachräume zur Verfügung stehen müssten. Das sei „eine Herausforderung für den Stundenplan“. Einen Musikraum gebe es nicht. Außerdem müsse man die Sport-Kapazitäten berücksichtigen. Da seien noch Abstimmungen erforderlich.

„Es ist eine sportliche Sache, das voreinanderzubekommen“, befand der Ausschussvorsitzende Christian Brüger (CDU). In Tecklenburg zu bleiben sei im Sinne der Schüler.

Ob das wirklich klappt, wird sich zeigen. Das wisse man erst, wenn der Stundenplan gemacht sei, erläuterte Petra von Berlepsch. Unter Umständen müssten die Differenzierungsräume der Gesamtschule mitgenutzt werden.

Wenn das Konzept nicht aufgeht, könnten Container aufgestellt werden. Immer noch besser, als Schulklassen auszulagern, findet Anke Dahms. Die FDP-Ratsfrau ist zwar kein Mitglied im Schulausschuss, aber Initiatorin des gemeinsamen Antrags von CDU, Grünen und FDP, mit dem ein Ende der Auslagerung aus der Hauptschule gefordert wurde.

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Eine Entscheidung trifft der Stadtrat. Die nächste Sitzung ist am 9. April.

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