Vereinbarung mit Ibbenbüren wegen der Abwässer aus Ledde
Langes Warten auf eine Reaktion

Tecklenburg -

Es kommt nicht allzu oft vor, dass Mitglieder eines Ausschusses sauer reagieren. Doch im Werksausschuss des Abwasserwerkes war das jüngst der Fall. Sauer waren die Kommunalpolitiker nicht auf die eigene Stadtverwaltung, sondern auf die in Ibbenbüren. Denn dort lässt man sich viel Zeit, um auf eine vorgeschlagene Vereinbarung zu reagieren – rund ein halbes Jahr bislang. Es geht um die Abwässer aus Ledde und um die Übernahme einer Druckrohrleitung.

Dienstag, 19.03.2019, 21:00 Uhr
Die Kläranlage in Ledde wird derzeit abgerissen. Die Abwässer werden nach Ibbenbüren geleitet. Dafür berechnet die Nachbarstadt Gebühren in Höhe von 2,84 Euro pro Kubikmeter.
Die Kläranlage in Ledde wird derzeit abgerissen. Die Abwässer werden nach Ibbenbüren geleitet. Dafür berechnet die Nachbarstadt Gebühren in Höhe von 2,84 Euro pro Kubikmeter. Foto: Michael Baar

Die Kläranlage wird derzeit abgerissen, sie soll erneuert werden. Die Abwässer aus Ledde werden deshalb nach Ibbenbüren geleitet, bis der Neubau fertig ist. Die Kosten dafür möchte Tecklenburg verrechnen mit dem Erlös aus dem Verkauf eines 2600 Meter langen Teils einer Druckrohrleitung, die von Ledde nach Laggenbeck führt. Daran angeschlossen sind mehrere Gehöfte und Cafés im Außenbereich des Laggenbecker Feldes. Ibbenbüren hat Interesse bekundet, und Tecklenburg hat ein Angebot gemacht: Knapp 100 000 Euro möchte die Stadt für die Leitung haben. Eine Antwort aus der Nachbarstadt? Bislang Fehlanzeige.

Ibbenbüren berechnet Tecklenburg für die Einleitung beziehungsweise Reinigung der Abwässer 2,84 Euro pro Kubikmeter. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Instandhaltung des rund 400 Kilometer langen Kanalnetzes in der Nachbarstadt. Insgesamt kommen dadurch an Mehrkosten rund 250 000 Euro auf die Stadt Tecklenburg zu. Abzüglich der knapp 100 000 Euro für die Druckrohrleitung. Ohne eine Übernahme müsste Ibbenbüren eine neue Leitung bauen – für rund 200 000 Euro. Diese Zahl nannte Bernd Pieper, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt.

„Die Druckrohrleitung ist ein Pfund, sie ist in unserem Eigentum“, hielt Bürgermeister Stefan Streit fest. Er zeigte sich in der Sitzung verwundert, dass es aus Ibbenbüren noch keine Stellungnahme gibt zu dem im August 2018 gemachten Angebot.

Einerseits die hohe Gebühr für die Abwässer aus Ledde, andererseits das Warten auf eine Reaktion aus der Nachbarstadt: „Der Ausschuss fühlt sich über den Tisch gezogen“, konstatierte Klaus Holthaus (SPD). Thorsten Ridder (CDU) fand den Preis für die Leitung zu niedrig. „Wenn die aus dem Vollen schöpfen, können wir das auch“, meinte er in Richtung Ibbenbüren. Und sein Fraktionskollege Norbert Uhlmann regte an, der Nachbarstadt zu schreiben, dass man sich an das Angebot für die Leitung nach so langer Zeit nicht mehr gebunden fühle.

Letztendlich beschloss der Ausschuss, eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Ibbenbüren abzuschließen, allerdings auch, wegen der Leitung noch einmal zu verhandeln. Der Ausschussvorsitzende Hartwig Fortmeyer (CDU) regte zudem an, wegen der Übernahme der Leitung auch mit dem Wasserversorgungsverband oder der Stadtwerke-Tochter Teutel zu sprechen.

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