Bundesweite Auszeichnung für die Ledder Werkstätten
„Klarer Schritt zu mehr Mitwirkung“

TecklenBurg-Ledde/Nürnberg -

„Auf die Einstellung kommt es an – ein Verfahren zur Beteiligung des Werkstattrates in der Personalentwicklung“ heißt das Exposé, das die Fachjury in Nürnberg überzeugte. Dafür bekamen die Ledder Werkstätten den „exzellent“-Preis Bildung 2019 bei der „Werkstätten:Messe“. Eine besondere Auszeichnung, nicht nur weil es dazu auch ein Preisgeld gab.

Sonntag, 31.03.2019, 19:57 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 20:01 Uhr
Direkt nach der Preisverleihung in Nürnberg wurden der Werkstattrat um Susanne Hielscher (Zweite von links) und LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier (links) von einem TV-Team der Hannoverschen Werkstätten interviewt.
Direkt nach der Preisverleihung in Nürnberg wurden der Werkstattrat um Susanne Hielscher (Zweite von links) und LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier (links) von einem TV-Team der Hannoverschen Werkstätten interviewt.

Dr. Ingo Krüger , Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung und Jurysprecher, sowie Martin Berg als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen ( BAG WfbM) überreichten der Werkstattratvorsitzenden Susanne Hielscher und Geschäftsführer Ralf Hagemeier die Urkunde. Damit geht nach 2005 (Produktpreis für den LeWe-Klappgrill) und 2013 (Kooperationspreis für die Präsentkiste „Münsterland Botschaft“) zum dritten Mal eine in der Werkstattszene renommierte Auszeichnung ins Tecklenburger Land.

Hunderte Menschen mit Behinderung und offizielle Werkstattvertreter verfolgten die Preisverleihung im Rahmen der offiziellen Messeeröffnung, während der Krüger die „konsequente Einbindung der Werkstatträte in die Personalentwicklung“ lobte. Der Laudator: „Ein klarer Schritt hin zu mehr Mitwirkung und Selbstbestimmung. Hier findet Bildung statt, die Menschen befähigt und sie zu kompetenten Vertretern ihrer eigenen Interessen weiterentwickelt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!“ Hagemeier bedankte sich im Namen der Einrichtung für die Ehrung und lud alle Mitglieder der BAG ausdrücklich ein: „Ich wünsche mir viele Nachahmer.“

Worum geht´s in dem Verfahren und seinem Kernstück, dem „Kennlerngespräch“? Geschulte Beschäftigte aus dem Werkstattrat, gewähltes Vertretungsgremium der Menschen mit Behinderung, organisieren und führen Interviews mit neuen Fachkräften. Hielscher und zwei durchführende Teams arbeiten seit Jahren mit dem Instrument, „um zu besprechen, welche Vorstellungen und Erwartungen wir an die Fachkräfte haben“, wie sie erklärt. Der neue oder aus anderen LeWe-Diensten wechselnde Mitarbeitende wird beispielsweise gefragt, weshalb er sich beworben hat oder welche Fähigkeiten man seiner Auffassung nach für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung braucht.

Ein kompletter Fragenkatalog, den die Werkstatträte mitentwickelt haben, ermöglicht es Beschäftigten mit ihren individuellen Fähigkeiten, so ein Interview zu führen. Und: Das befragende Team macht alles ohne Assistenz.

144 Aussteller drängten sich auf der umfangreichsten Sozial- und Bildungsmesse für berufliche Rehabilitation in Deutschland. Zum Programm gehörten auch rund 90 Fachvorträge. In diesem Rahmen stellten Hielscher und Dr. Rebecca Dölling (Assistenz Geschäftsleitung) das Verfahren 80 Zuhörern, teils auch in Interviewform, vor. Ausgelegte Infomappen waren binnen einer Minute vergriffen, das Verfahren hat offenbar Eindruck gemacht.

Mit dem „exzellent“-Preis zeichne die BAG WfbM Mitgliedseinrichtungen mit besonderem Innovationspotenzial aus, teilen die LeWe mit. Der Bildungspreis sei mit 1000 Euro dotiert, die laut Geschäftsleitung in der Qualifizierung der Arbeit des Werkstattrates verwendet würden. Alle nominierten Konzepte waren während der vier Messetage am BAG-Stand mit Video dauerpräsent.

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