Ausschuss diskutiert BSV-Antrag auf 270 000-Euro-Zuschuss
SPD und CDU sehen erheblichen Beratungsbedarf

Tecklenburg-Leeden -

Der Antrag des Ballsportvereins in Leeden und Ledde (BSV) auf Zuschüsse aus der Stadtkasse in Höhe von insgesamt 270 000 Euro (wir berichteten) hat am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Schule und Sport für reichlich Diskussion gesorgt. Der Empfehlung der Verwaltung, den Antrag zu genehmigen, folgte die Politik nicht. Sie sieht vielmehr noch einen erheblichen Beratungsbedarf.

Donnerstag, 06.06.2019, 05:00 Uhr
 Der BSV hat für den Ausbau des Dachgeschosses bei der Stadt 270 000 Euro beantragt.
 Der BSV hat für den Ausbau des Dachgeschosses bei der Stadt 270 000 Euro beantragt. Foto: Katja Niemeyer

Sowohl aus den Reihen der CDU , als auch aus denen der SPD wurden erhebliche Zweifel geäußert. Zustimmung kam lediglich von den Grünen. Und von Bürgermeister Stefan Streit (SPD). Er sprang Vereinspräsident Udo Sackermann bei, der die Erweiterungspläne des Vereins dargelegt hatte. Der Antrag, sagte Streit, „ist legitim“.

Bei seinen Parteigenossen herrschte hingegen Skepsis vor. Warum, fragte Birgit Reinholz-Blom, „muss die Stadt den gesamten Umbau finanzieren?“ Die SPD-Ratsherrin wollte wissen, ob der Finanzierungsplan des Vereins einen Eigenanteil vorsieht, was Ackermann verneinte.

Auch kam die Frage auf, inwieweit weitere Rehasport-Anbieter wie der Verein „Freunde der Physiotherapie Leeden“ möglicherweise in Zukunft ähnliche Anträge stellen könnten. „Wenn das Schule macht“, so Thorsten Ridder (CDU), dann käme die Stadt womöglich eines Tages in Argumentationsnöte. Eine Einschätzung, die Dietbert Lipka teilte: „Das könnte ein Fass ohne Boden werden“, sagte der SPD-Ratsherr.

Beim Verein „Freunde der Physiotherapie Leeden“ wurde der Antrag mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Bislang, hieß es dort auf Nachfrage unserer Zeitung, habe man nicht in Erwägung gezogen, Investitionen in den Rehasportbereich mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren.

Neben fehlender Eigenmittel und der Konkurrenzsituation wurde auch die grundsätzliche Rolle der Stadt bei der Finanzierung von ärztlich verordnetem Sport diskutiert, der eigentlich in das Leistungsspektrum von Krankenkassen fällt. „Es kann nicht sein“, betonte Lipka, „dass die Stadt die Finanzierungslücke von Krankenkassen schließt“. Der BSV hat vor, mit dem Geld das Dachgeschoss seines Gebäudes am Lohesch auszubauen, um zusätzliche Übungsräume unter anderem für Rehasport zu schaffen. BSV-Geschäftsführer Jürgen Sackermann stellte in diesem Zusammenhang allerdings klar, „dass der Rehasportbereich für den Verein kostendeckend ist“.

Das Finanzierungsmodell des BSV ist vergleichbar mit dem des TuS Graf Kobbo, der bekannterweise für den Bau eines Kunstrasenplatzes einen Kredit aufgenommen hatte, der mit Mitteln aus der Sport- sowie der Schulpauschale bedient wird. Eigentümerin des Kunstrasenplatzes ist allerdings die Stadt. Anders, auch daran wurde in der Sitzung erinnert, würde sich die Situation beim BSV darstellen. Das Gebäude würde sich weiterhin im Eigentum des Vereins befinden.

Wie berichtet, plant der BSV eine Erweiterung seiner Übungsflächen, um zusätzliche Angebote im Rehasport- und im Breitensportbereich wie Yogakurse machen zu können. Dass hierfür Geld aus der Sportpauschale zur Verfügung gestellt wird, wurde von Streit befürwortet. „Wir haben einen großen Bedarf an weiteren Hallen“, erklärte der Bürgermeister.

Der Rat befasst sich in seiner Sitzung am 9. Juli mit dem Antrag.

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