„Tag der Begegnung“ der Ledder Werkstätten
Das große „Wir“-Gefühl

Tecklenburg-Ledde -

„Mensch, wir zeigen‘s euch – Gemeinschaft leben“, unter diesem Motto hat am Sonntag der „Tag der Begegnung“ der Ledder Werkstätten gestanden. Den Besuchern wurden unter einem riesigen Baldachin stündlich Präsentationen zum Thema geboten, Beschäftigte stellten ihre Arbeitsinhalte vor, auf dem „Marktplatz“ wurden Produkte vorgestellt und natürlich gab es auch musikalische Unterhaltung.

Montag, 17.06.2019, 05:58 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 06:01 Uhr
Als der 70-köpfige Projektchor auftrat, waren alle 600 Sitzplätze unterm Fallschirmdach besetzt (großes Foto). So wird´s gemacht: Menschen mit Behinderung erklärten an vielen Stellen ihre tägliche Arbeit. Das Publikum hörte gespannt zu (kleines Foto).
Als der 70-köpfige Projektchor auftrat, waren alle 600 Sitzplätze unterm Fallschirmdach besetzt (großes Foto). So wird´s gemacht: Menschen mit Behinderung erklärten an vielen Stellen ihre tägliche Arbeit. Das Publikum hörte gespannt zu (kleines Foto). Foto: Jörg Birgoleit/LeWe

Komplett auf der großen Bühne vertreten war der Werkstattrat am Sonntagnachmittag in Ledde. Rund ums Thema „Mensch, wir zeigen‘s euch – Gemeinschaft leben“ rankte sich der „Tag der Begegnung“ der Ledder Werkstätten. Die 14-köpfige Vertretung für 1400 Beschäftigte ist eine dieser Gemeinschaften unter dem LeWe-Dach. Und eine aktuell erfolgreiche dazu: Gemeinsam mit Geschäftsführer Ralf Hagemeier hatte die Vorsitzende Susanne Hielscher Ende März den nationalen „exzellent“-Preis Bildung auf der „Werkstätten:Messe“ für ein Mitwirkungsverfahren an der Personalentwicklung entgegengenommen.

Schon der Vortag hatte nach Angaben der Ledder Werkstätten mit einer großen Gemeinde begonnen, denn am Samstagabend trafen sich einige 100 Beschäftigte, Bewohner und Mitarbeiter zum Gottesdienst. Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff, der LeWe-Chor „Stella Musica“ und Mitarbeitende hatten eine lebendige, bildreiche Liturgie gestaltet, die das Thema gut erschloss. Ralf Hagemeier: „Ihr kümmert euch umein-ander. Ihr schaut, dass alle mitkommen und achtet aufeinander!“

Am Sonntag dann befragte Moderator und Werkstattleiter Andreas Laumann-Rojer ganz unterschiedliche Gemeinschaften, um das Tagesthema plastisch zu machen: „Gemeinsam schaffen wir viel und zeigen das heute!“ Das Publikum, verteilt auf 600 Sitzplätze unter dem riesigen Fallschirm-Baldachin, erfuhr viel über LeWe- Teams, die Tanz- und Musikensembles oder einen 70-köpfigen Projektchor. Sie alle präsentierten sich auf der Marktplatzbühne.

Das „Wir“ im Wohnen (Beispiel Stammtisch), beim Lernen (Führerschein) in der Freizeit (Fußballturnier, Tischtennis-Ligasport) oder beim Hobby (Angeln) erklärten Beschäftigte und Bewohner. Das Publikum hörte gerne zu, holte sich zu den stündlichen Präsentationen Snacks oder frische Smoothies. Zwischendurch sorgten die „Stylez & Skillz Crew“ (Breakdance), die „Impro-Aktiv-Werkstatt“ (Improvisationstheater), die „Handis“, Bauchtänzerinnen und die „Blech Drum Band“ für Farbtupfer.

Auch Teilhabe durch Arbeit funktioniert nicht ohne Gemeinschaft. Wie kann man Arbeit aufteilen und gestalten, also an Fähigkeiten anpassen? Dazu stellten die Beschäftigten ihre Arbeitsinhalte selbst vor. Auf der Wiese hinter der Remise verblüffte der Grüne Bereich mit seiner Palette an Arbeiten. Der Zaun- und Gatterbau gehört ebenso dazu wie die Pflege von Kunstrasen oder die Herstellung von Kaminholz. Kisten in allen Größen fertigt die Betriebsstätte Settel und zeigte das eindrucksvoll. Menschen mit Behinderung aus der Montage und Verpackung, der Kraftfahrzeugwerkstatt, Elektro- oder Textilabteilung berichteten interessierten Besuchern.

In der technisierten Arbeitswelt werden eigene, vermeintlich einfache Produkte wie die Anzünder K-Lumet und Lukeo wichtiger. Sie bieten abgestufte, partnerschaftliche Arbeitsabläufe, die auch schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen einbinden. Wie das geht, war auch zu sehen. Und natürlich war der Tisch auf dem „Marktplatz“ variantenreich gedeckt, während kleine Besucher Spaß beim Luftballonzauberer, Kinderschminken oder Bewegungsparcours hatten. Wer es etwas ruhiger mochte, ließ sich vom Samocca-Team Kaffee und Erdbeer-kuchen im Fachwerkhaus servieren.

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