Krokodiltheater spielt auf Haus Marck
Charme reißt das Publikum mit

Tecklenburg -

Die Open-Air-Aufführung des Krokodiltheater sorgte für gute Laune im Publikum. Das durfte helfen, einen Goldfisch, eine Ziege und eine Gans auf den Gipfel eines Berges zu führen. Das Stück „Gans weit oben“ fanden auch die Zuschauer ganz weit oben.

Sonntag, 14.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 13:02 Uhr
Das Krokodiltheater bot mit dem Stück „Gans weit oben“ beste Familienunterhaltung auf Haus Marck. Dabei war auch der Rat des Publikums gefragt, um die vielen Probleme auf den Weg zum Gipfel lösen zu können.
Das Krokodiltheater bot mit dem Stück „Gans weit oben“ beste Familienunterhaltung auf Haus Marck. Dabei war auch der Rat des Publikums gefragt, um die vielen Probleme auf den Weg zum Gipfel lösen zu können. Foto: Axel Engels

In der Remise des Wasserschloss Haus Marck, der von Freifrau von Diepenbrock als Spielstätte „übergebenen“ neuen Heimat des Krokodiltheaters, waren am Samstagnachmittag ganz viele kleine und große Theaterfreunde begeistert von der liebevoll inszenierten Geschichte einer fantastischen Bergtour. Mit „Gans weit oben“ sorgten Hendrikje Winter und Babette Winter schon im Vorjahr im Park des Schlosses für Furore und auch in der Remise gelang es diesem mitreißendem Stück, seinen ganzen Charme zu entfalten.

Wie bekommt man nun einen Goldfisch, einen Ganter und eine Ziege auf den Gipfel eines Berges, zumal das Goldfischglas ja viel zu schwer ist für solch eine schweißtreibende Wandertour?

Bei solch ungewöhnlicher Frage galt es gemeinsam mit dem Publikum die Antwort zu finden und so durften die kleinen und großen Theaterfreunde ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Da wurde aus einem Band im Handumdrehen eine Seilbahn. Der Ausflug von Hendrikje Winter und Babette Winter in den Rollen der beiden Urbayerinnen Franzi und Emilia war aber auch ein köstlich unterhaltsames Unterfangen. Urwüchsig in ungebremstem Tatendrang wusste Franzi die luftigen Höhen zu erklimmen, während die an Wellness ohne Bewegung interessierte Emilia lieber auf dem Leiterwagen niederließ. Die beiden sympathischen Akteurinnen warfen sich die humoristisch eingefärbten Stichworte ganz virtuos zu, fühlte man sich bei solch lebendiger Spielweise sofort in die Welt vom Alpengrün und Enzian, von den eisigen Bergseen und einsamen Almhütten versetzt.

„Ganz weit oben, da will ich hin. Wo der Himmel auf die Erde prallt, der Adler sich in Felsen krallt“ – für diese zum Mitsingen animierenden Lieder reichten den beiden Künstlerinnen ihre ausdrucksstarken Stimmen sowie ein Akkordeon. Das lockerte die Geschichte auf, das Publikum durfte natürlich mitmachen.

Was sich an diesem Tag unterhalb und auf dem Gipfel abspielte, war bestes Familientheater, bei dem sich jeder Besucher einbezogen fühlte. Da gab es neben einer spontanen Teezeremonie im Goldfischglas einen seeerfahrenen Ganter als blinden Passagier. Jede Menge Leihgeschenke wurden zwischen Franzi und Emilia verteilt und wenn dann ein Herr aus dem Publikum das Bild vom Gipfel in die Höhe hielt, war die Idylle perfekt. Auf dem Weg nach oben erlebte man zusammen mit Franzi und Emilia die ungewöhnlichsten Abenteuer, ließ sich bei solch direkter Spielwiese sofort verzaubern. Zum Glück half dann die Bergziege Fräulein Bertram, damit der Ausflug in die mit Leiterwagen, Tuch und Bild geschaffene Bergwelt nicht zu einem Fiasko wurde. Vom Jodelkurs mit Echo-Imitation aus dem Publikum bis zu Bergsteigerweisheiten erlebte man eine jederzeit für überraschende Wendungen gute Geschichte. Mit „Gans weit oben“ haben die brillanten Hendrikje Winter und Babette Winter vom Krokodiltheater einmal mehr gezeigt, das Familientheater zur Königsdisziplin gehört – und die beherrschen sie bis in das kleinste Detail eben perfekt.

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