Ein Herz für Hummeln, Schmetterlinge und Co.
Korn für Korn zum Blüten-Paradies

Tecklenburg-Leeden -

Wenn Manfred Müller in seinen Garten blickt, gerät er ins Schwärmen. So wie die Insekten, die sich auf den Blüten von Hunderten von Zinnien tummeln, um Nektar zu sammeln. „Ich setze mich gerne hin und schaue mir das Treiben an“, sagt der 78-Jährige.

Donnerstag, 01.08.2019, 06:28 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 06:30 Uhr
Ein Distelfalter hat sich auf einer Zinnie niedergelassen. Dieser Schmetterling ist ein Wanderfalter, der jährlich aus Südeuropa und Afrika einfliegt.
Ein Distelfalter hat sich auf einer Zinnie niedergelassen. Dieser Schmetterling ist ein Wanderfalter, der jährlich aus Südeuropa und Afrika einfliegt. Foto: Michael Baar

Diese Mußestunden lassen ihn die Arbeit vergessen, die er mit den farbenfrohen Sommerblumen gehabt hat. Bis zum bunten Gartenbild ist es ein langer Weg. „Die Zinnien habe ich alle aus einzelnen Körnern gezogen“, erzählt der Leedener. Sechs Anzuchtkästen nutzt er dafür. In jeden passen 106 der kleinen Körner, berichtet er. Wenn die Keimlinge herangewachsen sind, muss seine Frau Irmgard mit anpacken. „Ich hab´s in den Knien“, erläutert er seine Zurückhaltung beim Setzen der Pflanzen in den Garten. Die 75-Jährige lacht. „Das mache ich doch gerne.“

Seit sechs oder sieben Jahren – da sind sich die beiden nicht ganz sicher – gehört ein Teil ihres Gartens den Blumen. „Wir haben früher auch Astern gepflanzt“, berichtet sie. Doch die als klassische Herbstblumen            geltenden Gewächse hatten einen entscheidenden „Nachteil“: „Auf die Zinnien haben sich viel mehr Insekten und Schmetterlinge gesetzt“, hat das Ehepaar beobachtet und deshalb die Astern aus dem Blumenbeet verbannt.

Ein Blick auf die Farbenpracht gibt ihnen recht. Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte, Hummeln lassen sich bedächtig nieder und nehmen den Nektar auf. Dass sie dabei auch die Blumen bestäuben, ist an den kleinen gelben Tupfern auf ihrem „Pelz“ zu sehen. Und dann sind da noch jede Menge Bienen, die sich am reich gedeckten Blütentisch bedienen.

Das Beet, auf dem die Zinnien gepflanzt werden, wechselt jährlich. Manfred Müller setzt auf einen Drei-Jahres-Rhythmus, bevor die Blumen wieder an gleicher Stelle wachsen. Schließlich braucht das Ehepaar den Garten auch noch für den Gemüseanbau. „Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln, Möhren, rote Beete und Gurken“, zählen sie ihr Sortiment auf. Alles wird ohne Einsatz von Spritzmitteln aufgezogen.

„Früher war der ganze Garten nur für Gemüse“, erinnert sich der Hausherr. Aber irgendwann sei das zu viel geworden. „Das muss ja schließlich auch gegessen werden.“ Auch jetzt ist die Ernte noch reichlich. „Unsere Nachbarn freuen sich, wenn sie mal Gurken oder Bohnen erhalten“, berichtet Irmgard Müller. Auch das gehört für die beiden zu einer intakten Nachbarschaft.

Insekten-Paradies in Leeden

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  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller. Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar
  • Ein Bilder-Streifzug durch die Zinnienbeete bei Manfred und Irmgard Müller.

    Foto: Michael Baar

Welche Insekten sich im Einzelnen auf den Blüten am Nektar bedienen – Manfred Müller weiß es nicht. „Ich kenne die Insekten und Schmetterlinge nicht alle“, räumt er ein. Allerdings sind ihm schon ein paar besondere „Tischgäste“ aufgefallen: „Im Frühjahr waren Tagpfauenaugen und Kolibrifalter hier.“

Noch genießt das Ehepaar die Blütenpracht im Garten. Im Herbst ist dann wieder Arbeit angesagt. Nicht nur bei der Gemüse-Ernte. „Die Zinnien bilden ganz schöne Wurzelballen. Die aus dem Boden zu holen ist nicht so einfach“, stellt der 78-Jährige fest. Aber mit Blick auf den nächsten Sommer ist das eine Arbeit, die er gerne in Kauf nimmt. Schließlich soll auch im nächsten Jahr wieder das „Insekten-Paradies“ seine Blüten öffnen.

 

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