Weinprobe mit Natalie Lumpp
Geballtes Wissen charmant kredenzt

Tecklenburg -

Geballtes Wissen rund um den Wein, amüsant verpackt und charmant kredenzt: Die Sommelière Natalie Lumpp versteht nicht nur etwas von edlen Tropfen, sondern auch von der hohen Kunst, trockene Fakten unterhaltsam zu verpacken. Im Kulturhaus fand sie am Donnerstagabend ein ebenso interessiertes wie begeistertes Publikum. Gemeinsam mit drei Winzern präsentierte sie zehn Weine, die heute und am Sonntag unter anderem auf dem Weinfest angeboten werden.

Freitag, 30.08.2019, 19:00 Uhr
Natalie Lumpp trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Darüber freuten sich (von links) Wilhelm Kienemann, Jörg und Felix Holdenried, Stefan Streit, Klaus Schäfer und Henrik Schweder.
Natalie Lumpp trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Darüber freuten sich (von links) Wilhelm Kienemann, Jörg und Felix Holdenried, Stefan Streit, Klaus Schäfer und Henrik Schweder. Foto: Ruth Jacobus

„Bacchus rief zum 30. Mal“, hatte VWG-Vorsitzender Wilhelm Kienemann zuvor die Gäste begrüßt. Denn zum 30. Mal veranstaltet die Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft das Weinfest . Zu der Probe am Donnerstag hatte die VWG mit Natalie Lumpp nicht nur Deutschlands bekannteste Sommelière eingeladen, sondern auch eine Frau, deren Herz an Tecklenburg hängt. „Es ist unglaublich schön, wieder hier zu sein“, freute sie sich. In ihrer Kindheit hat sie stets ihre Sommerferien in Tecklenburg verbracht. Ihr Vater, Opernsänger Walter Hoffmann, hat Jahrzehnte auf der Freilichtbühne mitgewirkt. „Es gab keinen, der den Tevje so bringen konnte“, erinnerte Wilhelm Kienemann an Aufführungen von „Anatevka“.

Doch an diesem Abend ging es nicht um Musik, sondern um „Food, Love & Wine“. Das ist nicht nur der Titel ihres neuen Buches, sondern das seien auch „die drei schönsten Dinge im Leben“, befand die Weinfachfrau. Gemeinsam mit den Winzern Henrik Schweder (Pfalz), Klaus Schäfer (Nahe) sowie Jörg und Felix Holdenried (Rheinhessen) lud sie zum Probieren von Riesling und Scheurebe, Burgunder und Sauvignac, Chardonnay, Spätburgunder und Muskateller ein. Baguette, Schinken, Wurst und Käse sowie zum Abschluss süße Köstlichkeiten, alles serviert vom Café Rabbel, machten das kulinarische Vergnügen perfekt.

Mit Spannung erwartet wurde der Tecklenburger Wein, der rote „Regent“ – und der schmeckte überraschend gut. „Eine ordentliche Restsüße“ bescheinigte ihm Natalie Lumpp. Während die Besucher an den kleinen Gläschen nippten, erzählte sie von deutschen Winzern, die in Frankreich berühmte Champaner-Dynastien gegründet haben, dass weltweit im Vatikan mit 67 Litern der meiste Wein pro Kopf und Jahr getrunken wird und dass in Deutschland der Trend zu leichten Weinen geht.

Entspannt plauderte sie mit Klaus Schäfer über den Riesling von der Nahe, mit Felix Holdenried über die Scheurebe und mit Henrik Schweder über Sekt und Secco. Dass der Winzer daraufhin mit einem Säbel eine Flasche köpfte, sorgte für Erheiterung im Publikum.

Natürlich war auch das Wetter Thema für Fachsimpeleien. Im Normalfall wurzeln Reben rund fünf Meter tief und kommen so an Feuchtigkeit. Das größere Problem ist in diesem Jahr der Sonnenbrand, berichtete Jörg Holdenried. Bei den hochsommerlichen Temperaturen wären ihm zehn Grad Celsius weniger lieber gewesen.

Was allen Winzern am Herzen liegt, ist die Nachhaltigkeit. „Jeder muss mit der Natur arbeiten. Die Böden sind in einem Top-Zustand“, versicherte Henrik Schweder. Schließlich wolle man, dass auch noch weitere Generationen Wein anbauen können.

Mit einem Gelben Muskateller, einer der ältesten Rebsorten der Welt, endete die äußerst unterhaltsame Weinprobe. Wilhelm Kienemann entließ die zahlreichen Besucher in die laue Sommernacht – aber nicht, ohne zuvor den vielen Mitstreitern und Helfern von der VWG zu danken. „Die Mannschaft hält zusammen“, konstatierte er nach dem gelungenen Abend.

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