31. Leinen- und Handwerkermarkt
Leidenschaft für alte Techniken

Tecklenburg -

Handwerklich Erzeugtes hat jeder zu Hause. Sei es ein massives Sitzmöbel, eine dekorative Tonschale oder eine fein eingefasste Decke mit Spitze. Wie solche Stücke hergestellt werden, kann der Laie oft nur erahnen. Einen Einblick in zahlreiche handwerkliche Fähigkeiten bekamen Besucher am Wochenende beim 31. Leinen- und Handwerkermarkt, zu dem die Tecklenburg Touristik in die Altstadt eingeladen hatte. Das Wetter machte es den Ausstellern wie auch den Gästen allerdings zeitweise schwer.

Sonntag, 08.09.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 17:00 Uhr
Handwerkliches und Selbstgemachtes in Hülle und Fülle bot sich den Besuchern beim Bummel durch die Tecklenburger Altstadt.
Handwerkliches und Selbstgemachtes in Hülle und Fülle bot sich den Besuchern beim Bummel durch die Tecklenburger Altstadt. Foto: Anne Reinker

Solch ein großes Angebot an Stoffen aus Leinen findet man wohl sonst auf keinem Markt in der Umgebung. Darum wunderte es nicht, dass diese Stände gut frequentiert waren. „Ich mag den Leinenstoff“, sagte Marie-Theres Wehner , die zwei Tücher am Stand von Renate und Wolfgang Werbing kaufte. „Die sind gerade für das Abtrocknen von Gläsern ideal“, freute sich die Everswinkelerin, nun zwei Exemplare mehr zur Verfügung zu haben.

31. Leinen- und Handwerkermarkt

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Und Renate Werbing war begeistert, dass ihr Leinen wieder so gut gefragt war. Zumal sie und ihr Mann zum letzten Mal mit ihren Webwaren auf dem Markt vertreten waren. „Wir haben das immer gerne gemacht“, sagte sie. „Aber jetzt ist gut, wir gehen in Rente.“ Über das Leinen konnte sie viel erzählen. „Früher gab es nichts Anderes, da wurde der Stoff auch im Badezimmer genutzt.“ Warum der Stoff häufig rot eingefärbt ist? „Der blaue Farbstoff Indigo war damals viel teurer als der rote“, erzählte sie.

Das auch die Legge als ehemalige Leinenprüfanstalt in das Marktgeschehen eingebunden war, ist eine Selbstverständlichkeit. Die lange Tradition der Leinenverarbeitung wurde hier deutlich. Einige Frauen des Kreativkreises vom Geschichts- und Heimatverein (GHV) und der Spinn- und Webgemeinschaft des Heimatvereins Leeden ließen zudem ihre Spinnräder laufen.

Mit Leidenschaft dabei war auch Dirk Wenselowski, der die Armlehen eines alten Sessels mit Palmfasern verstärkte. „Ich zeige damit, dass es auch ohne Schaumstoff und Kleber geht“, sagte er. Der Arbeitsaufwand sei natürlich größer, der Sessel dafür aber mit natürlichen Materialien gepolstert und haltbarer. Und die Sitzflächen füllte er mit Rosshaar auf. Ein Hit in seinem Angebot waren die Kissen, vor allem für Freilichtbühnen bestens geeignet. „Die haben wir extra für Tecklenburg gemacht“, warb Dirk Wenselowski. Vor der Sitzfläche hat der Polsterer eine Tasche für eine Getränkeflasche eingearbeitet. „Oder für Schokolade“, meinte eine Besucherin, die mit zwei Freundinnen den Markt besuchte.

Über die Schulter schauen war auch bei Jens Schulte-Uebbing möglich, der seit der ersten Stunde des Leinen- und Handwerkermarkt dabei ist. Dass man beim Arbeiten zuschauen darf, bringe „interessierte Leute“, meinte er.

So allerhand fand sich an Handwerklichem an den Ständen: Schmuck, bunte Kleidungsstücke aus Strick und Stoff, Holzspielzeug, floristische Gebinde und Dekorationen wie auch kugelige Dufthölzer waren zu bewundern und zu kaufen. Auch die Herstellung von Lebensmitteln kann zum Handwerk gehören. Zumindest beim Honig ist es so. Hedwig Dziallach bot Liköre, Seifen und natürlich Honig an. „Der französische Lavendelhonig geht immer“, berichtete sie aus Erfahrung. Zumal er sonst kaum noch angeboten wird, da er einer der teuersten ist, sagte Dziallach. „Das intensive Lavendelaroma ist es, was die Leute begeistert.“

So hatte der diesjährige Leinen- und Handwerkermarkt eine ganz Fülle von selbstgemachten Waren zu bieten – ob daheim in der Küche, in der Werkstatt oder in der Weberei hergestellt.

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