Ausschuss berät über Änderungen bei Burggraf-Plänen
Investor speckt Pläne ab

Tecklenburg -

Rückschritt bei den Planungen für den neuen Burggrafen: In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses stellte Projektentwickler Georg Sprenger am Dienstag drei Änderungswünsche vor. So will der Investor erstens auf die Tiefgarage und zweitens auf den Bau des sogenannten Kulturgangs verzichten. Eine weitere Änderung betrifft das Appartementhaus, das neben dem Hotel entstehen soll.

Mittwoch, 18.09.2019, 18:04 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 18:10 Uhr
Ohne Tiefgarage und ohne Kulturgang: Der Bauausschuss hat sich am Dienstag mit Änderungswünschen des Investors befasst, der den Burggrafen abreißen und an der Stelle ein Hotel errichten will.
Ohne Tiefgarage und ohne Kulturgang: Der Bauausschuss hat sich am Dienstag mit Änderungswünschen des Investors befasst, der den Burggrafen abreißen und an der Stelle ein Hotel errichten will. Foto: Katja Niemeyer

Aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen kamen Vorbehalte, während die CDU weitere Informationen über die abgespeckten Pläne einforderte. Was Stefan Streit zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für das Projekt veranlasste. Der Bürgermeister sprach von einer „tollen Perspektive“ und betonte, dass sich das Vorhaben „nicht wesentlich“ geändert habe gegenüber dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Hotel Burggraf“, dem der Ausschuss Ende Januar zugestimmt hatte.

Jens Böhm, Vorstandssprecher von MBN Bau aus Georgsmarienhütte, hatte damals wie berichtet angekündigt, dass die Pläne noch so weit optimiert würden, dass im Mai dieses Jahres der Bauantrag gestellt werden könne. Davon ist das Vorhaben jetzt wieder weit entfernt.

Stefan Lehmann, Stadtplaner beim Ingenieurbüro Tovar, erläuterte, dass die geänderten Passagen der Pläne noch offen gelegt werden müssten. Dies sei allerdings kein Problem, weil es sich ohnehin um ein schwebendes Verfahren handele. Projektentwickler Sprenger machte deutlich, dass die Änderungen notwendig seien, „um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden“. Hintergrund seien „wirtschaftliche Überlegungen“. Der Hotelbetreiber würde ohnehin ein „gewisses Risiko“ eingehen, das man nicht noch vergrößern wolle. Die Wirtschaftlichkeit, erläuterte Sprenger, „fängt erst ab einem gewissen Auslastungsgrad an“.

Der Projektentwickler betonte aber auch, dass die MBN Bau als Investor weiterhin von dem Standort überzeugt sei. Er hatte den Ausschussmitgliedern eingangs die Änderungswünsche erläutert. Auf die Tiefgarage im zweiten und dritten Untergeschoss soll demnach vor allem aus Kostengründen verzichtet werden. Im Gegenzug sollen nunmehr die Parkplätze am Burgberg „optimiert“ werden, so dass im Ergebnis knapp 100 Stellflächen entstehen könnten.

Aus Kosten-Nutzen-Überlegegungen soll auch der rund 50 Meter lange Gang zwischen Hotel und Kulturhaus aus den Plänen gestrichen werden. Letzteres könne alternativ mit einem kleinen Fahrzeug mit Essen und Getränken vom Hotel beliefert werden. Davon abgesehen stelle sich die Frage, wie häufig der Gang überhaupt von Gästen genutzt würde.

Die Frage nach einer realistischen Auslastung der Pensionswohnungen in dem Haus, das neben dem Hotel errichtet werden soll, führte letztendlich auch dazu, diese aus dem Konzept zu streichen. Die Appartements hätten ebenfalls vom Burggrafen betrieben werden sollen. Nun soll das Haus ausschließlich aus Eigentumwohnungen bestehen. Bei den interessierten Betreibern seien erhebliche Zweifel aufgekommen, ob die Belegung der Pensionswohnungen, die normalerweise jeweils mindestens fünf Tage vermietet werden würden, ausreiche, um eine solche Investition zu rechtfertigen. Weshalb man sich schlussendlich dagegen entschieden habe.

Sprenger berichtete, dass der modifizierte Entwurf das Ergebnis zahlreicher Gespräche sei, die Vertreter des Investors in den vergangenen Monaten mit zuletzt zwei potenziellen Betreibern geführt hätten, die den Burggrafen jeweils als Tourismus- und Tagungshotel führen wollten.

Bürgermeister Streit, der die Fraktionsvorsitzenden bereits im Vorfeld über den neuen Sachstand informiert hatte, versuchte den Ausschussmitgliedern zu erklären, dass es zunächst lediglich darum gehe, zuzustimmen, dass der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan nochmals geändert werden. Details habe die Verwaltung in der Sitzung nicht präsentieren können, weil die beauftragten Architekturbüros die Entwürfe noch nicht entsprechend überarbeitet hätten. Diese würden aber demnächst zur Abstimmung gestellt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Egbert Friedrich hatte das Fehlen konkreter Inhalte moniert. Angelika Buck-Netkowski, die für die SPD als sachkundige Bürgerin im Ausschuss sitzt, äußerte derweil Verständnis: „Ein Projekt wie dieses hat Prozesscharakter. Da ist es selbstverständlich, dass es zu Änderungen kommt. Das ist beim Bau eines Einfamilienhauses auch nicht anders.“

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