Kneipp-Neubau: Ausschreibung läuft
Kalte Güsse neben dem Freibad

Tecklenburg -

Die Planungen für den Bau einer zweiten Kneipp-Anlage nehmen konkrete Formen an. Der für das Vorhaben zuständige Architekt Timo Bardelmeier hat die Ausschreibungen auf den Weg gebracht. Geplant ist ein eingeschossiges Flachdachgebäude, das auf dem Gelände des Waldfreibads errichtet werden soll. Ein weiterer Badbetrieb ist erforderlich, um die Voraussetzungen für die Anerkennung als Kneipp-Kurort weiterhin zu erfüllen.

Samstag, 28.09.2019, 14:38 Uhr
Der Entwurf für das neue Kneipp-Zentrum sieht ein eingeschossiges Gebäude mit einer Fassade aus Lärchenholz vor.
Der Entwurf für das neue Kneipp-Zentrum sieht ein eingeschossiges Gebäude mit einer Fassade aus Lärchenholz vor. Foto: Architekt Timo Bardelmeier

Die Entwürfe sehen ein rund 250 Quadratmeter großes Gebäude mit einer Außenfassade aus Lärchenholz vor. Darin entstehen Räume für die Kneipp-Einrichtungen und für Kurse, Umkleidekabinen, eine Duschanlage mit behindertengerechtem WC, eine Lehrküche, ein Ruheraum sowie ein Therapieraum. Betreiber wird die Tecklenburger Physiotherapieeinrichtung „Vi­thera“. Geplant ist, die Technik des Gebäudes an das Waldfreibad anzuschließen, wie Bardelmeier auf Nachfrage erläutert. Außenanlagen auf dem mehrere Tausend Quadratmeter großen Gelände, das der Stadt gehört, seien derzeit nicht in Planung.

Die Standortsuche hatte sich schwieriger gestaltet als erwartet. Zu den Auflagen der Bezirksregierung Münster gehört, dass sich die Anlage innerhalb der Kurgebiets-Grenze befinden muss.

Der Neubau ist längst überfällig: Die Bezirksregierung, die prüft, ob die Bedingungen für den Titel noch erfüllt sind, hatte bereits sehr viel Geduld bewiesen. Seit nunmehr 20 Jahren wartet sie darauf, dass die Stadt zusätzlich zu der Anlage in der Klinik Tecklenburger Land ein weiteres Angebot schafft.

Im Juli 2017 machte die Stadt Nägel mit Köpfen. Der Stadtrat stimmte einem Neubau zu. Im August des selben Jahres machte sich eine Kommission, bestehend aus Vertretern der Bezirksregierung und des Landesfachbeirats für Kurorte und Heilquellen, vor Ort ein Bild der vorhandenen Anlagen.

Im Haushalt eingestellt sind rund 450 000 Euro. Ob das reicht, bleibt abzuwarten. Die Baupreise sind auf Rekordniveau. Baubeginn soll möglichst noch in diesem Jahr sein, sagt Bardelmeier. Der Titel sichert der Stadt einen jährlichen Zuschuss von bis zu 40 000 Euro.

Wilhelm Kienemann vom Kneipp-Verein kündigt an, dass die neue Anlage der Anfang sein soll für eine Weiterentwicklung der Stadt als Kneipp-Kurort. Details nannte er nicht. Ein Mitarbeiter der „Vithera“-Praxis habe eine Weiterbildung zur Kneipp-Fachkraft in Bad Wörishofen absolviert. Das neue Kneipp-Zentrum umfasst eine hydrotherapeutische Abteilung mit Wassertretbecken sowie jeweils zwei Arm- und Fußbecken für Wechselbäder.

20 Jahre ist es her, dass Tecklenburg als erster und bislang einziger Kneipp-Kurort im Münsterland anerkannt wurde. Bundesweit tragen 55 Kommunen diesen Titel – von Bad Bergzabern bis Willingen. Der nächste Ort, in dem die kalten Güsse nach der Methode, die Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert entwickelt hat, genossen werden können, ist Bad Iburg.

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