Tecklenburger Kostbarkeiten
Beeindruckendes Konzert im Zeichen des Friedens

Tecklenburg -

Interkulturell und Konfessionen verbindend – das Friedenskonzert im Rahmen der 5. Tecklenburger Kostbarkeiten bot am Samstag den vielen Besuchern einen Raum der Ruhe und Besinnung. Dabei standen alle Beiträge im Zeichen des Friedens, im gelebten Miteinander der Kulturen.

Sonntag, 06.10.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 17:18 Uhr
Mit dem Tenor Jens Zumbült (links) und dem Violinisten Matthias Reuland hatte Ulrike Lausberg ganz versierte Musiker an ihrer Seite.
Mit dem Tenor Jens Zumbült (links) und dem Violinisten Matthias Reuland hatte Ulrike Lausberg ganz versierte Musiker an ihrer Seite. Foto: Axel Engels

Interkulturell und Konfessionen verbindend – das Friedenskonzert im Rahmen der 5. Tecklenburger Kostbarkeiten bot am Samstag den vielen Besuchern einen Raum der Ruhe und Besinnung. Dabei standen alle Beiträge im Zeichen des Friedens, im gelebten Miteinander der Kulturen. Ulrike Lausberg hatte als hauptverantwortliche Projektleiterin ein facettenreiches Programm zusammengestellt, bei dem der Blick in die Vergangenheit ging, sich mit Problemen der Gegenwart beschäftigte und auch zukünftigen Visionen einen Raum bot.

Vom barocken Musikgenuss spannte sich der Bogen über traditionell türkische und indische Musikwelten, wurde man durch die Worte des großen Pazifisten Mahatma Gandhi tief bewegt. Die von jungen Schülerinnen und Schülern des Graf-Adolf-Gymnasium geschriebenen Texte boten einen tiefen Einblick in das Denken und Fühlen dieser Generation. Das Konzert in der evangelischen Stadtkirche fand dann auch eine große Resonanz, nur wenige Bänke waren frei geblieben.

Den musikalischen Anfang machte dem verbindenden Ansatz folgend ein überaus passendes Werk. Bert Koelewin hatte sich dem 4. Satz aus der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens angenommen, das Thema mit Variationen für Orgel bearbeitet. Ulrike Lausberg wusste das bekannte „Alle Menschen werden Brüder“ in seiner mit irischen Elementen durchzogenen ersten Variation mit zarter Registrierung erklingen zu lassen und betonte in der zweiten Variation mit größerem Klang den choralartigen Charakter.

Der viel gereiste Georg Friedrich Händel hat in seinem Schaffen die gewonnenen Eindrücke in eine ganz eigene Musiksprache einfließen lassen. So war sein „Die ihr aus dunklen Grüften den eitlen Mammon grabt“ für Tenor, Violine und Orgel natürlich ebenso passend bei einem gleichsam verbindenden Friedensbegriff. Mit dem Tenor Jens Zumbült und dem Violinisten Matthias Reuland hatte Ulrike Lausberg versierte Musiker zur Seite, die in einem natürlichen Dialog dem Inhalt jenseits des reinen Notentextes ein lebendiges und inspirierendes Gewand verliehen. Mit ausdrucksstarker und warm timbrierter Stimme erhoben sich die Melodien bei „Eile, mich Gott, zu erreichen“ von Heinrich Schütz über den filigranen Orgelklängen. In den rein instrumentalen Sätzen der „Sonate D-Dur“ von Georg Friedrich Händel genoss man das innige Musizieren von Matthias Reuland und Ulrike Lausberg.

Das Friedenskonzert hielt noch weitere musikalische Kostbarkeiten bereit. Eugen Chrost hatte sich von der gegenwärtigen politischen Farce auf der britischen Insel zu der Komposition „Brexit“ für Harfe und Gesang inspirieren lassen, und auch Norbert Ammermann wusste mit seiner Paraphrase über „Nun bitten wir den heiligen Geist“ für Sitar das Publikum zu fesseln. Wenn dann noch der junge Halili Cevis an der Saz türkische Lieder spielte, war der Kultur verbindende Ansatz eindrucksvoll verwirklicht.

Aber auch literarisch bot dieser Nachmittag viel Stoff zum Nachdenken. Angelika Grohnfeldt hatte mit dem „Friedensgebet von Coventry“ sowie den „Worten von Mahatma Gandhi“ ihre ganze Kunst der Rezitation aufgezeigt, da war man von solchen Worten tief bewegt. Auch die jüngeren Literaten konnten die Herzen der Besucher mit ihren selbst geschriebenen Texten sofort erreichen. Gedanken zum Frieden hatten sich die Projektgruppe Friedenskonzert und der Philosophiekurs gemacht, wussten die jungen Literaten gleich in vier Sprachen diesen Gedanken ein inniges Gewand zu geben. Bei „Frieden mit sich und Anderen“ zeigte der Kurs Deutsch die persönlichen Auffassungen zum Friedensbegriff.

Solch ein besonderes Konzert wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

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