Am Hotel „Burggraf“ werden Einfluglöcher verfüllt
Kein Quartier für Fledermäuse

Tecklenburg -

Warum nicht in ein Hotel ziehen, statt auf einem alten Dachbalken zu nächtigen? Noch dazu kostenlos. Jahrelang haben Fledermäuse das leer stehende Hotel „Burggraf“ als Quartier genutzt. Hineinzukommen war für sie nicht schwer. Kaputte Fenster boten ebenso Einflugmöglichkeiten wie Löcher im Gemäuer. Damit sich die nachtaktiven Tiere nicht erneut ein Winterquartier in dem Gebäude suchen, wurden nun Gegenmaßnahmen ergriffen.

Donnerstag, 10.10.2019, 21:00 Uhr
In luftiger Höhe werden die Löcher in der Fassade verschlossen. An kaputten Fenstern und Türen werden Holzbretter angebracht.
In luftiger Höhe werden die Löcher in der Fassade verschlossen. An kaputten Fenstern und Türen werden Holzbretter angebracht. Foto: Ruth Jacobus

Das Wichtigste vorweg: Es geht nicht darum, die Fledermäuse generell aus dem Gebiet zu vertreiben. Für sie sind bereits im vergangenen Sommer rund 30 Nistkästen als Ersatzquartiere angebracht worden. Auch Kulturhaus und Kreishaus haben „freie Zimmer“ für die Tiere bekommen. Außerdem gibt es geeignete, höhlenreiche Bäume. Der Grund für die Arbeiten am Hotel „Burggraf“: Es soll abgerissen werden – und das wäre, wenn denn dort noch Fledermäuse ihr Quartier haben, erst im nächsten Herbst möglich.

Gestern ist damit begonnen worden, das Gebäude komplett zuzumachen. Soll heißen: Rundherum, wo Türen und Fenster zerborsten sind, werden Holzbretter angebracht. Löcher in der Fassade werden verfüllt. Allerdings erst nach genauer Kontrolle. Ein Naturschutz-Fachmann untersuchte die möglichen Einfluglöcher. War er sicher, dass sich dort keine Fledermaus mehr befindet, wurde verfüllt. Ansonsten kam ein Rohr in die Öffnung, das es den Fledermäusen ermöglicht, hinauszufliegen, aber nicht, wieder hineinzugelangen. Stück für Stück wurde die Fassade gestern so bearbeitet. Heute gehen die Arbeiten weiter.

Fledermäuse nutzen das Hotel nicht nur als Winterquartier, etwa bis März, sondern danach auch einige Wochen lang als Kinderstube. Ab Anfang November beginnt dann der Winterschlaf. „Nur in der Phase dazwischen kann das Hotel abgerissen werden“, erläutert im Gespräch mit dieser Zeitung Bernd Pieper, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen. Es gehe darum, das Zeitfenster zu verlängern.

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