Übernachtungszahlen Thema im Ausschuss
Ohne Klinik kein Kneipp-Kurort

Tecklenburg -

Die Übernachtungszahlen sind „top“ und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher in Tecklenburg „sehr, sehr gut“. Bürgermeister Stefan Streit freute sich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Kultur und Touristik. Obwohl: Die Gesamtzahl der Besucher ist in den Jahren 2018 und 2019 rückläufig gewesen. Dafür gibt es Gründe.

Montag, 14.10.2019, 20:00 Uhr
Die schmalen Straßen mit den geschichtsträchtigen Fachwerkhäusern sorgen für das besondere Ambiente des Städtchens, das viele Besucher anlockt.
Die schmalen Straßen mit den geschichtsträchtigen Fachwerkhäusern sorgen für das besondere Ambiente des Städtchens, das viele Besucher anlockt. Foto: Ruth Jacobus

So ist für 2018 zu berücksichtigen, dass von den insgesamt 533 angebotenen Stellplätzen auf Campingplätzen nur 33 zur Verfügung standen. Das Regenbogencamp sei über den kompletten Winter bis einschließlich März 2019 geschlossen gewesen. Gerade bei den ausländischen Übernachtungsgästen, speziell aus den Niederlanden, sei deshalb die Zahl zurückgegangen, hat die Verwaltung festgestellt.

Was den Kommunalpolitikern etwas Sorge bereitet, ist ein weiter Grund für die gesunkenen Zahlen. Es gebe Einbrüche bei der Klinik Tecklenburger Land, erläuterte der Bürgermeister. Auch deren Übernachtungsgäste fließen in die Statistik mit ein. Ursache seien die rückläufigen Zuweisungen der Krankenkassen.

„Die Klinik ist für uns ganz wichtig. Ohne sie gäbe es den Kneipp-Kurort nicht“, konstatierte Dietbert Lipka (SPD) und bat, zu überlegen, wie die Stadt die Klinik unterstützen könne.

Vor sechs Jahren sei die Klinik mit Unterstützung der Stadt erweitert worden, erinnerte Streit . Als ein Problem nannte er, dass die Tecklenburger Klinik in Konkurrenz zu Häusern an der Ost- und Nordsee stehe. Man wolle aber weiter im Gespräch bleiben und außerdem die Zukunft des alten Bahnhofs im Auge behalten, der in Nachbarschaft zur Klinik liegt. „Was soll aus dem Areal am Fuß des Berges werden?“, fragte der Bürgermeister. Es solle versucht werden, die Akteure zusammenzubringen. „Wir wollen die Situation am Bahnhof auf Dauer so nicht hinnehmen.“

Egbert Friedrich (CDU) regte in diesem Zusammenhang an, die Beteiligten zu einem interfraktionellen Gespräch einzuladen.

Wer außerdem zu den Übernachtungszahlen beiträgt, ist die Jugendherberge. Diese werde in das Gestaltungskonzept Burgberg miteinbezogen. Unter anderem solle die Spielplatzsituation verbessert werden, kündigte Streit an.

Was auch nicht unmaßgeblich in die Statistik mit einfließt, ist die Freilichtbühne. „Mit 122 000 Besuchern ist sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, betonte Streit. In Gesprächen mit Fans habe er erfahren, dass einige von ihnen sogar mehrmals im Jahr zu einem Musical-Wochenende mit Übernachtung kämen. Manche würden sogar bis zu zehn Veranstaltungen besuchen. Das erstaunte selbst den Bürgermeister.

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