27-Jähriger steht wegen Körperverletzung vor Gericht
Von der Anklage bleibt nicht viel

Tecklenburg -

Von den drei Anklagevorwürfen der gefährlichen Körperverletzung, der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung und der Beleidigung gegen einen 27-Jährigen aus Tecklenburg blieb am Ende nicht mehr viel.

Dienstag, 15.10.2019, 21:00 Uhr
27-Jähriger steht wegen Körperverletzung vor Gericht: Von der Anklage bleibt nicht viel
(Symbolbild) Foto: dpa

Der Tritt des Angeklagten mit einem Arbeitsschuh in die Hacke des Geschädigten im November 2018 vor dem Wohnhaus der beiden Beteiligten sei lediglich „ein Bein stellen“ gewesen, um ihn zu Fall zu bringen, sagte der Zeuge am Freitag vor dem Amtsgericht Tecklenburg aus. Das Wegstoßen der Ehefrau des 26-Jährigen entpuppte sich ebenfalls „als weniger schlimm als angeklagt“, räumte die Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft ein.

Auf deren Antrag stellte das Gericht das Verfahren gegen den 27-Jährigen vorläufig ein. Er muss eine Geldauflage von 600 Euro an den Verein für Bewährungshilfe zahlen. Auch zu einem Antiaggressionstraining riet ihm der Richter auf Vorschlag des Bewährungshelfers, der insgesamt einen positiven Eindruck von dem Mann hat. Er reagiere allerdings in Auseinandersetzungen sehr emotional, führte er in dem Bericht aus, den der Richter vorlas.

Wohl auch aus nichtigem Anlass war es im November zu dem Streit zwischen den beiden Nachbarn gekommen, der in ein handfestes Gerangel ausartete. Inzwischen ist wieder Ruhe in dem Wohnhaus eingekehrt. Die Männer haben sich ausgesprochen und verstehen sich wieder. Weitere Vorfälle gab es seitdem nicht mehr.

„Ich möchte nicht, dass er wegen mir bestraft wird“, sagte der Zeuge vor Gericht. Die beiden Familien hätten in Syrien einen schlimmen Krieg erlebt. „Wir möchten hier in Frieden leben“, fuhr der junge Mann fort. Auch der Angeklagte machte deutlich, dass „alles wieder gut“ sei, seit sie sich ausgesprochen hätten.

Problematisch war, dass der Mann bis Dezember unter Bewährung steht. Das Amtsgericht Unna hatte ihn im November 2016 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt und die Strafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die ihm auferlegten 100 Sozialstunden hatte er umgehend abgearbeitet.

Der 27-Jährige darf die 600 Euro in sechs Raten abzahlen. Die Auflage war auch dem Verteidiger wichtig, damit es seinem Mandanten „ein bisschen wehtut und er merkt, dass er Mist gebaut hat“.

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