Löschzug Tecklenburg ist 100 Jahre alt
Von Großbränden verschont

Tecklenburg -

Am Freitag, 1. November, hat die Freiwillige Feuerwehr ihren nächsten Termin. Ihr steht dann aber kein Einsatz bevor, sondern ein Jubiläum. Der Löschzug feiert im Kulturhaus mit einem Festakt sein 100-jähriges Bestehen.

Dienstag, 29.10.2019, 21:00 Uhr
Die Kameradinnen und Kameraden des Löschzugs Tecklenburg.
Die Kameradinnen und Kameraden des Löschzugs Tecklenburg. Foto: Bernd Tuchen

Die Feuerwehr hat es nicht immer leicht bei ihren Einsätzen. So ist es auch schon einmal das Wetter, das ihr zu schaffen macht. Einen Extremfall gab es zum Beispiel am 31. Dezember 1968. Damals brannte das Obergeschoss eines Hauses am Weingarten. Vom alten Gerätehaus an der Schlossstraße machten sich die Kameraden mit ihren Fahrzeugen auf den Weg über die Brochterbecker Straße – Schnee und Eis behinderten sie dabei. An der Einsatzstelle froren zudem Schläuche und Armaturen ein. So extrem geht es aber nicht immer zu bei den Einsätzen. Durch regelmäßige Dienstabende und Übungen sind die Frauen und Männer des Tecklenburger Löschzuges umfassend ausgebildet und wissen mit Problemen umzugehen. Am Freitag, 1. November, haben sie den nächsten Termin. Ihnen steht dann aber kein Einsatz bevor, sondern ein Jubiläum. Der Löschzug feiert im Kulturhaus mit einem Festakt sein 100-jähriges Bestehen.

Ein Blick in die Geschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Tecklenburg keine organisierte Feuerwehr. Brannte es, halfen alle erwachsenen Bürger beim Löschen. Pfingsten 1903 beteiligten sich auch Ausflügler, als ein Blitz in den Dachstuhl der evangelischen Kirche eingeschlagen hatte. In Eimern wurde das Wasser herbeigeholt. „Der spätere Wehrführer Karl Prigge erstieg mit einer langen Leiter den Kirchturm und löschte mit dem in Eimern heraufgereichten Wasser den Brand. Ein größerer Schaden wurde damals vor allem durch den mutigen Einsatz eines Einzelnen abgewendet“, heißt es in der Chronik der Feuerwehr.

Nachdem aber 1904 in der Tischlerei Saatkamp am Markt ein Feuer ausgebrochen und sieben Häuser zerstört oder beschädigt worden waren, wurde über die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr nachgedacht. Aus finanziellen Gründen musste darauf zunächst verzichtet werden. 578 Goldmark wären nötig gewesen, Zuschüsse gab es nicht. Also musste eine Pflichtfeuerwehr her. „Dienstpflichtig in der Brandwehr ist jeder männliche Einwohner der Stadtgemeinde vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 50. Lebensjahre“, hieß es 1906, als das Ortsstatut erlassen wurde.

Am 11. Oktober 1919 wurde die Freiwillige Feuerwehr Tecklenburg gegründet. Rund 50 Bürger meldeten sich. An ein bis zwei Abenden sowie ab und zu auch an einem Sonntagmorgen wurde geübt. 1925 erhielt die Wehr ein Gerätehaus in der ehemaligen Rektoratsschule an der Schlossstraße. Der Alarm erging durch Hornsignale. Die erste Sirene wurde 1937 auf dem damaligen Amtsgebäude (später Schuhhaus Winkler) installiert.

Eine grundlegende Änderung gab es im Jahr 1975 mit der Gebietsreform. Die bis dahin selbstständigen Wehren der Gemeinden Brochterbeck, Ledde, Leeden und Tecklenburg wurden zu einer Feuerwehr mit vier Löschzügen zusammengelegt. Drei Jahre später ging für die Tecklenburger ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Sie konnte das neue Gerätehaus an der Pagenstraße beziehen.

Am 11. Oktober 1988 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Sie hat zurzeit 22 Mitglieder und ist damit ebenso stark wie die am 1. Februar 2016 gegründete Kinderfeuerwehr. Der Löschzug Tecklenburg hat aktuell 23 aktive Mitglieder.

„Von Großbränden ist die Stadt Tecklenburg seit Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr verschont geblieben“, ist in der Chronik nachzulesen. Dass es so bleibt, ist zu wünschen.

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