In das Waldfreibad muss investiert werden
Wasserfilter sind das Sorgenkind

Tecklenburg -

35 788 Wasserratten haben im Sommer das Waldfreibad besucht. „Es war eine sehr gute Saison“, freute sich Tilo Frömmel. Der kaufmännische Leiter der Bäder und Wasser GmbH (BWG) präsentierte am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss aktuelle Zahlen und den Wirtschaftsplan 2020.

Mittwoch, 30.10.2019, 21:00 Uhr
Das Waldfreibad aus der Vogelperspektive. Im Sommer hat es 35 788 Badegäste angelockt. Dazu hat nicht nur das schöne Wetter beigetragen, sondern auch die idyllische Lage.Foto: BWG
Das Waldfreibad aus der Vogelperspektive. Im Sommer hat es 35 788 Badegäste angelockt. Dazu hat nicht nur das schöne Wetter beigetragen, sondern auch die idyllische Lage.Foto: BWG

Der besucherstärkste Monat war der Juni mit 14 024, gefolgt vom Juli mit 11 036 Gästen. An einem heißen Sommertag Ende Juni kamen allein über 2000 Wasserratten. Das Waldfreibad ist beliebt. Es sei idyllisch gelegen, habe friedliche Besucher, Probleme wie in anderen Städten gebe es nicht, führte Frömmel aus. Positiv hob er das Hundeschwimmen zum Abschluss der Saison hervor. 563 Menschen und 265 Tiere seien gekommen. Nicht nur diese Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Förderverein durchgeführt, sondern auch Events wie die Saunanacht. Eine „sinnvolle Zusammenarbeit“ gebe es mit dem Verein, betonte Frömmel.

Er hatte aber nicht nur positive Nachrichten mitgebracht, sondern auch die Kunde, dass kräftig in das Waldfreibad investiert werden muss. Da wäre zunächst einmal die Heizungsanlage aus dem Jahr 1971. Die scheine zwar unverwüstlich zu sein und funktioniere noch, arbeite aber nicht effizient, erläuterte Frömmel. Nun stehe die Umstellung von L- auf H-Gas an. Was bei anderen Heizungen problemlos funktioniere, gehe hier nicht. Es gebe keine technische Möglichkeit. Aussage eines Fachmanns, der die Heizung unter die Lupe genommen hat: „So ein altes Schätzchen habe ich noch nie gesehen.“ Fakt ist jedenfalls: Ende 2020 hat die Anlage ausgedient.

Als Lösung nannte Frömmel einen Contracting-Vertrag. Vereinfacht heißt das: Die Stadtwerke Lengerich investieren in eine neue Heizung, die dann vom Nutzer gemietet beziehungsweise betrieben wird. Davon soll auch die Kneipp-Anlage profitieren, die am Waldfreibad errichtet wird.

Weiterer Kostenfaktor sind die beiden Wasserfilter. Das sei ein „Bauchschmerz-Thema“, so Frömmel. Man könnte es aber auch als Überraschungspaket bezeichnen, denn es ist bisher nicht gelungen, eine Öffnung zu schaffen, um in die Anlage hineinzuschauen. Im Waldfreibad gebe es zwar immer noch Top-Wasserwerte, aber „die Filter sind schon unheimlich lange im Betrieb“.

Nun soll eine Fachfirma beauftragt werden und die Filter untersuchen. Entweder reiche es aus, mit einem Sandstrahler zu arbeiten und das Filtermaterial zu erneuern. Das halte dann fünf Jahre. Oder aber „wir erschrecken über den Zustand und müssen sanieren“. In dem Fall halte die Anlage 30 Jahre. Die Kosten bezifferte Frömmel mit 120 000 Euro.

Und dann wäre da noch der Drei-Meter-Turm. Als „Reliquie aus der Gründerzeit“ bezeichnete Frömmel ihn. Im Sommer sei das Brett gerissen. „Wir mussten den Turm sperren.“ Die Instandsetzung inklusive Treppe statt Leiter und neuem Geländer werde 15 000 bis 20 000 Euro kosten.

Bei den Zahlen für 2020 gehe man im Waldfreibad von Erlösen in Höhe von 66 800 Euro aus. Dem gegenüber stehen Aufwände in Höhe von (geplant) 283 300 Euro. So bleibt nach Steuern für die Stadt ein Defizit von 157 457 Euro. Der Ausschuss stimmte der Planung zu.

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