Feuerwehr feiert 100-jähriges Bestehen
Großbrand löste Gründung aus

Tecklenburg -

Wir schreiben das Jahr 1904: In der Tischlerei Saatkamp bricht ein Feuer aus, die Flammen greifen schnell auf die umliegenden Häuser am Marktplatz über – ein großer Brand entsteht, der nur gelöscht werden kann, weil die Feuerwehren der Umgebung zur Hilfe eilen: Schlimmeres konnte verhindert werden. Der Brand war der Auslöser für die Gründung der Tecklenburger Feuerwehr.

Sonntag, 03.11.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:39 Uhr
Lange Gästeliste: Die Feuerwehr feierte zusammen mit einer französischen Delegation und Bürgermeister Stefan Streit im Kulturhaus ihr 100-jähriges Bestehen.
Lange Gästeliste: Die Feuerwehr feierte zusammen mit einer französischen Delegation und Bürgermeister Stefan Streit im Kulturhaus ihr 100-jähriges Bestehen. Foto: Luca Pals

Zuerst machte finanzielle Klammheit dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Am 1. Oktober 1919 war es dann aber so weit: 50 Bürger Tecklenburgs gründeten die Feuerwehr . Nun – 100 Jahre später – ist sie genauso zur Stelle, wenn es mal brennt, wie damals. Am Freitag wurde das Jubiläum mit einem Festakt im Kulturhaus groß zelebriert.

Und zu einem runden Geburtstag gehört natürlich auch eine lange Gäste-Liste. 200 waren der Einladung der Tecklenburger Brandbekämpfer gefolgt: Politiker aus dem Rat, Bürgermeister Stefan Streit , die Nachbarwehren aus Lengerich, Ibbenbüren und Ladbergen und viele weitere Mitstreiter der vergangenen Jahre. Natürlich nicht zu vergessen: die Delegation der Partnerfeuerwehr aus Chalonnes-de-Sur (Frankreich).

Während der Reden im offiziellen Teil wurden die Franzosen mehrmals herzlich begrüßt, über ihre Anwesenheit freuten sich alle im Raum. Die Übersetzung aus dem Deutschen bekamen die von weit her Gereisten, die seit 35 Jahren eine Partnerschaft mit Tecklenburg pflegen, durch Sally Brüning gleich mitgeliefert. Der Franzose Jérome Perrault gratulierte in seiner Rede zu „100 starken Jahren“, erinnerte an die allseits gut gepflegte Partnerschaft und beendete seine Rede mit einem feuchtfröhlichen „Prost.“

Zuvor begrüßte bereits Löschzugführer Andy Brockmann die zahlreichen Gäste. Große Reden wolle er nicht schwingen, vielmehr solle „heute richtig gefeiert werden.“ Auch er erinnerte an den Großbrand von 1904, eine Chronik mit den wichtigsten Ereignissen hing im Foyer.

Wehrführer Wieland Fortmeyer gratulierte zu einem „stolzen Jubiläum.“ Die Feuerwehr habe immer mit „vielen Veränderungen“ umgehen müssen. In all diesen Jahren seien auch viele „unangenehme Bilder in die Köpfe der Helfer“ gedrungen, vor allem die „sehr gute interkommunale Zusammenarbeit“ sei der Schlüssel zum Erfolg. Frei nach dem Motto: „Unsere Freizeit für ihre Sicherheit.“ Besonders stolz war er auf die Gründung der Kinderfeuerwehr. Diese war vor drei Jahren aufgebaut worden, zurzeit zählt sie – wie die Jugendfeuerwehr – 22 Mitglieder. „Die Jugend ist unsere Zukunft und für diese wird hier in Tecklenburg sehr viel gemacht“, lobte auch Manfred Kleine-Nieße vom Kreisfeuerwehrverband. Damit die Jugend weiter gefördert werden kann, stehen nun 500 Euro bereit. Detlef Dowidat von der Alten Pankgrafenvereinigung von 1381 zu Berlin by Wedding von der Panke überreichte seitens des Vereins die großzügige Spende.

Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier richtete Grüße von Landrat Dr. Klaus Effing aus und lobte: „Wir konnten in den letzten 100 Jahren alle Gefahren abwehren.“ 2019 seien vor allem Verkehrsunfälle – von denen einige tödlich endeten – und der Brand im Schwimmbad der Regenbogen-Ferienanlage große Herausforderungen gewesen.

Ein großes Lob erreichte die Anwesenden auch von Bürgermeister Stefan Streit: „Bei uns wird die Zusammenarbeit groß geschrieben. Wir in der Politik sind dafür zuständig, dass der technische Stand der Feuerwehr immer auf höchstem Niveau sein sollte. Daher freue ich mich, dass heute auch einige Ratsmitglieder gekommen sind.“

Am Rand des Geschehens, erzählte Richard Brockmann von der Tecklenburger Wehr, dass eine Frau Upmann aus Lengerich das alte Alarmhorn von damals an die Wehr überreicht habe. Auslöser war die Berichterstattung dieser Zeitung im Vorfeld des Jubiläums.

Im inoffiziellen Teil konnte dann so richtig gefeiert werden. DJ Neumann sorgte für allseits gute Stimmung, die gespendeten 100 Liter Bier setzten dem die Krone auf.

 

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