Schüler des Graf-Adolf-Gymnasiums und des Northgo Colege aus Noordwijk forschen gemeinsam
Verblüffende Ideen für Tecklenburg

Tecklenburg -

Vom Standfahrrad als Energiequelle und Lernmittel bis hin zum Kraftwerk, das den Fahrtwind von Autobahnen nutzt: Es waren verblüffende technische Ideen, die die Schüler entwickelt haben für ein Nachhaltigkeitskonzept der Stadt. Den Auftrag hatten sie von Bürgermeister Stefan Streit erhalten. Und der staunte nicht schlecht, als ihm die Ergebnisse präsentiert wurden. Erarbeitet haben sie Schüler des Graf-Adolf-Gymnasiums und des niederländischen Northgo Colege aus Noordwijk.

Dienstag, 19.11.2019, 22:00 Uhr
Bürgermeister Stefan Streit (9. von links) mit den jungen Forschern und ihren Lehrern.
Bürgermeister Stefan Streit (9. von links) mit den jungen Forschern und ihren Lehrern.

Die Oberstufen beider Schulen kooperieren im Mint-Exzellenz-Bereich. Hinzu kommt eine bilinguale Komponente: Die Kommunikation läuft englischsprachig. Unterstützt wurden die Schüler von den Lehrkräften Christian Pieper und Matthias Reineke sowie Marieke van der Klugt und Henk Bezemer.

Das Projekt verfolgt die Idee, Schülererkenntnisse der Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) innerhalb einer Forschungswoche für interessierte Klienten aus der Region nutzbar zu machen.

Stefan Streit wurde bei der Vorstellung der Projekte eine große inhaltliche Spannbreite an Projekten präsentiert. Spektakulär erschien die Idee, den Fahrtwind von Autobahnen für Energiegewinnung zu nutzen, da Tecklenburg im Fadenkreuz von A1 und A30 liegt. Ein innovativ gestaltetes Radwegenetz, das logistische und landschaftsarchitektonische Aspekte einbezog, wurde ebenso vorgestellt wie die chemisch-technische Entwicklung eines Methanol-Antriebs für Busse. Auch eine mögliche Nutzung des alten Tecklenburger Bahnhofs wurde in den Blick genommen im Rahmen von Ideen zur Reaktivierung der Bahnverbindung nach Ibbenbüren und Lengerich. Ein Modell zur Installation von Algenreaktoren zur Wärmegewinnung wurde vorgestellt, das auf öffentliche Gebäude – wie zum Beispiel das GAG – zugeschnitten wäre und von seiner Effektivität her sogar Privathaushalte mitversorgen könnte. Interessant für Tecklenburg als deutsch-niederländisches Radler-Eldorado könnte auch die Idee einer „Educational Loading Station“ sein, das eine gläserne Ladestation für Handys bereithielte, die gleichzeitig auch Raststation wäre und Wissen über Stromerzeugung vermitteln könnte.

Bürgermeister Streit lotete gemeinsam mit den jungen MINT-Forschern die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Projekte aus. Die Erfordernisse der technischen Ideen sollen später mit ökonomischen Aspekten und örtlichen Gegebenheiten sowie Eigentums- oder Nutzungsrechten abgeglichen werden.

Schulleiterin Evelyn Futterknecht, die die Bildungspartnerschaft mit dem Northgo College vor zwei Jahren initiiert hatte, freute sich über den innovationsfördernden internationalen Austausch, der das MINT-Profil mit dem Unesco-Profil des Schulprogramms auf herausragende Weise verknüpfe. Zudem werde eine bilinguale fächerübergreifende Projektarbeit unter Einbindung außerschulischer Auftraggeber ermöglicht. Sie ist sich sicher, dass man die eine oder andere Innovation bald in der Region erleben und nutzen können wird.

Bürgermeister Streit hob hervor, dass die Woche den jungen MINT-Forschern Gelegenheit gab, ihre Talente ganz konkret auf die Stadt Tecklenburg auszurichten mit Blick auf nachhaltige kleinstädtische Energiewirtschaft. Die schulische MINT-Forschung habe clevere Ideen für energiewirtschaftliche Nachhaltigkeit eingebracht – „erfreulicherweise mit den Visionen aus unserem Gymnasium und seinen Kooperationspartnern“.

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