Unternehmerfrühstück bei Eberhardt – die Ingenieure
Reise in die Welt der Technik

Tecklenburg -

Mit einem flammenden Appell beendete Thomas Eberhardt am Donnerstagmorgen das Unternehmerfrühstück. „Sagen sie es ihren Kindern, Nichten, Neffen, Enkelkindern“, forderte er die Besucher auf, für den Beruf des Ingenieurs zu werben. Das 2001 als Ein-Mann-Betrieb gegründete Unternehmen hat mittlerweile über 100 Mitarbeiter an acht Standorten und könnte noch mehr, vor allem Ingenieure, brauchen. Arbeit gibt es genug „für die nächsten 30 Jahre“. Wie vielseitig und interessant sie sein kann, das erfuhren die rund 40 Unternehmer in den Räumen von „Eberhardt – die Ingenieure“.

Donnerstag, 21.11.2019, 21:00 Uhr
Stefan Streit (links) und Thomas Eberhardt begrüßten die rund 40 Unternehmer (kleines Bild) zum Frühstück. Sie hörten interessiert zu, als Eberhardt über die Arbeitsschwerpunkte der Tecklenburger Firma berichtete.
Stefan Streit (links) und Thomas Eberhardt begrüßten die rund 40 Unternehmer (kleines Bild) zum Frühstück. Sie hörten interessiert zu, als Eberhardt über die Arbeitsschwerpunkte der Tecklenburger Firma berichtete. Foto: Ruth Jacobus

Thomas Eberhardt und Mitinhaber Thomas Oelje-klaus nahmen die interessierten Gäste des 14. Unternehmerfrühstücks der Stadt mit auf einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Ausflug in die Welt der Technik. Die Reise ging von der Leverkusener Brücke über die Norderelbbrücke in Hamburg und die Olympia-Ruderanlage in München bis hin zur Stahlproduktion in China – allesamt Einsatzorte der Tecklenburger Ingenieure.

Doch zunächst erinnerte Eberhard an die Anfänge des Unternehmens „in einer Ein-Mann-Bude“ als Architekt und Ingenieur im Hoch- und Brückenbau. 2006 wurde Thomas Oeljeklaus Mitinhaber. Beide haben das Abitur am Graf-Adolf-Gymnasium gemacht und gemeinsam studiert. 2009 ging das los, was Eberhardt als „Bieter-Krimi“ in Erinnerung geblieben ist. Der Wettbewerb, wer in das Gebäude des ehemaligen Kreisjugendamtes einziehen darf. Mitbewerber war Klaas & Kock. Intensiv und teils hitzig waren damals die Diskussionen in der Stadt darüber. Letztendlich bekam Eberhardt den Zuschlag. Das Gebäude, das zunächst als zu groß erschien, wurde schließlich zu klein. 2016 wurde der Anbau fertiggestellt, auch ein Gebäude an der Landrat-Schultz-Straße wird mitgenutzt. Von den mittlerweile gut 100 Mitarbeitern sind 70 am Standort Tecklenburg beschäftigt. Hinzu kommt mit Teos eine Tochter in Lengerich mit knapp 20 Mitarbeitern.

Einer der Schwerpunkte des Unternehmens ist die Bauwerksprüfung. Unter anderem werden Brücken auf Herz und Nieren geprüft. „Jeder Quadratzentimeter muss in Augenschein genommen werden, oben und unten, auch unter Wasser“, schilderte Eberhardt. Ingenieure, die gleichzeitig Berufstaucher sind, aber auch Kletterer sind dafür beschäftigt. Kein ungefährlicher Job, aber: „Bei uns ist noch nie jemand zu Schaden gekommen“. Mit der Bauwerksprüfung habe das Unternehmen angefangen und sich mittlerweile zu einem der größten Anbieter in Deutschland entwickelt. „Das ist sehr verantwortungsvolle Handarbeit“, erläuterte Eberhardt. Dabei seien das menschliche Auge und das Gehör durch keine Maschine zu ersetzen.

Auch an der berühmt-berüchtigten Leverkusener Brücke sind die Tecklenburger im Einsatz und begutachten sie. Außerdem überwachen sie vor Ort in China den Stahlbau für die neue Brücke. Die Teile werden nach Rotterdam verschifft und in der Nähe von Leverkusen zusammengeschweißt.

Qualitätssicherung, Stahl- und Maschinenbau, Straßenentwurf, Bauüberwachung Straßenbau, Straßenverkehrstechnik und Ingenieurbauwerke sowie Vermessung sind weitere Fachbereiche des Unternehmens, das auch im Westfalenland tätig ist – sei es der Lärmschutz an der A 33 bei Bielefeld oder Ausführungsplanung und Statik für die Exterheider Talbrücke. Und der Neubau der Brücke am Howesträßchen, wie Bürgermeister Stefan Streit schmunzelnd hinzufügte.

Viel Applaus gab es am Ende für Thomas Eberhardt. Und er entließ die Gäste nicht nur mit dem Appell, um Ingenieure zu werben („Wir nehmen auch Praktikanten und bieten Ferienjobs“), sondern auch mit dem Hinweis, wie existenziell wichtig der Breitbandausbau sei. Selbst das kleinste Unternehmen brauche das schnelle Internet.

Tecklenburg sei mit dem Ausbau führend in der Region, berichtete Streit. Das gelte auch für das Stadtgebiet. Aktuell werden Ekenhoff und Broekland angebunden. Die Bauarbeiten auf der Bahnhofstraße würden auch genutzt, um gleich Kabel mitzuverlegen.

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