Feuerwehr und Rettungsdienst auf Haus Hülshoff
Schüler atmen unbekannten Stoff ein

Tecklenburg -

Auf dem Areal des Gutshofes Haus Hülshoff ist es am Montagvormittag bei einer Aufräum-Aktion in einem Stallgebäude zu einem Gefahrstoffaustritt gekommen. Insgesamt zehn Personen – darunter Schüler – waren infolge des Vorfalls betroffen und mussten rettungsdienstlich betreut werden.

Montag, 25.11.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 25.11.2019, 21:58 Uhr
Rund 30 Einsatzkräfte waren längere Zeit vor Ort. Neben Mitgliedern der Feuerwehr waren auch Rettungsdienst und Notarzt im Einsatz.
Rund 30 Einsatzkräfte waren längere Zeit vor Ort. Neben Mitgliedern der Feuerwehr waren auch Rettungsdienst, Notarzt und ein Experte für Gefahrenstoffe im Einsatz. Foto: Jens Kleblat

Um 11.44 Uhr war der Notruf von dem Gutshof, der unter anderem als Projektstandort der Janusz-Korczak-Förderschule in Ibbenbüren unter dem Motto „anSchuB – Arbeiten und Lernen in Schule und Bauernhof“ genutzt und als solcher nach eigenen Angaben der Einrichtung mit zwei Förderschullehrkräften, einem angehenden Sozialpädagogen und einer Schulpsychologin des Kreises ausgestattet ist, bei der Kreisleitstelle in Rheine eingegangen.

Wie Tecklenburgs Wehrführer Wieland Fortmeyer vor Ort erklärte, sei es bei Aufräumarbeiten in einem alten Stallgebäude zu dem Vorfall gekommen. Die Schüler hätten den Raum für einen bevorstehenden Weihnachtsmarkt leerräumen sollen, dabei sei ein Gebinde mit etwas weniger als einem Liter einer zunächst unbekannten Flüssigkeit ausgetreten.

Geruch nach Buttersäure

Ähnlich dem Geruch von Buttersäure atmeten insgesamt zehn Personen den stark riechenden Stoff derart ein, dass aus dem anfänglichen Feuerwehreinsatz rasch ein Rettungsdiensteinsatz wurde. Neben einem Rettungshubschrauber und einem Rettungswagen wurden auch ein Leitender Notarzt aus Rheine und der Organisatorische Leiter des Kreisrettungsdienstes aus Steinfurt zur Einsatzstelle entsandt. Parallel zog die Feuerwehr einen Fachmann hinzu, um den Stoff näher zu analysieren.

"Franzosen-Öl" tritt aus

Fortmeyer selbst hatte dabei offenbar sofort den buchstäblich richtigen Riecher, sprach bereits früh davon, dass es sich möglicherweise um so genanntes Franzosen-Öl handeln könnte. Der für viele stark ekelhaft riechende und üblicherweise heute als Rohes Tieröl bezeichnete Stoff wird etwa in der Abwehr von Schädlingen und Insekten eingesetzt. 

Der hinzugezogene Fachmann bestätigte diesen ersten Verdacht schließlich und nannte die korrekte lateinische Bezeichnung: „Oleum animale foetidum crudum“. Der Stoff werde aus Schlachtabfällen gewonnen, nur aus bis zu zwei Prozent bestehe das Mittel aus giftigem und ätzendem Phenol.

Für die zehn Betroffenen konnte daher nach rund zwei Stunden Entwarnung gegeben werden. Alle Schüler kehrten noch am Montagmittag zu ihren Familien zurück, über starke Beschwerden habe zu dem niemand geklagt, wie Fortmeyer abschließend erklärte. Die Überreste des Gebindes sowie kontaminierte Gegenstände wurden vom Bauhof fachgerecht gesorgt.

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