Bürgerversammlung zum Baugebiet Sundernstraße
Fehlentscheidung oder Chance?

Tecklenburg-Ledde -

Auch wenn die Investoren von der Sucasa AG, Dirk Oliver und Kai Uwe Haller, das Wort „Parkplatzproblematik“ kaum noch hören können, haben sie versucht den Befürchtungen der Besucher der Bürgerversammlung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nach der detaillierten Vorstellung des Bauprojektes an der Sundernstraße, hatten die Anwesenden am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen und Kritik zu äußern.

Donnerstag, 09.01.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 16:12 Uhr
Zahlreiche Ledderaner waren ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um sich aus erster Hand zu informieren. Auf dem Podium saßen (von links) Stefan Streit, Hartmut Brackemeyer, Kai Uwe Haller, Dirk Oliver Haller und Hubert Venne.
Zahlreiche Ledderaner waren ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um sich aus erster Hand zu informieren. Auf dem Podium saßen (von links) Stefan Streit, Hartmut Brackemeyer, Kai Uwe Haller, Dirk Oliver Haller und Hubert Venne. Foto: Johanna Engel

Auch wenn die Investoren von der Sucasa AG , Dirk Oliver und Kai Uwe Haller, das Wort „Parkplatzproblematik“ kaum noch hören können, haben sie versucht, den Befürchtungen der Besucher der Bürgerversammlung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nach der detaillierten Vorstellung des Bauprojektes an der Sundernstraße, hatten die Anwesenden am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen und Kritik zu äußern.

Geplant sind sieben dreistöckige Häuser mit jeweils acht bis zehn Wohnungen. Entstehen werden vor allem 50 bis 70 Quadratmeter große Kleinwohnungen, die besonders für Alleinerziehende und Alleinstehende interessant sein können.

Bereits im Vorfeld hatte die Interessengemeinschaft Ledde (IGL) eine Petition mit 423 Unterschriften an Bürgermeister Stefan Streit übergeben, in der gefordert wird, dass das Bauprojekt auf ein angemessenes Maß reduziert wird. Was genau für angemessen gehalten wird, hat die IGL anschließend erklärt: Entweder es werden mindestens zwei Häuser weniger gebaut, oder aber die Geschosszahl wird auf zwei reduziert.

Außerdem, erläuterte Hubert Venne von der IGL, wünsche man sich, dass die Brüder Haller eine Wohnung für Geschäftsräume bereitstellen und so zur Verbesserung der dörflichen Infrastruktur beitragen. Natürlich sei klar, dass diese beiden Forderungen mit Gewinnverlusten verbunden wären. Doch Venne wies auch darauf hin, dass die direkten Nachbarn ebenfalls mit finanziellen Einbußen bei einem Wiederverkauf konfrontiert sein würden. Auch sei der IGL bewusst, dass die Investoren bereits wie geplant bauen können, dennoch hoffe er, dass die Anliegen der IGL ernst genommen werden.

Bei der Diskussion unterstützten die meisten Besucher die Bedenken der IGL. Gerade die Größe macht den meisten zu schaffen. Einer der direkten Anwohner lud die Entscheidungsträger zu sich in den Garten ein, um die „desaströse Fehlentscheidung“ mit eigenen Augen zu sehen. Die Gebäude wären bereits jetzt mit nur zwei gebauten Stockwerken „massiv zu groß“, sodass er keine Sonne mehr im Garten habe. Daraufhin entschuldigte sich Dirk Oliver Haller, einer der Investoren, und erklärte, dass er hoffe, dass die Situation ganz anders aussehen werde, wenn der Bewohner statt auf eine reine Betonwand auf eine verklinkerte Hauswand blicke.

Immer wieder wurde auch die Parkplatzsituation besprochen. Da es in Ledde keinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gibt, werden nicht nur die Bewohner ihr Auto irgendwo parken müssen, sondern auch die Besucher. „Man muss der Autoflut Herr werden“, brachte es eine Frau auf den Punkt. Auch gebe es kaum öffentliche Parkplätze im Dorf, weswegen man Sorge habe, dass die Straßen mit Autos „zugepflastert“ werden.

Auf der anderen Seite gab es auch Besucher der Versammlung, die sich positiv über das Projekt äußerten. Es wurde daran erinnert, dass zwar rund die Hälfte der Volljährigen aus Ledde die Petition unterschrieben haben, andere aber bewusst nicht. Außerdem wurden die Besucher aufgefordert, sich die anderen Objekte in Lienen, Dissen oder Westerhausen (Melle) einmal anzusehen, um sich eine Vorstellung von den Anlagen zu verschaffen. Denn diese würden in der Realität ganz anders wirken.

Aus Sicht von Bürgermeister Stefan Streit könnte der Bau der Wohnungen die Chance sein, Ledde an das regionale ÖPNV-Netz anzubinden. Die positive Bevölkerungsentwicklung könnte ein weiteres Argument gegenüber dem Kreis sein, um die Nachfrage zu beweisen. Des Weiteren sollte nicht vergessen werden, dass auch Tecklenburg etwas für den bezahlbaren Wohnungsbau tun müsse, gerade im Hinblick auf weiter steigende Mieten.

Auf die Frage, inwieweit man den Ledderanern entgegenkommen könnte, erklärte Dirk Oliver Haller, dass erst einmal mit dem Bau von zwei Häusern angefangen werde und man sich dann die Nachfrage nach den Wohnungen ansehe. Sei sie gering, würden auch nicht alle Häuser gebaut.

Auf der Wiese gegenüber der Sparkasse sollen 14 Wohnungen gebaut werden, diese allerdings nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert. Des Weiteren haben die Brüder Haller den Kindergarten Senfkorn erworben und wollen die Nutzfläche erweitern. Außerdem soll der Geräuschpegel im Gebäude durch neuen Schallschutz gesenkt werden.

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