Vortragsreihe des GHV
Spannende Reise in die Geschichte

Tecklenburg -

Historische Themen so aufbereiten, dass sie für jeden interessant sind, ist keine leichte Aufgabe. Groß ist die Gefahr, dass Veranstaltungen zu sehr ins Wissenschaftliche abdriften. Nicht so bei der öffentlichen Vortragsreihe des Geschichts- und Heimatvereins (GHV).

Dienstag, 14.01.2020, 21:00 Uhr
Frank Bosse, Dr. Alfred Wesselmann und Heinrich Pelle (von links) präsentieren das Programm der öffentlichen Vortragsreihe zur Geschichte der Grafschaft und des Kreises Tecklenburg.
Frank Bosse, Dr. Alfred Wesselmann und Heinrich Pelle (von links) präsentieren das Programm der öffentlichen Vortragsreihe zur Geschichte der Grafschaft und des Kreises Tecklenburg. Foto: Ruth Jacobus

Historische Themen so aufbereiten, dass sie für jeden interessant sind, ist keine leichte Aufgabe. Groß ist die Gefahr, dass Veranstaltungen zu sehr ins Wissenschaftliche abdriften. Nicht so bei der öffentlichen Vortragsreihe des Geschichts- und Heimatvereins (GHV). „Wir haben die Bodenhaftung nicht verloren“, sagt Heinrich Pelle . Man wolle auch diejenigen Zuhörer im Blick behalten, die nicht zu akademische Vorträge hören wollen. Das gelingt dem Verein Jahr für Jahr, wie die Besucherzahlen beweisen. Wissenschaftlich fundiert, informativ, aber gleichzeitig auch spannend und unterhaltsam sind die Veranstaltungen.

Pelle organisiert die Reihe gemeinsam mit Dr. Alfred Wesselmann . Unterstützt werden sie vom GHV-Vorsitzenden Frank Bosse. „Wir sind ein eingespieltes Team“, freut sich Wesselmann im Gespräch mit dieser Zeitung.

In diesem Jahr lautet das Thema „Wegmarken in der Geschichte der Grafschaft und des Kreises Tecklenburg“. Der Bogen spannt sich vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Sechs Vorträge sind vorgesehen.

Den Auftakt macht am Dienstag, 4. Februar, ein alter Bekannter: Dr. Christof Spannhoff aus Lienen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni Münster berichtet über die Entstehung der Grafschaft Tecklenburg. Auf der Grundlage neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse zeichnet er ein aktuelles Bild und wird dabei einige alte Zöpfe abschneiden, die immer noch durch die heimatgeschichtliche Literatur kursieren, die meist aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der Referent nehme seine Zuhörer mit auf eine spannende Reise zu den Ursprüngen der Region, versichern die Organisatoren.

Die Reform des Justizwesens im Jahr 1613 steht im Fokus eines Vortrags, den Dr. Florian Lebkücher am Dienstag, 31. März, hält. Der Jurist skizziert, wie hergebrachte Strukturen mit neuen Inhalten gefüllt wurden und er greift Parallelen zum heutigen Recht auf.

Sebastian Schröder (Uni Münster) wird am Dienstag, 19. Mai, erläutern, wie und warum die Tecklenburger zu Preußen wurden. Was heute Kopfschütteln hervorruft – US-Präsident Trump überlegte im vergangenen Jahr, Grönland zu kaufen – war in der Zeit vor 1800 ein durchaus gängiges Mittel des Herrschaftsausbaus: Preußens Könige erwarben in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Grafschaft Tecklenburg. Das hatte gravierende Folgen.

Der Historiker Dr. Armin Owzar ist Professor für Deutsche Geschichte an der Universität in Paris. Am 29. September reist er an, um über die Geschichte Tecklenburgs im Zeitalter der napoleonischen Kriege zu berichten. Binnen weniger Jahre kam es zu vielfältigen Neuordnungen und einschneidenden Eingriffen in den Alltag der Menschen.

Was ebenfalls zur Geschichte gehört, sind Hochzeitsbräuche als Spiegel ihrer Zeit und Sensor für gesellschaftliche Strömungen. Davon wird Dr. Andreas Eiynck aus Lingen am 13. Oktober berichten.

Wie ging es in Tecklenburg weiter nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945? Dr. Alfred Wesselmann wird sich am 3. November dieser Frage widmen. Neben der Bewältigung der materiellen Not bildete der allmähliche Aufbau eines demokratischen Gemeinwesens den unverzichtbaren Bestandteil des Neuanfangs nach 1945.

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Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Walther-Borgstette-Straße 5.

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