Studenten präsentieren Ideen für Gestaltung am Dodofelsen
Ein Platz voller Geheimnisse

Tecklenburg -

Der Dodofelsen ist nicht leicht zu finden. Er liegt etwa 100 Meter von der Bahnhofstraße entfernt an der Straße Am Himmelreich. Das Gelände rund um die Formation ist zugewachsen und verwildert. 15 Studenten von der Universität Osnabrück haben sich davon nicht abhalten lassen. Sie haben es unter die Lupe genommen und Ideen entwickelt, was sich aus dem Areal machen lässt. Die jungen Leute studieren im dritten Semester Landschaftsarchitektur. Dem Dodofelsen haben sie ihre Semesterarbeit gewidmet. Die Ergebnisse präsentierten sie am Dienstag im Kulturhaus.

Mittwoch, 22.01.2020, 20:00 Uhr
Hartmut Hellkötter (großes Bild, links) begrüßte über 40 interessierte Zuhörer im Kulturhaus. Sie wollten sich informieren über Gestaltungsmöglichkeiten rund um den Dodofelsen. Studenten aus Osnabrück präsentierten ihre Ideen.
Hartmut Hellkötter (großes Bild, links) begrüßte über 40 interessierte Zuhörer im Kulturhaus. Sie wollten sich informieren über Gestaltungsmöglichkeiten rund um den Dodofelsen. Studenten aus Osnabrück präsentierten ihre Ideen. Foto: Ruth Jacobus

Man habe sich Gedanken gemacht, wie der Bereich gestaltet werden könne. Es sei sinnvoll, fachkundigen Rat einzuholen, erläuterte Hartmut Hellkötter , Vorsitzender des Bürgerbündnisses. Es wurde Kontakt aufgenommen zu Professor Dirk Manzke und seinen Studenten. In sechs Kleingruppen haben sie Ideen entwickelt.

Der Dodofelsen sei von Geheimnissen umgeben, selbst Historiker stünden vor einem Rätsel, erläuterte Hellkötter. Gerade dieses Mystische wurde im ersten Entwurf aufgegriffen. Der Ort sei faszinierend, aber auch etwas bedrohlich, fanden die Studentinnen, die die Wildnis bewahren, aber trotzdem einen Veranstaltungsort schaffen wollen. Mit dem Dodofelsen als Herzstück wollen sie Dodo und seine Geliebte Paula, die laut einer Sage zu Stein geworden sind, zum Leben erwecken. „Es ist ein einmaliger Ort für Menschen, die eine besondere Atmosphäre suchen.“ Deshalb können sich die Studenten vorstellen, dass auf einer Plattform auf dem Felsen freie Trauungen oder Taufen abgehalten werden. Über Natursteintreppen könnte man einen Zugang schaffen und Platz für bis zu 25 Gäste auf einem Holzpodest.

„Tecks bunter Fleck“ hat die zweite Gruppe ihre Semesterarbeit überschrieben. Sie will das Geheimnisvolle des Ortes betonen, Strukturen ergänzen und den Landschaftsraum erhalten. Unter anderem soll ein lichter Raum zwischen einem Brombeerdickicht und dem Felsen in eine Wildblumenwiese umgewandelt werden. Vom Felsen habe man dann einen wunderbaren Überblick über den „bunten Fleck“.

Mit Licht möchte eine dritte Gruppe arbeiten. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Wildnis zu erhalten, bei den Menschen ein Bewusstsein für die Natur zu entwickeln und die Fantasie anzuregen. Leuchtende Augen sollen als Symbole integriert werden in Felsen und Baumstümpfe. Entlang der Pfade durch das Gelände sollen Lampen in Pilzform mit Bewegungsmeldern stehen, die nach und nach aufleuchten und den Weg weisen.

Den Raum durch Panorama-Perspektiven erlebbar zu machen, hat sich die vierte Gruppe zum Ziel gesetzt. Plattformen aus Stahl und Glas auf dem Felsen und im Bereich der Lichtung schweben den Studenten vor, verbunden durch Trampelpfade. Ansonsten soll auch in dieser Planung die Wildnis erhalten bleiben – aber mit Erlebniswert.

Einen besonderen Blick in die unberührte Wildnis und die Schönheit der Natur will die fünfte Gruppe gewähren. Einerseits gebe es sehr offene, lichtdurchflutete Räume, andere wiederum seien beengt, düster und geheimnisvoll, haben die Studenten entdeckt. Ins Zentrum des Areals möchten sie eine begehbare Glaskugel mit einem Durchmesser von acht Metern setzen, die den Blick nach außen um 180 Grad dreht und leicht verzerrt.

Abtauchen unter Bäumen nach dem Motto „Waldbaden“ sollen die Besucher des Geländes nach den Vorstellungen der sechsten Gruppe. Der Wald an sich soll nach ihren Vorstellungen die Attraktion sein und durch kleine Trampelpfade erschlossen werden, die, je weiter man geht, immer tiefer geführt werden. Zwölf Meter Höhenunterschied auf dem Gelände machen das möglich.

Viel Lob und Applaus gab es für die Studenten von über 40 interessierten Zuhörern, darunter Gisela und Hartwig von Diepenbroick-Grüter, Besitzer des Geländes. Ob die Ideen im „Wellental“ umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Man könne einzelne Elemente in die Umgestaltung des Kurparks einbeziehen, freute sich Bürgermeister Stefan Streit über die kreativen Vorschläge. „Es sind spannende Punkte mit dabei.“

„Ideen, die kühn und mutig sind“, sprach auch Hartmut Hellkötter den Studenten ein Kompliment aus. Die Darstellungen der jungen Fachleute sollen demnächst auf der Homepage des Bürgerbündnisses zu sehen sein.  

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