Landwirtschaft: Motoren verdrängen Pferde
Schlepper sind noch selten

Tecklenburger Land -

Heute sieht man sie nur noch bei Oldtimertreffen oder wenn Vereine wie die „Schwarze Wolke“ zu Ausfahrten einladen: die Schlepper aus den 1950er Jahren. Doch Hingucker und seltene Exemplare waren sie auch damals schon: 5, 7 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Tecklenburg benutzten im Mai 1953 Ackerschlepper.

Montag, 27.01.2020, 12:40 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 12:50 Uhr
Anfang der 1950er Jahre gab es im Kreis Tecklenburg nur wenige Schlepper, doch sie waren auf dem Vormarsch.
Anfang der 1950er Jahre gab es im Kreis Tecklenburg nur wenige Schlepper, doch sie waren auf dem Vormarsch.

Darüber berichtete damals diese Zeitung:

„Ohne den Schlepper würde die Landwirtschaft heute nicht mehr in der Lage sein, ihren Verpflichtungen der Allgemeinheit gegenüber nachzukommen. Der immer größer werdende Landarbeitermangel zwang die Landwirtschaft geradezu zur Umstellung auf den Motor. Darüber hinaus gilt allerdings der Schlepper als eines der wesentlichsten Merkmale für den Fortschritt in der Landwirtschaft. Dass sich diesem Fortschritt die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe keineswegs entziehen, beweist die letzte Erhebung über den Schlepperbestand im Frühjahr 1953. Um diese Zeit gab es im Bundesgebiet in der Betriebsgröße bis zu fünf Hektar bereits über 22 300 Schlepper gegenüber nur erst 5200 Maschinen im Jahre 1950. In den Betrieben von fünf bis zehn Hektar steigerte sich der Schlepperbestand in der gleichen Zeit von 7700 auf 51 800 Schlepper.

Im Mai 1953 benutzten bereits 5,7 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreisgebiet Tecklenburg Ackerschlepper, wobei von 430 Betrieben 439 betriebseigene Schlepper gehalten wurden und von 34 Betrieben außerdem 34 betriebseigene Ackerschlepper oder Bodenfräser. Aus finanzwirtschaftlichen Gründen benutzten damals noch 23 Betriebe in Gemeinschaft oder im Lohnunternehmerdienst einen Schlepper. Die Zahl der in Gemeinschaftsunternehmen gehaltenen Schlepper ist jedoch in allen Kreisgebieten im Vergleich zu den betriebseigenen Schleppern sehr gering. Die Schleppergemeinschaften werden übrigens sofort aufgelöst, sobald sich die Landwirte allein einen Schlepper leisten können. Soll nämlich ein Betrieb rationell bewirtschaftet werden, kann dies nur durch einen betriebseigenen Schlepper verwirklicht werden.

Wenn auch die Verwendung der Schlepper in der Landwirtschaft von vielen betriebswirtschaftlichen Faktoren abhängt, so erhöht der sinnvolle Einsatz von Schleppern zweifelsohne die Rentabilität der Landwirtschaft. Am besten haben die Tatsache erkannt in Nordrhein-Westfalen die Landwirte in dem Kreis Bergheim, wo über 49 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe bereits Schlepper benutzen, gefolgt von den Kreisen Jülich und Grevenbroich mit jeweils ebenfalls über 40 Prozent, bei einem Landesdurchschnitt von 14 Prozent je Kreisgebiet. Am geringsten ist der Schleppereinsatz im Landkreis Siegen bei nur zwei Prozent der Betriebe.

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