Gedenken an den Luftangriff
Den Getöteten ein Gesicht gegeben

Tecklenburg-Leeden -

Mit einer Kranzniederlegung, einem Gottesdienst und zwei Vorträgen erinnerten Leedener Vereine an den Luftangriff vor 75 Jahren. Über 50 Menschen kamen damals ums Leben.

Mittwoch, 12.02.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 18:06 Uhr
Der zweite Vorsitzende Markus Driemeier (links) und Vorsitzender Klaus Dölling (2. von rechts) begrüßten zur Gedenkveranstaltung im Leedener Stiftshof Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff (2. von links), Brigitte Jahnke und Martin Frauenheim.
Der zweite Vorsitzende Markus Driemeier (links) und Vorsitzender Klaus Dölling (2. von rechts) begrüßten zur Gedenkveranstaltung im Leedener Stiftshof Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff (2. von links), Brigitte Jahnke und Martin Frauenheim. Foto: Jörg Temme

75 Jahre ist es her, dass Leeden im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurde. Zu einer Gedenkveranstaltung hatte jetzt die Kameradschaft ehemaliger Soldaten gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde eingeladen. Wegen des Orkans „Sabine“ wurde die Kranzniederlegung, zu der alle Leedener Vereine und Institutionen aufgerufen hatten, in die Stiftskirche verlegt, heißt es in einem Bericht der Kameradschaft. Mehr als 150 Menschen nahmen am Gedenkgottesdienst teil, den Kirchen- und Posaunenchor einfühlsam mitgestalteten.

Pfarrerin Wortmann-Rott-hoff entzündete Kerzen für die mehr als 50 holländischen, russischen, ukrainischen, polnischen, spanischen und französischen Zwangsarbeiter, die in dieser Nacht ihr Leben ließen, ebenso wie zwei Feuerwehrleute und eine Lehrerin. Wenige historische Aufnahmen über einen Dia-Projektor zeigten die Zerstörung und machten das Grauen greifbar. Pfarrerin Wortmann- Rotthoff mahnte jeden und jede Einzelne, seine Kraft für das Gute und die Erhaltung des Friedens einzusetzen.

Zum anschließenden Vortrag im Stiftshof begrüßte der Vorsitzende der Kameradschaft, Klaus Dölling, im Stiftshof 130 Besucher sowie die Referenten Brigitte Jahnke und Martin Frauenheim. Letzterer berichtete ausführlich über britische Bomber und Bombentechnik. Eine Google Earth Karte stellte den Bomberflugweg, angelockt von der Zielbeleuchtung über Leeden, plastisch dar. Die Auswirkung der Bombardierung wurde in weiteren Bildern aufgezeigt.

Eine menschenverachtende Zeit

Zerstört wurden die Schule, die Gaststätte Schwermann, der alte Friedhof und zum großen Teil die Stiftskirche. Das Perfide war, dass einige Bomben mit Zeitzündern versehen waren und explodierten, als die Bewohner sich in Sicherheit fühlten. Deshalb gab es auch so viele Tote in Leeden. Hochriskant für die Bomberbesatzungen waren diese nächtlichen Angriffe auch, mit hohen Verlusten an Mensch und Material.

Brigitte Jahnke referierte über die Opfer in Leeden, und schilderte die Situation der zu Tode gekommenen Zwangsarbeiter und Dorfbewohner. Der Blick auf Herkunft und Arbeitseinsatz zeigte nur zu deutlich, dass diese Menschen nur als Material und Mittel zum Zweck dienten. Eine wirklich dunkle und menschenverachtende Zeit, auch in Leeden und Umgebung unter der Naziherrschaft, heißt es im Bericht der Kameradschaft. Viele Mitbürger wüssten auch nicht dass auf dem Leedener Friedhof ein Massengrab existiert, das mit einem großen Gedenkstein mit Inschriften versehen ist. Dort sind die Opfer des Bombenangriffs begraben. Brigitte Jahnke gab mit ihrem Vortrag den getöteten Zwangsarbeitern und Dorfbewohnern ein Gesicht.

Im Anschluss an den Vortrag wurden Fragen Interessierter beantwortet. Wer wollte, konnte noch bei Kaffee und diversen Kaltgetränken im Stiftshof verweilen.

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