Beschilderung an der Rosenstraße ist weg
Zu schmal für Fußgänger und Radler

Tecklenburg-Leeden -

Jahrelang hingen an der Rosenstraße die Schilder, die auf den Geh- und Radweg neben der Fahrbahn hinwiesen. Jetzt sind sie verschwunden. Grund ist nach Angaben der Stadtverwaltung eine Änderung der Straßenverkehrsordnung.

Montag, 02.03.2020, 06:24 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 17:42 Uhr
Weder für den Fußweg links der Rosenstraße noch für das Gegenstück auf der anderen Straßenseite gibt es momentan eine Ausschilderung, nicht mal als Gehweg.
Weder für den Fußweg links der Rosenstraße noch für das Gegenstück auf der anderen Straßenseite gibt es momentan eine Ausschilderung, nicht mal als Gehweg. Foto: Michael Baar

Wo sind sie geblieben, die Schilder, die auf den Geh- und Radweg entlang der Rosenstraße hingewiesen haben? Weder an der Einmündung in die Natrup-Hagener-Straße noch am anderen Ende in Höhe der Einmündung Stift sind sie zu sehen. Mit einer entsprechenden Anfragen aus Reihen der Ratsmitglieder ist die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung konfrontiert worden.

„Der Grund, dass die Schilder entfernt worden sind, liegt in einer Änderung der Straßenverkehrsordnung“, erläutert Annegret Büstrin auf Nachfrage dieser Zeitung. Ob und, wenn ja, welche Schilder dort wieder installiert werden können, vermag die Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Soziales in der Stadtverwaltung nicht zu sagen. Dazu sei die Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde erforderlich. Entsprechende Gespräche würden geführt.

Ob wieder Schilder aufgestellt werden, ist offen

Aufmerksam geworden ist die Verwaltung auf die Demontage der Schilder durch Hinweise von Bürgern. „Wir haben mehrfach auch mit ihnen zusammengesessen und das Thema diskutiert“, berichtet Bürgermeister Stefan Streit im Gespräch mit der Redaktion. Ein Ergebnis gebe es noch nicht.

Ursache dafür, dass die blauen Schilder mit weißen Piktogrammen entfernt wurden, ist tatsächlich eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Die liegt allerdings schon über ein Jahr zurück. Betroffen sind viele Kommunen im Land.

Der Grund, dass die Schilder entfernt worden sind, liegt in einer Änderung der Straßenverkehrsordnung.

Annegret Büstrin, Leiterin Fachbereich Ordnung und Soziales

Der Gesetzgeber hat mit der Änderung die Vorgabe gemacht, dass bei Aufstellen der entsprechenden Verkehrszeichen Geh- und Radweg sichtbar getrennt sein müssen. Gekoppelt damit ist die Verfügung an die Kommunen, an Stellen, wo das nicht der Fall ist, entsprechende Schilder zu demontieren. Wie an der Rosenstraße geschehen. Dort steht an der östlichen Seite ein asphaltierter Weg, zum Großteil durch einen schmalen Gebüschstreifen von der Fahrbahn getrennt, für Fußgänger zur Verfügung. Radfahrer haben diesen Abschnitt ebenfalls genutzt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein gepflasterter Gehweg – durch einen Rasenstreifen von der Fahrbahn getrennt – vorhanden.

Sind sich vorher Radfahrer und Fußgänger auf diesen beiden, gut einen Meter breiten Wegeführungen mehr oder weniger nahe gekommen, ist jetzt Schluss damit. Gibt es keine Schilder, müssen Radfahrer die Straße benutzen. So die eindeutige Vorgabe in der überarbeiteten Straßenverkehrsordnung.

Eindeutige Vorgaben für Beschilderung in der Straßenverkehrsordnung

Nur wenn das Verkehrszeichen 237 (rundes Schild mit weißem Fahrrad auf blauem Grund) aufgestellt ist, haben Fahrradfahrer nicht nur die Erlaubnis, sondern die Pflicht, diese gekennzeichneten Wegeführungen zu benutzen. Die runden Verkehrszeichen 240 (Fußgänger- über Fahrrad-Piktogramm, getrennt durch eine Linie) und 241 (Fußgänger- neben Fahrrad-Piktogramm, getrennt durch eine Linie) dürfen nur noch verwendet werden, wenn auf diesen Abschnitten ausreichend Flächen für Fußgänger zur Verfügung stehen.

Dass Verkehrsunfälle bei der Änderung der Straßenverkehrsordnung eine Rolle gespielt haben, ist nicht auszuschließen. So sind im vergangenen Jahr auf dem Geh-/Radweg an der Kattenvenner Straße in Ladbergen zwei Fahrradfahrer im Begegnungsverkehr zusammengerasselt.

In Sachen Rosenstraße wollen die Fraktionen im Stadtrat am 10. März einen gemeinsamen Antrag im Haupt- und Finanzausschuss einbringen. Eine Vorlage gibt es noch nicht, an der wird offenbar noch gearbeitet.

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