Corona: Ledder Werkstätten machen ab Donnerstag Betriebsurlaub
Eine besondere Herausforderung

Tecklenburg-Ledde -

Die Ledder Werkstätten machen ab Donnerstag Betriebsurlaub – eine wichtige Maßnahme als Schutz vor dem Coronavirus.

Dienstag, 17.03.2020, 20:32 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 17:00 Uhr
Die Ledder Werkstätten machen ab Donnerstag Betriebsurlaub. Zum Schutz aller Beschäftigten sollen die vielfältigen sozialen Kontakte minimiert werden.
Die Ledder Werkstätten machen ab Donnerstag Betriebsurlaub. Zum Schutz aller Beschäftigten sollen die vielfältigen sozialen Kontakte minimiert werden. Foto: Ruth Jacobus

Wie gehen die Ledder Werkstätten mit dem Coronavirus und der Gefahr für ihre Beschäftigten um, die unter einer besonderen Schutzbedürftigkeit stehen? Konsequent: Ab Donnerstag, 19. März, bis zum 27. März machen die Werkstätten Betriebsurlaub. Das kündigten Geschäftsführer Ralf Hagemeier und der kaufmännische Leiter Horst Dölling im Gespräch mit dieser Zeitung an. Die Mitarbeiter aus den Tätigkeitsfeldern Werkstatt und den therapeutischen Angeboten werden die Betreuung in den Wohnbereichen unterstützen und die Lebensqualität der Menschen mit Behinderung zusätzlich absichern. Das wird durch besondere Einsatzpläne realisiert.

„Die Ledder Werkstätten zählen als Einrichtung der Eingliederungshilfe zum Kreis der sogenannten Daseinsvorsorge im sozialen Sektor. Mit der Aufgabe, die Lebenssituation von Personengruppen mit besonderer Schutzbedürftigkeit zu sichern, stehen auch die Ledder Werkstätten aktuell vor einer erheblichen Herausforderung. Dabei möchten wir alles tun, um die Lebensqualität der Menschen mit Behinderung zu erhalten“, unterstreicht Hagemeier.

Deshalb hat die Leitung, neben den behördlichen Vorgaben zur Eindämmung der Infektionsverläufe des Coronavirus eine Vielzahl von zusätzlichen Maßnahmen und Schritten zum Schutz aller und insbesondere zur Gewährleistung der Versorgungsqualität der in den Wohnbereichen lebenden Menschen getroffen und eingeleitet. „Zusätzlich zu den behördlichen Verhaltensregelungen haben wir in den Ledder Werkstätten weitere Vorbereitungen eingeleitet und Planungen vorgenommen, um für die Herausforderungen der nächsten Zeit gewappnet zu sein“, schildert der Geschäftsführer.

Die Geschäftsleitung hat großen Respekt vor der Solidarität der Menschen mit Behinderung untereinander sowie vor der Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden.

Geschäftsführer Ralf Hagemeier

Am späten Montagnachmittag habe man die aktuelle Situation kurzfristig mit dem Werkstattrat und der Mitarbeitervertretung besprochen und eine gemeinsam getragene Vorgehensweise abgestimmt. „Mit den Mitwirkungsgremien konnte eine wichtige Vereinbarung zur Umsetzung einer Regelung zum Betriebsurlaub getroffen werden. Auf der Basis dieser großen Bereitschaft zur Solidarität konnte die Geschäftsführung notwendige Entscheidungen zur Wahrung der Sicherheit, zum Schutz aller und zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität für die Bewohner in den Wohnbereichen treffen.“ Durch die Entscheidung für einen Betriebsurlaub könne zum Schutz aller Beschäftigten und Bewohner eine Minimierung der vielfältigen sozialen Kontakte umgesetzt werden.

„Die Geschäftsleitung hat großen Respekt vor der Solidarität der Menschen mit Behinderung untereinander sowie vor der Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden. Beides ermöglicht es ihr, die in diesen gesamtgesellschaftlich herausfordernden Zeiten notwendigen Entscheidungen zu treffen und den Versorgungsauftrag fachlich fundiert weiterzuführen“, hält Hagemeier fest.

Neben den vielen Details zur Organisation sind im Kern folgende Maßnahmen zu benennen:

Es gelten die behördlichen Auflagen und Reglungen zum Betreten der Räume und zur Vermeidung von Sozialkontakten in allen Wohnbereichen. Bei Fragen dazu sollen sich die Angehörigen an die jeweilige Leitung wenden.

Zum Schutz der Bewohner und Beschäftigen wird die Begegnung in der Werkstatt für die Zeit vom 19. bis zum 27. März vermieden.

Zur Sicherung der umfangreichen Betreuungsaufgaben in den Wohnbereichen werden ergänzende Einsatzzeiten und Angebote durch zusätzliches Personal aus den anderen Bereichen umgesetzt.

Mit allen Behörden, Organisationen und Partnern im Umfeld stehen die Werkstätten in einem ständigen Informationsaustausch, um die aktuellen Entwicklungen umgehend berücksichtigen zu können.

Die Famano-Cafés in Lengerich und Ibbenbüren sowie das Visavis in Lengerich bleiben bis auf weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Der „LebensMittelpunkt“ in Leeden bleibt geöffnet.

„Die Geschäftsleitung bedankt sich bei den Menschen in den Ledder Werkstätten und den Familien für ihre große Bereitschaft zur Solidarität untereinander und dafür, dass sie ihren persönlichen Beitrag zur Lösung dieser gemeinschaftlichen Herausforderung leisten“, betont der Geschäftsführer.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7331680?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F
Nachrichten-Ticker