Praxis Leeden bietet Video-Sprechstunde an
Der Patient kann zu Hause bleiben

Tecklenburg-Leeden -

Soziale Kontakte sollen vermieden werden. Kein Händeschütteln, kein Kaffeeklatsch. Da kommt die Video-Sprechstunde gerade zur rechten Zeit, denn auch Ärzte und Patienten müssen vor dem Coronavirus geschützt werden.

Mittwoch, 18.03.2020, 19:53 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 15:36 Uhr
Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, bittet Birgit Schilling-Maßmann Patienten gebeten, nicht ohne vorherigen Anruf in die Praxis zu kommen.
Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, bittet Birgit Schilling-Maßmann Patienten gebeten, nicht ohne vorherigen Anruf in die Praxis zu kommen. Foto: Ruth Jacobus

Sie sollen Zeit und lange Anfahrtswege ersparen – doch in Zeiten des Coronavirus kommt noch ein weiterer Vorteil hinzu: Die Ansteckungsgefahr wird auf null minimiert. Gemeint sind Video-Sprechstunden von Ärzten. Die Hausarztpraxis in Leeden Schilling-Maßmann bietet diese an und hat positive Erfahrungen gemacht. „Die Patienten nehmen es als tollen Service an“, freut sich die Ärztin Dr. Birgit Schilling-Maßmann.

Wie es funktioniert? Praxis und Patient benötigen Smartphone oder Tablet/Laptop ) mit Kamera und Mikrofon sowie eine Internetverbindung. Die Praxis ist registriert bei einem anerkannten Medizin-Videodienstanbieter, der besondere Sicherheitsvorkehrungen erfüllt. Der Patient ruft beim Arzt an und erhält einen Termin für die Video-Sprechstunde sowie einen Einwahlcode. Patient und Arzt wählen sich zum vereinbarten Zeitpunkt ein und können sich sehen und sprechen.

Die Patienten nehmen es als tollen Service an.

Dr. Birgit Schilling-Maßmann

Bislang sind es vornehmlich jüngere Leute, die diese Art der Sprechstunde nutzen. „Bei 60, 65 Jahren liegt die Schallgrenze“, so die Erfahrung von Birgit Schilling-Maßmann. Man sehe durchaus auf dem Bildschirm, wenn jemand krank sei – trübe Augen oder eine rote Schnupfennase sind ebenso zu erkennen, wie der Heilungsprozess einer Wunde. Allerdings ist aktuell durch die hohe Nutzung des Internets dieser hervorragenden Methode manchmal eine Grenze gesetzt.

Was die Praxis bereits länger anbietet, ist die Rezeptbestellung per Whatsapp. Diese werde durchaus auch von Senioren genutzt. Das entlastet deutlich die Telefonanlage, die in den jetzigen Zeiten heiß glüht.

Wie vielen anderen Arztpraxen ist es der Praxis in Leeden äußerst wichtig, das Ansteckungsrisiko während der Corona-Pandemie so weit wie möglich zu reduzieren. Dafür haben die Leedener Ärzte einige Verhaltensabläufe definiert. So soll die Praxis nur aufgesucht werden, nachdem mit einem der Ärzte ein Termin telefonisch vereinbart wurde. Vor allem ältere und chronisch kranke Leute sollten zu Hause bleiben, sofern kein wirklich dringender Behandlungsbedarf besteht. Selbstverständlich werden akut Erkrankte weiterhin und zeitnah versorgt. „Wir kümmern uns telefonisch um dieses Klientel und wollen regelmäßig anrufen, da diese Situation doch einige Wochen anhalten könnte“ so die leitende Medizinische Fachangestellte (MFA) Michaela Stöhler.

Um das Praxisteam selbst vor Ansteckung zu schützen, ist es in zwei Unterteams aufgeteilt worden. Die Ärzte und MFA sind nicht zeitgleich in der Praxis. Der diensttuende Arzt trägt im Patientenkontakt selbstverständlich Schutzkleidung. Ein Kollege versieht reinen Telefon- und Videosprechstunden

„Wir stehen alle zum ersten Mal in solch einer Situation und müssen die Verhaltensregeln der Fachleute und Politiker sehr, sehr ernst nehmen. Dennoch rät die Leedenerin, mit Ruhe an die Sache heranzugehen. Hysterie und Hamsterkäufe nutzen niemandem. Ihr eindringlicher Appell: Bleiben Sie zuhause! Was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass Sie keine frische Luft schnappen sollten – denn das ist förderlich für die Gesundheit.

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