Coronavirus wirkt sich auf den Verein „Magi“ aus
Spendengelder brechen weg

Tecklenburg -

Der verein „Magi“ ist auf Spendengelder angewiesen. Doch die bleiben in Zeiten von Corona aus. Veranstaltungen wie Flohmärkte oder das Afrika-Festival, bei denen Geld für den Verein eingenommen wurde, sind allesamt abgesagt.

Freitag, 20.03.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 16:28 Uhr
Anja Hirschmann im Kreis der Mädchen, die von dem Verein „Magi“ betreut werden.
Anja Hirschmann im Kreis der Mädchen, die von dem Verein „Magi“ betreut werden. Foto: Magi

Wenn sich die Schulferien nähern, sitzt Anja Hirschmann quasi schon auf gepackten Koffern. Denn dann reist die Tecklenburgerin normalerweise ins afrikanische Malawi. Ende nächster Woche sollte es eigentlich wieder soweit sein für die Lehrerin, die in Niedersachsen unterrichtet. Der Coronavirus scheint ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen – auch wenn sie noch Hoffnung hat, zu ihren Mädchen fliegen zu können.

Anja Hirschmann und ihr Hilfsprojekt „Magi“ sind im Tecklenburger Land mittlerweile bekannt. Es sind vor allem Mädchen und junge Frauen, die davon profitieren. Ihnen wird in großer Not geholfen. Sie finden Aufnahme, bekommen Bildung und dadurch letztendlich die Möglichkeit, auf eigenen Beinen zu stehen.

Auch wenn sie derzeit noch nicht vor Ort ist, gibt es positive Nachrichten: Im Januar ist eine eigene Schule eröffnet worden, um unter anderem die vielen Kurzzeit-Pflegekinder unterrichten zu können. Diese würden an den anderen Schulen nicht aufgenommen.

Viele seien hochtraumatisiert, erzählt Anja Hirschmann. Jetzt sei ein zwölfjähriges Mädchen gekommen, das im fünften Monat schwanger ist. Nachbarn der Familie, in der sie gelebt habe, hätten das Kind zu „Magi“ gebracht. „Es lebt jetzt bei uns und kann zur Schule gehen“, freut sich Anja Hirschmann. Ein weiteres Beispiel, dass die Hilfe des Vereins „Magi“ bitter nötig ist: „Vor drei Wochen haben wir einen Säugling bekommen, der in eine Toilette geworfen worden ist. Nachbarn haben das Wimmern gehört und das Kind gerettet.“

Was neben der Schulbildung wichtig ist, ist unter anderem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. „Wir haben jetzt bereits den neunten Brunnen gebohrt“, berichtet die Tecklenburgerin. Im Bau ist ein Kindergarten. Außerdem soll ein kleiner Laden eröffnet werden. Die Verkaufserlöse sollen der Kinderspeisung zu Gute kommen. „Wir versorgen jeden Tag 200 Kinder“, nennt sie eine beeindruckende Zahl.

Gut, dass der Verein in Malawi großen Wert auf Selbstständigkeit legt. Mais, Gemüse und mehr kommen aus der eigenen Landwirtschaft. Strom wird produziert, das Wasser kommt aus den Brunnen. Beides muss so nicht bezahlt werden. Und die Gebäude, in denen die Kinder leben und unterrichtet werden, sind Eigentum. Es wird keine Miete fällig. „Das rettet uns heute den Kopf“, sagt Anja Hirschmann zur finanziellen Situation. Was aktuell fehlt, sind Spendengelder. „Die brechen uns weg.“ Schuld daran ist der Coronavirus. Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Afrika-Festival, bei denen Geld für den Verein eingenommen wurde, sind allesamt abgesagt. Deshalb hofft die Tecklenburgerin auf Spenden aus der Bevölkerung. Es sei ja nicht möglich, in ein Restaurant zu gehen. Das dadurch gesparte Geld könnte man doch auch den Kindern in Malawi zugute kommen lassen.

Spendenkonto: Kreissparkasse Steinfurt, IBAN DE 43 4035 1060 0073 1257 34, SWIF WELADED1STF. Weitere Informationen: www.magi-ev.de.

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