Schutzmaßnahmen in Apotheken
Geduldiges Warten vor der Tür

Tecklenburg-Brochterbeck -

Apotheken gehören zu den Geschäften, die noch geöffnet haben und müssen. Besondere Maßnahmen sollen Mitarbeiter und Kunden schützen.

Montag, 23.03.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 16:06 Uhr
Eine Glasscheibe soll für mehr Sicherheit sorgen. Das ist eine der Maßnahmen, die Elke Balkau zum Schutz der Patienten und der Mitarbeiter ergriffen hat.
Eine Glasscheibe soll für mehr Sicherheit sorgen. Das ist eine der Maßnahmen, die Elke Balkau zum Schutz der Patienten und der Mitarbeiter ergriffen hat. Foto: Ruth Jacobus

Elke Balkau und ihr Team können sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in der Conrad-Apotheke. Da ist es angesichts der Corona-Pandemie natürlich eine besondere Herausforderung, sich, die Mitarbeiter und die Kunden zu schützen. Unübersehbar steht im Eingangsbereich ein Spender mit Desinfektionsmittel. Jeder, der die Apotheke betritt, wird gebeten, ihn zu nutzen. Und es gibt weitere Maßnahmen.

Die Formel lautet zwei Mal zwei – und ist draußen vor der Tür auf einem Handzettel nachzulesen. Soll heißen: nur zwei Kunden dürfen sich gleichzeitig in der kleinen Apotheke aufhalten, damit sie drinnen auch zwei Meter Abstand voneinander halten können. „Wir bitten unsere Patienten um Verständnis für die Maßnahmen. Sie dienen nicht nur dem Schutz des Apothekenteams, das ja auch morgen und übermorgen noch für die Patienten da sein muss. Sie dienen genauso dem Schutz der Menschen, die in die Apotheke kommen, insbesondere der älteren Patienten“, erklärt Elke Balkau, Vorsitzende der Bezirksgruppe Steinfurt im Apothekerverband Westfalen-Lippe und Inhaberin der Conrad-Apotheke.

Wir bitten unsere Patienten um Verständnis für die Maßnahmen.

Apothekerin Elke Balkau

Zu den Schutzmaßnahmen gehört auch, dass Elke Balkau, wie viele ihrer Kollegen im Kreis auch, an den Bedientischen Glasscheiben hat installieren lassen, um Patienten und Mitarbeiter vor Tröpfcheninfektion zu schützen. Die Mitarbeiter tragen Einmalhandschuhe. Geld und Rezepte werden nur noch über Metallbehälter ausgetauscht. Klebemarkierungen auf dem Boden helfen dabei, den richtigen Abstand voneinander einzuhalten.

Der Ansturm der Kunden sei enorm. Die Kunden kämen nicht, weil sie schlagartig so viele Arzneimittel benötigen würden. „Sie kommen mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten. Wir Apotheker im Kreis beruhigen, informieren und klären auf“, schildert Elke Balkau. Das sei auch deshalb nötig, weil einige Patienten Falschinformationen aufsäßen, die im Internet beziehungsweise in den sozialen Medien verbreitet würden. „Wir raten auch von Unnötigem ab, wie etwa Mundschutz-Masken“, so die erfahrene Apothekerin, die seit 38 Jahren in Brochterbeck tätig ist.

Mit im Boot sind dabei auch ihre zehn Mitarbeiterinnen. „Ich habe ein Team, das ist ein Traum“, lobt Elke Balkau. „Einer springt für den anderen ein.“

Die Kunden zeigen jedenfalls Verständnis für die Schutzmaßnahmen und warten geduldig vor der Tür, bis sie eintreten können. Und sie verstehen auch, dass Hamsterkäufe nicht möglich sind. So soll verhindert werden, dass die Versorgungssituation über die bereits bestehenden Lieferengpässe hinaus nicht noch schwieriger wird. „Wir stellen eine faire, am Patientenbedarf orientierte Verteilung sicher, zum Beispiel bei den Desinfektionsmitteln. Auch das müssen wir den Patienten erklären und um ihr Verständnis werben, denn Vorrang haben nun mal Ärzte, Kliniken, Pflegedienste und Patienten mit schweren Erkrankungen“, sagt Elke Balkau.

Die nächste Kundin wartet, desinfiziert sich die Hände und äußert ihren Wunsch, bevor sie mit der Apothekerin kurz plaudert. Soviel Zeit muss sein. Das Gesprächsthema? Natürlich Corona und die Folgen.

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