Stadt wird von der Corona-Krise nicht verschont
55 Menschen sind in Quarantäne

Tecklenburg -

Der Coronavirus verändert das Leben. Das gilt auch für die Stadtverwaltung. Dort wird im Schichtbetrieb gearbeitet, berichtet Bürgermeister Stefan Streit. In der Festspielstadt stehen 55 Menschen unter Quarantäne.

Mittwoch, 25.03.2020, 19:59 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 17:16 Uhr
Stefan Streit
Stefan Streit Foto: Ruth Jacobus

Die Stimmung schlägt aufs Gemüt. Tägliche Konferenzen, sei es per Telefon mit den Amtskollegen oder persönlich – und auf Abstand – mit den Fachbereichsleitern sind nötig. Die Rechtslage ändert sich ständig. „Wir sind in allen Bereichen im Krisenmodus“, berichtet Bürgermeister Stefan Streit im Gespräch mit dieser Zeitung.

Für die Bevölkerung hat er ein großes Lob parat: „Es sind alle sehr diszipliniert.“ Große Ermahnungen hätten die Mitarbeiter nicht aussprechen müssen, die in der Stadt kontrollieren. Auch die Geschäftsleute seien sehr verständnisvoll.

Corona und die Folgen – sie machen vor der Festspielstadt nicht halt. Was in den zehn Jahren seiner Amtszeit aufgebaut worden sei, werde nun innerhalb einer Woche alles geschlossen. Das tut weh. Wegen der weiteren Entwicklung stehe man auch mit den Freilichtspielen in engem Kontakt.

Wir hatten über das Wochenende eine Verdoppelung der Quarantäne-Fälle.

Bürgermeister Stefan Streit

Und wie läuft die praktische Arbeit im Rathaus? Die Verwaltung arbeite im Zwei-Schicht-Betrieb, erläutert Streit. Montags, mittwochs und freitags ist eine Schicht an der Reihe, die zweite dienstags und donnerstags – und das dann im wöchentlichen Wechsel. Ansonsten wird zu Hause gearbeitet. Auch der Bürgermeister hat sich technisch darauf vorbereitet, falls er in Quarantäne gehen müsste. Die Fachbereiche hätten sich so aufgeteilt, dass immer eine Vertretung da sei.

Der extra eingerichtete „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ tagt bei Bedarf täglich – in einem großen Raum, mit reichlich Abstand und bei geöffneten Fenstern. Auch die Feuerwehr ist mit im Boot. Neue Verfügungen vom Land oder vom Kreis bedeuten neue Herausforderungen. „Das muss man abstimmen.“

Wichtige Dinge müssen halt trotz Corona weiterlaufen, die Kläranlage zum Beispiel. „Wir haben den halben Bauhof in Pumpentechnik weitergebildet, falls Klärwärter ausfallen“, nennt Streit ein Beispiel.

Ein weiterer Punkt ist die Kommunalpolitik, die derzeit so gut wie gar nicht stattfindet. Doch es gibt trotz Corona wichtige Entscheidungen zu treffen. Ermöglicht wird das durch sogenannte Dringlichkeitsentscheidungen. Fünf wichtige Punkte stehen derzeit in Tecklenburg an. Deshalb hat der Bürgermeister Vertreter der Fraktionen „zu einer kleinen Zusammenkunft“ eingeladen, die am Dienstag, 31. März, ab 17 Uhr stattfinden soll. Dringlichkeitsentscheidungen müssen später dem Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt werden.

Die Hoffnung, dass schon bald wieder Normalität einkehrt, hat Stefan Streit nicht. „Wir hatten über das Wochenende eine Verdoppelung der Quarantäne-Fälle“, schildert er die aktuelle Lage.“ Die Zahl nimmt rapide zu. Derzeit seien es 55 Personen, die in den eigenen vier Wänden bleiben müssen. Es lägen noch nicht alle Test-Ergebnisse. Zwei Tecklenburger sind mit dem Virus infiziert. „Ich rechne täglich mit weiteren Fällen“, ist der Bürgermeister pessimistisch.

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