Futter-Patenschaften sollen helfen
Corona bringt Verein der Kaltblut- und Kutschenfreunde in Schwierigkeiten

Tecklenburg -

Die Saisoneröffnung fällt aus. Wegen der Corona-Krise gibt es derzeit keine Fahrten mit der historischen Postkutsche.

Dienstag, 31.03.2020, 20:01 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 21:24 Uhr
Auf einen baldigen Saisonstart haben sich die Kaltblut- und Kutschenfreunde Tecklenburg gefreut. Daraus wird in der Corona-Krise nichts. Jetzt bangt man um die Futterversorgung für die Pferde.
Auf einen baldigen Saisonstart haben sich die Kaltblut- und Kutschenfreunde Tecklenburg gefreut. Daraus wird in der Corona-Krise nichts. Jetzt bangt man um die Futterversorgung für die Pferde. Foto: Ralf Bachmann

Eigentlich stand jetzt für die historische Postkutsche der Start in die Fahrten-Saison 2020 auf dem Programm. Alles war vorbereitet, berichtet Hans-Jörg Siepert. Die Pferde sind gesund und munter, die Kutschen frisch gewartet und startklar. Dann kam die Corona-Krise und hat alle Planungen und Aktivitäten gestoppt.

Das habe große Probleme für den kleinen Verein der Kaltblut- und Kutschenfreunde Tecklenburg mit sich gebracht, so Siepert weiter. „Alle Fahrten fallen derzeit aus und damit auch die dringend benötigten Einnahmen, um besonders das Futter-Heu für die drei großen Kaltblut-Pferde und die beiden Ponys zu kaufen, was mit rund 500 Euro im Monat zu Buche schlägt“, beschreibt der Vorsitzende die Situation. Der kleine Verein verfüge leider nicht über die finanziellen Reserven, um die nächsten Monate sicher zu überbrücken.

Einzige Postkutsche mit regelmäßigem Einsatz

Mit „Futter-Patenschaften“ und einer Spenden-Aktion begegnet man jetzt aktiv dieser Ausnahmesituation, informiert Hans-Jörg Siepert. Schließlich gelte es, ein lebendiges Stück Verkehrsgeschichte in der Region zu erhalten. Denn in ganz Nordrhein-Westfalen sei die Tecklenburger Postkutsche die einzige und letzte Postkutsche, die bislang noch regelmäßig im Einsatz ist.

Die einst in der Eifel und im Bergischen Land verkehrenden Postkutschen sind seit Jahren nicht mehr unterwegs. 2013 beendete die „Diligence“, die zwischen Einruhr und Erkensruhr in der Eifel an Wochenenden verkehrte, ihren Betrieb. Und 2018 stellte die „Oberbergische Postkutsche“ die zwischen Nümbrecht und Wiehl fuhr, aus Kostengründen ihren Verkehr ein. Im Tecklenburger Land werde das Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“ noch gesungen, wenn die inzwischen 126 Jahre alte Postkutsche durch die Talaue fahre und der Postillion in historischer Uniform die Posthorn-Signale erschallen lasse.

Weitere Informationen rund um die Postkutschen-Pferde gibt es bei Hans-Jörg Siepert (01 71/ 68 09 193.

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