Serie „Tecklenburg im Frühling“
Als wenn ein Wind durch die Landschaft weht

Tecklenburg -

Mit Otto Modersohns Bildern den Frühling erleben, das ist die Intention einer kleinen Serie. Heute geht es um das Bild „Vorfrühlingslandschaft“.

Samstag, 04.04.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 15:04 Uhr
Das Bild „Vorfrühlingslandschaft bei Tecklenburg“ (Öl auf Karton) ist um 1892 entstanden. Es befindet sich im Besitz des Otto-Modersohn-Museums Fischerhude.
Das Bild „Vorfrühlingslandschaft bei Tecklenburg“ (Öl auf Karton) ist um 1892 entstanden. Es befindet sich im Besitz des Otto-Modersohn-Museums Fischerhude.

Vom Frühling berauscht zeigte sich der Maler Otto Modersohn bei seinen Besuchen in Tecklenburg. Viele schöne Motive entdeckte er und hielt sie fest. Damit sich trotz Corona-Krise Frühlingsgefühle einstellen, veröffentlicht diese Zeitung in einer kleinen Serie Bilder des Künstlers. Die Erläuterungen dazu kommen vom Otto Modersohn Museum Tecklenburg.

„Das Zwischenstadium des sich verabschiedenden Winters und des sich langsam einstellenden Frühlings hat der Maler Otto Modersohn in dem Bild „Vorfrühlingslandschaft bei Tecklenburg“ virtuos skizzenhaft eingefangen.

Warme Ockertöne

Die Malerei wirkt partiell nur angedeutet, so unmittelbar hat er den sich verflüchtigenden Moment umgesetzt. Das Medium der Ölskizze, im Gegensatz zum im Atelier entstandenen Ölbild, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts immer populärer. Im Freien, direkt in der Natur gemalt, wählte Modersohn hier eine schlichte Baumgruppierung auf einer kleinen Bodenerhebung als zentrales Motiv. Die größtenteils noch kahlen Zweige ragen als dunkle Silhouette in den wolkendurchzogenen Himmel. Verschiedene Blaunuancen, ein in unterschiedlicher Dichte aufgetragenes Weiß und Ocker-Töne, die möglicherweise auch der noch durchscheinende Malgrund des Kartons sein können, lassen eine Kühle und Frische, die aber auch bereits wärmende Anteile in sich tragen, nachempfinden.

Das warme Ocker findet sich auch in Bereichen des Pflanzenbewuchses und des Bodens wieder und verleiht damit der Landschaft insgesamt etwas Erdiges, Durchwärmtes. Das Statuarisch-Flächige der Wiesen, des Sandbodens und der bräunlichen oder schwarz-braunen Bodenareale wird aufgehoben durch einen sehr lockeren, schnellen Einsatz des Pinsels. Die nur vage Ausführung der Zweige und Blätter lässt eine Art optischer Unschärfe, die sich für die Augen einstellt, entstehen, wie wenn ein Wind durch die Landschaft weht.“

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