Schützenverein Leeden feierte 1965 sein 300-jähriges Bestehen
Wille zum Aufbau prägt das Dorf

Tecklenburg-Leeden -

Fast 40 Nachbarvereine waren gekommen, um mit dem Schützenverein Leeden das 300-jährige Bestehen zu feiern. Das war im Jahr 1965 und das Dorf noch im Aufbau. Davon berichtete damals die Heimatzeitung.

Montag, 18.05.2020, 19:51 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 16:26 Uhr
Der Schützenverein Leeden im Jahr 1965. Damals feierte er sein 300-jähriges Bestehen.
Der Schützenverein Leeden im Jahr 1965. Damals feierte er sein 300-jähriges Bestehen. Foto: Kiepker

Wenn es schon kein Schützenfest gibt, kann man sich wenigstens erinnern an große Feiern der Vergangenheit. Das sieht auch der Schützenverein Leeden so und hat im Archiv gesucht – und gefunden. Im Mai 1965 stand das Stiftsdorf drei Tage lang im Zeichen der 300-Jahr-Feier des Schützenvereins.

Die Heimatzeitung berichtete damals: „Den Auftakt bildete am Freitag ein gelungener Dorfabend, bei dem vor allem die plattdeutsche Sprache vorherrschte und das Laienspiel „Swattbunte Fiärken“ den Beifall der mehr als 400 Besucher fand.

Den Auftakt zu den Feierlichkeiten am Samstag bildete das Ausholen der Königin. Der König war bereits vor einigen Wochen ausgeschossen worden. Ins Dorf zurückgekehrt, wurden die Brudervereine Loose und Schollbruch herzlich begrüßt. Am Ehrenmal senkten sich dann zum Gedenken an die Toten die Fahnen.

Nach einem sich anschließenden Festzug sprach Bürgermeister Peters zu den Schützen. Er streifte die wechselvolle 300-jährige Geschichte des Vereins und forderte die Schützenbrüder auf, die Tradition des von den Vätern vor 300 Jahren gegründeten Vereins auch in der Zukunft hochzuhalten.

Höhepunkt der 300-Jahr-Feier war der Festakt am Sonntag, in dessen Mittelpunkt die Festrede des Vorsitzenden des Kreisheimatschützenbundes, Oberkreisdirektor Werner Rinke , stand. Nach den Ausführungen formierten sich die Schützenbrüder von fast 40 Nachbarvereinen zu einem imposanten Festzug durch das festlich geschmückte Stiftsdorf.

Die erfreuliche Aufbauarbeit in Leeden, wie sie in der neuen Siedlung, der Bürgermeister-Peters-Siedlung, sichtbar wird, zeugt von dem Aufbauwillen des alten Stiftsdorfes.

Oberkreisdirektor Werner Rinke

Zu Beginn der Festveranstaltung entbot der Vorsitzende des Jubiläumsvereins, Schmiemann, den Schützenbrüdern, die aus dem Tecklenburger Land und dem benachbarten Niedersachsen nach Leeden gekommen waren, ein herzliches Grußwort. Etwa 1000 Schützenbrüder formierten sich dann zum Festzug durch das Dorf. Zum Schulplatz zurückgekehrt, sprach Oberkreisdirektor Rinke. Er erinnerte daran, dass vor 300 Jahren von den Tecklenburger Grafen zum Schutz von Heim und Hof zur Gründung von Schützenkorps aufgerufen worden sei. Zu dieser Zeit sei auch der heutige Leedener Schützenverein gegründet worden. Vor allem in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges habe dieses Schützenkorps die Aufgabe gehabt, die Familie und die Nachbarn vor raubenden und plündernden Banden, die durch das Land zogen, zu schützen. Aus diesen Schützenkorps seien die Schützenvereine hervorgegangen, und sie seien bis auf den heutigen Tag der schönen Verpflichtung treu geblieben, den Geist der Kameradschaft, der Dorfgemeinschaft und der Nachbarschaft zu pflegen. Die alljährlichen Schützenfeste seien zu echten Gemeinschaftsfesten geworden, an denen das ganze Dorf Anteil nehme.

Der Oberkreisdirektor rief den Schützen zu, im alten Geist weiterzumachen und auf ihre Art einen wertvollen Beitrag zum Aufbau des Dorfes zu leisten. Die erfreuliche Aufbauarbeit in Leeden, wie sie in der neuen Siedlung, der „Bürgermeister-Peters-Siedlung“, wie der Oberkreisdirektor sie nannte, sichtbar werde, zeuge von dem Aufbauwillen der Bewohner des alten Stiftsdorfes. Sein Wunsch sei, dass diese aus der Gemeinschaft geborene Entwicklung auch in der Zukunft anhalten möge.

Bürgermeister Peters entbot dann den zahlreichen Gästen, die zur 300-Jahr-Feier in das 900 Jahre alte Stiftsdorf gekommen waren, ein herzliches Grußwort der Gemeinde und wünschte allen frohe Stunden in der großen Schützengemeinschaft. Anschließend überbrachten die Vertreter der am Fest teilnehmenden Nachbarvereine ihre Grüße. Eine besondere Überraschung hatte sich der Schützenverein des Looser Brudervereins ausgedacht, der durch seine Damen ein Fahnenband für die Leedener Vereinsfahne überreichen ließ. Sein Sprecher, Friedrich Menebröcker, knüpfte daran die Hoffnung, dass die gute Nachbarschaft zwischen den beiden Vereinen auch in Zukunft von Bestand sein möge.

Besonders eindrucksvoll war auch der Glückwunsch der Exterheider Schützen, die deren Vorsitzender Bauer Wilhelm Berkemeyer sen. überbrachte, der daran erinnerte, dass er persönlich auch vor 50 Jahren die Freude gehabt habe, zum 250-jährigen Bestehen des Leedener Vereins den Fahnennagel der Exterheider Schützen zu überreichen.

Mit dem Fahnenausmarsch klang der offizielle Teil aus. In den Sälen Schwermann und Antrup traf man sich anschließend zu einem frohen Beisammensein.

Bei dem aus Anlass des 300-jährigen Bestehens durchgeführten Pokalschießen holte der Schützenverein Lotte mit 194 Ringen den ausgesetzten Jubiläumspokal. Die Schützen aus Ringel und Aldrup mussten um den zweiten Platz stechen, da beide Schießmannschaften 192 Ringe erreichten. Bei diesem Stechen hatten die Ringeler Schützen mehr Glück und belegten somit den zweiten Platz.“

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