Jugendherberge wird zur Flüchtlingsunterkunft
Die Ersten ziehen Mittwoch ein

Tecklenburg -

Bis zu 90 Flüchtlinge aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Ibbenbüren sollen in der Tecklenburger Jugendherberge untergebracht werden. Grund sind die Abstandsregeln in Corona-Zeiten.

Donnerstag, 28.05.2020, 16:25 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 17:10 Uhr
Die Jugendherberge verfügt über 131 Betten und soll bis zu 90 Personen Platz bieten.
Die Jugendherberge verfügt über 131 Betten und soll bis zu 90 Personen Platz bieten. Foto: Ruth Jacobus

Die Jugendherberge wird zur Flüchtlingsunterkunft. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sie „zeitlich begrenzt“ angemietet. Das bestätigte auf Anfrage die Bezirksregierung in Münster.

Man werde mit einer geringen Zahl anfangen und sie langsam auf 80 bis 90 Bewohner steigern. Es handele sich ausschließlich um in Corona-Zeiten besonders schutzbedürftige Personen wie Familien, Alleinerziehende oder Schwangere. Sie leben derzeit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Ibbenbüren. Dort seien angesichts der Corona-Pandemie die notwendigen Abstände zwischen den Menschen nicht einzuhalten.

Die Mitarbeiter sind sehr motiviert.

Ulrike Glasmeyer, Leiterin der Jugendherberge

Ulrike Glasmeyer freut sich über die neuen Gäste und dass wieder Leben einzieht in das Gebäude. „Uns sind alle Klassenfahrten weggebrochen“, schildert die Leiterin der Jugendherberge die Situation. Dass auf der Freilichtbühne nichts stattfindet, sei ebenso deutlich spürbar. Das bedeutet fehlende Einnahmen. Doch es geht nicht nur darum. Es gibt auch wenig zu tun. Die acht fest angestellten Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Außerdem beschäftigt die Jugendherberge in normalen Zeiten rund 15 Beschäftigte auf 450-Euro-Basis.

Durch die Anmietung der Herberge für die Flüchtlinge könnten alle Mitarbeiter gehalten werden. „Sie sind sehr motiviert“, freut sich Ulrike Glasmeyer. Sie werden unter anderem in der Küche gebraucht, in der drei Mal am Tag Mahlzeiten zubereitet werden. Die Betreuung der Flüchtlinge werde komplett vom Deutschen Roten Kreuz übernommen. Ein Sicherheitsdienst sei mit vier Personen rund um die Uhr im Einsatz. Mit den ersten Bewohnern rechnet die Leiterin der Jugendherberge am nächsten Mittwoch.

„Wir können so einen Beitrag leisten zur Kontaktminimierung“, schildert sie. Das Haus verfügt über 130 Betten und entsprechend viel Platz. Die Zimmer sind neu möbliert und auch für Familien geeignet.

Bis Ende Oktober sei die Jugendherberge mit monatlichen Kündigungsfristen angemietet worden, berichtet Ulrike Glasmeyer. Wie lange die Unterkunft in Tecklenburg gebraucht wird, vermag sie nicht zu sagen. „Das kann in zwei oder drei Monaten schon wieder ganz anders aussehen.“

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