Online-Camp der Kirche von Westfalen
Evangelische Jugend trifft sich digital

Tecklenburg -

24 Workshops wurden im Rahmen eines Camps angeboten, zwei von Mitarbeitern der Jugendbildungsstätte. Alles drehte sich um Angebote für Kinder und Jugendliche.

Mittwoch, 03.06.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 16:22 Uhr
Die Veranstalter des ersten Online-Camps waren von der engagierten Beteiligung der rund 160 Mitarbeiter begeistert.
Die Veranstalter des ersten Online-Camps waren von der engagierten Beteiligung der rund 160 Mitarbeiter begeistert. Foto: Anja Lukas-Larsen

Mit großer bundesweiter Beteiligung hat jetzt das erste „juenger-BarCamp“ des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) stattgefunden. Online trafen sich rund 160 Mitarbeitende aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und erörterten mögliche Angebote für die junge Zielgruppe unter Berücksichtigung der herrschenden Corona-Einschränkungen.

Zwei von den 24 Workshops wurden von Mitarbeitenden der evangelischen Jugendbildungsstätte (JuBi) Tecklenburg angeboten: Bildungsreferentin Marilena Bekierz präsentierte den Ehren- und Hauptamtlichen Möglichkeiten, miteinander ins Spielen zu kommen. Die Teilnehmenden erprobten die an bewährten Kennenlern-, Bewegungs- und erlebnispädagogischen Spielen orientierten Angebote und diskutierten darüber, heißt es in einem Bericht der JuBi.

Der Austausch beflügelt die eigene Fantasie, und ich habe viele tolle Anregungen mitnehmen können.

Eine Teilnehmerin

Der Austausch untereinander ließ mehr als erahnen, wie viele Möglichkeiten es mit einer stabilen Internetverbindung und etwas Fantasie direkt und ressourcensparend gibt.

Ergänzend bot Leo Cresnar (JuBi/Amt für Jugendarbeit der evangelischen Kirche) eine Arbeitsgruppe an, in der der es um Chancen und Gefahren im Internet ging. Im „Barcamp“ mit vielen Aktiven der Evangelischen Jugend tauschten sich die Mitarbeitenden auch darüber aus, wie sie digitale Räume für Kinder- und Jugendarbeit nutzen können. In einigen Jugendzentren wird zum Beispiel Discord eingesetzt, ein Programm, mit dem sich vor allem Computerspieler unterhalten. Das Spiel ermöglicht, private Räume einzurichten, ähnlich wie bei den Räumen im Jugendzentrum, zu denen auch nur Jugendliche Zutritt haben.

Fast alle Kinder sind digital unterwegs, wissen aber oft nicht, wo die Gefahren liegen. Auch viele Pädagogen und Eltern sind ratlos und fragen sich, wie sie ihre Kinder schützen und begleiten können, schreibt die JuBi. So wie ein Kind schon früh lernt, keine „Schokolade von Fremden“ anzunehmen, so müssen Kinder heute auch im Netz vorsichtig sein, ohne dabei den Spaß an Kommunikation und Spielen am Bildschirm zu verlieren. Darin waren sich die Teilnehmenden einig.

Cresnar empfiehlt, gewisse Grundregeln zu beachten und rät Kindern und Jugendlichen, nicht zu viel von sich im Netz Preis zu geben und auch mit Fremden nur begrenzt zu kommunizieren. Für Eltern müsse das aber auch heißen: „Schau hin, was Dein Kind macht.“ Keine Fremden in WhatsApp-Gruppen aufnehmen, keine persönlichen Daten oder Fotos ins Netz stellen oder nicht auf Seiten für Erwachsene gehen, das sind ganz praktische Tipps, die auch Eltern mit wenig Medienerfahrung berücksichtigen können. Allerdings sollte die Einhaltung dieser Regeln dann auch von ihnen überprüft werden.

Zurzeit ist nicht absehbar, wann die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit wieder uneingeschränkt analog stattfinden können. Ferienfreizeiten und Ähnliches können im Sommer nicht in gewohnter Form veranstaltet werden. Was Kindern und Jugendlichen unter diesen Bedingungen geboten werden kann, war ein weiteres Thema beim Online-BarCamp der Kirche. „Der Austausch beflügelt die eigene Fantasie, und ich habe viele tolle Anregungen mitnehmen können“, kommentierte eine Teilnehmerin des BarCamps ihre Erfahrungen an diesem Tag.

„Platz zum Austauschen, Diskutieren und Nachdenken bieten, das war unser Anliegen und das ist uns gelungen. Darüber, dass die Form eines Online-BarCamps so gut angenommen wurde und wir so viele Gäste begrüßen konnten, freuen wir uns natürlich enorm“, kommentiert Daniel Rampe, Referent im Amt für Jugendarbeit der EKvW und Mitorganisator des Treffens. „Dieses Angebotsformat“, ergänzt die Referentin für Grundsatzfragen, Silke Gütlich, „gibt uns die großartige Möglichkeit, sehr schnell auf akute Themen in Kirche und Gesellschaft reagieren zu können.“

Rund 100 Fachkräfte aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bitten die Evangelische Kirche von Westfalen, sich gegenüber der Politik dafür stark zu machen, zu Beginn der Sommerferien feste Angebote und Kontakte in kleinen Gruppen zu ermöglichen.

 

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