Denkmalschutz für das Empfangsgebäude des alten Bahnhofs beantragt
Ein Zeugnis der Geschichte

Tecklenburg -

Denkmalschutz für den alten Bahnhof: Das beantragen das Bürgerbündnis und das Aktionsbündnis mpro TWE. Der Stadtrat wird sich damit beschäftigen.

Montag, 08.06.2020, 20:22 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 17:15 Uhr
Das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1901 soll unter Denkmalschutz gestellt werden.
Das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1901 soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Foto: Ruth Jacobus

Es ist ein Unikat in Nordrhein-Westfalen und zudem ein bedeutendes Zeugnis für die Geschichte: das historische Empfangsgebäude des Tecklenburger Bahnhofs. Sowohl das Bürgerbündnis als auch das Aktionsbündnis pro TWE haben einen Bürgerantrag zur Unterschutzstellung nach dem Denkmalschutzgesetz gestellt. Der Stadtrat wird sich damit in seiner Sitzung am 16. Juni im Kulturhaus beschäftigen.

Seit langer Zeit steht das Gebäude leer. Hoffnung auf eine Nutzung gab es noch vor zwei Jahren. Damals sollte dort in Zusammenhang mit den „Tecklenburger Bergbahnen“ ein Bed- and Breakfast eingerichtet werden. Doch das Aus für die geplante Rodelbahn bedeutete für den Bahnhof gleichzeitig einen längeren Dornröschenschlaf. Das Bürgerbündnis hat einen Vorschlag: „Der Bahnhof eignet sich als Dokumentations- und Informationszentrum der kulturellen und industriellen Geschichte des Tecklenburger Raumes. Die dann hoffentlich denkmalgeschützten Innenräume könnten, auch bei Nutzung durch eine den Gegebenheiten und Bedürfnissen angepasste Gastronomie, einen authentischen Eindruck ehemaliger Eisenbahntradition geben.“ Sollte die TWE-Strecke zeitnah reaktiviert werden, wäre das Vorhandensein des Bahnhofs existenziell“, ist sich das Bürgerbündnis sicher.

Bedeutendes Zeugnis der Geschichte

Das Aktionsbündnis pro TWE weist in seinem Antrag darauf hin, dass von den Bahnhofsgebäuden der Teutoburger Wald-Eisenbahn (Lengerich, Bad Iburg, Versmold, Harsewinkel und Verl) das in Tecklenburg das weitestgehend unverfälschte und originale Erscheinungsbild der Entstehungszeit aufweise. Die meisten Gebäude seien durch Erweiterungen oder Umbauten stark verändert worden „Eine Ausnahme ist dabei der Bahnhof in Tecklenburg.“

Das Aktionsbündnis sieht darin ein bedeutendes Zeugnis für die Geschichte der Klein- und Privatbahnen in der preußischen Provinz Westfalen und darüber hinaus und erinnert an die Historie: „Der Kreis Tecklenburg ergriff im Jahr 1894 die Initiative zum Bau einer südlich vom Teutoburger Wald verlaufende Privatbahnlinie vom Dortmund-Ems-Kanal über Tecklenburg, Lengerich und Bad Iburg nach Dissen und beauftragte erste Planungs- und Vermessungsarbeiten. Ab 1897 nahm dann unter Federführung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter das daraus weiterentwickelte Eisenbahnprojekt von Ibbenbüren nach Gütersloh über Tecklenburg konkrete Formen an, so dass 1899 unter finanzieller Beteiligung Tecklenburgs die Gründung der Teutoburger Wald-Eisenbahn-Gesellschaft erfolgen und der Bau der Eisenbahnstrecke nach Tecklenburg beginnen konnte.

Nach Fertigstellung stellte die Deutsche Reichspost die Postkutsche von Lingen und Ibbenbüren über Tecklenburg nach Lengerich und Bielefeld ein und nahm den Bahnpostbetrieb auf. 1901 entstand das Bahnhofsgebäude. Bis zum Jahr 1910 war Tecklenburg Unternehmenssitz der Teutoburger Wald-Eisenbahn-Gesellschaft.

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