Jahreshauptversammlung der Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft
Corona trifft das Städtchen hart

Tecklenburg -

Das Corona-Virus hat Tecklenburg nicht komplett lahmgelegt. Die Mitglieder der Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft haben mit eingeschränkten Öffnungszeiten dafür gesorgt, dass das Stadtbild zumindest teilweise belebt war, hieß es bei der Jahreshauptversammlung der Gemeinschaft. Dennoch ist der Ort von der Pandemie stark betroffen worden, unter anderem durch die Absage der Aufführungen auf der Freilichtbühne und die Schließung der Museen.

Freitag, 12.06.2020, 20:19 Uhr
Ob das Weinfest oder der Nikolausmarkt stattfinden können, steht noch in den Sternen. Die VWG hofft, möglichst bald genaue Informationen zu bekommen.
Ob das Weinfest oder der Nikolausmarkt stattfinden können, steht noch in den Sternen. Die VWG hofft, möglichst bald genaue Informationen zu bekommen. Foto: Luca Pals

„Natur – Kultur – Gesundheit“ lauten in einer Marketingkonzeption die Profilierungselemente für die Kneipp- und Festspielstadt Tecklenburg. Während der Jahreshauptversammlung der Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft (VWG) im Hotel „Drei Kronen“ stellte der Vorsitzende Wilhelm Kienemann diese Aussage in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Besonders bedankte er sich bei allen Vertretern aus Handel und Gastronomie, die in den vergangenen Corona-Wochen dazu beigetragen haben, mit ihren – wenn auch eingeschränkten – Öffnungsmöglichkeiten das Stadtbild zu beleben, heißt es in einem Bericht der VWG.

Kneipp-Badebetrieb

Über aktuelle Themen berichtete Bürgermeister Stefan Streit . Er verwies auf die momentane Corona-Situation, die Handel und Gastronomie Tecklenburgs besonders getroffen habe. Die Stadt wolle mit ihren Möglichkeiten unterstützend eingreifen. Als äußerst bedauerlich bezeichnete er die Verschiebung des gesamten Freilichtbühnen-Programms in das nächste Jahr, die vorübergehende Schließung der beiden Museen sowie anderer kultureller und Vereinsaktivitäten.

Diese Lockerungen gelten ab Montag (15. Juni)

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  • Mindestens bis zum 1. Juli bleiben in NRW die grundsätzlichen Regelungen zur Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Bereichen mit Publikums- und Kundenverkehr bestehen. Bis dahin ist die neue Coronaschutzverordnung in Kraft. Einige Lockerungen werden aber ab dem 15. Juni vorgenommen:

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  • Private Feste wie Jubiläen, Hochzeiten, Taufen, Geburtstage oder Abschlussfeiern mit höchstens 50 Teilnehmern sind unter Auflagen wieder erlaubt. Voraussetzungen sind die Beachtung von Hygieneregeln und die Erfassung der Personalien der Gäste. Bei standesamtlichen Trauungen zum Beispiel muss keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden. Gefeiert werden darf auch in abgetrennten Räumen von Gaststätten oder Hotels. Veranstaltungen mit vornehmlich geselligem Charakter bleiben weiterhin untersagt.

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  • Öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen mit bis zu 100 Personen werden unter Auflagen erlaubt, etwa mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern und der Rückverfolgbarkeit der Zuschauer und Teilnehmer.

    Auch Veranstaltungen mit mehr als 100 Zuschauern sind ab Montag wieder zulässig. Dann gelten aber in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden erweiterte Schutzvorschriften.

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  • Bei Theatern, Konzertsälen und anderen Veranstaltungsorten mit festen Sitzplätzen kann die Abstandsregelung von 1,5 Metern entfallen. Dann muss ein Sitzplan erstellt werden, der genau erfasst, wo welche anwesende Person gegessen hat. «Das sind gute Nachrichten für NRW-Kinobetreiber. Ab sofort können in kleinen Sälen alle Sitzplätze besetzt werden und Filme so wieder vor einem größeren Publikum laufen», sagte Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

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  • Das Grillen ist auf öffentlichen Plätzen und in Parks wieder möglich.

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  • Floh- und Trödelmärkte sind mit Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten erlaubt. 

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  • Wellnesseinrichtungen und Saunabetriebe können unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Dasselbe gilt für Erlebnis- und Spaßbäder.

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  • Weiterhin untersagt sind bis mindestens zum 31. August 2020 Volks-, Stadt-, Dorf- und Straßenfeste sowie Schützen- und Weinfeste. Das gilt auch für Kirmesveranstaltungen. Schausteller können sich aber zu einem vorübergehenden Freizeitpark zusammenschließen und ihre Fahrgeschäfte auf einem umzäunten Gelände öffnen.

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  • Bars können nach den für die übrige Gastronomie geltenden Maßgaben für Hygiene- und Infektionsschutzstandards ihren Betrieb wieder aufnehmen. Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen. Auch Bordellen und ähnlichen Einrichtungen bleibt der Betrieb weiterhin untersagt.

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  • Der Handel darf von Montag an wieder mehr Kunden gleichzeitig in die Läden lassen. Statt einer Person je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist dann ein Käufer je sieben Quadratmeter erlaubt. Dies gilt auch für die Besucherbegrenzungen in Museen und Ausstellungen sowie in Zoos.

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  • Sportarten mit Körperkontakt sind ab Montag auch in geschlossenen Räumen für Gruppen mit bis zu zehn Personen wieder möglich.

    Im Freien ist dann Kontaktsport in Gruppen bis zu 30 Personen erlaubt.

    In beiden Fällen muss eine Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer durch Datenerfassung sichergestellt werden. Auch Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport sind unter Einhaltung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts drinnen und draußen wieder zulässig.

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Der Neubau des Kneipp-Badebetriebes wird Ende des Sommers, die Außenanlagen 2021 fertiggestellt sein. Damit ist die Prädikatisierung als „Kneipp-Kurort“ gesichert. Es werde eine Weiterentwicklung zum heilklimatischen Kurort angestrebt, berichtete der Bürgermeister.

Kurpark und Burgberg sollen aufgewertet werden. Dafür gebe es eine 70-prozentige Förderung aus Landesmitteln. Die Sanierung des Kulturhauses mit Fördermitteln im Rahmen des Isek (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) werde weiter verfolgt.

Haus des Gastes

Ein ebenfalls mit Isek-Mitteln gefördertes, neu zu gründendes Stadtmarketing soll die Event- und Veranstaltungsorganisation übernehmen sowie die Steigerung der Attraktivität der Festspielstadt als Kultur- und Wirtschaftsstandort absichern, führte Streit weiter aus. Mit Hilfe eines Leader-Förderprogramms sei geplant, das Haus des Gastes in den Jahren 2021/2022 nach neuesten Anforderungen zu einem modernen touristischen Kompetenzzentrum des Tecklenburger Landes umzubauen. Dort sollen die bisherigen Angebote gebündelt und die touristische Vermarktung der Region personell verstärkt werden.

Weiteres Thema war die Einführung der „Easy Park App“. Dadurch lassen sich die Parkgebühren flexibler berechnen und für die Stadt würden außerdem Kosteneinsparungen erzielt, erläuterte Streit. Für Tecklenburg sei ein Gutschein-Pilotprojekt in Planung, das sowohl den Kunden als auch den Kaufleuten Vorteile biete.

Schatzmeisterin Monika Vordermark hielt den Kassenbericht. Dem Antrag auf Entlastung des Vorstandes wurde einstimmig stattgegeben.

Keine Platzkonzerte

Renate Mersch von der Tecklenburg Touristik teilte mit, dass Platzkonzerte nach den zur Zeit gültigen Vorschriften vorerst nicht stattfinden können.

Regeln für künftige Großveranstaltungen wie Weinfest und Nikolausmarkt seien noch nicht genau definiert, was deren Umsetzung erschwere, teilte Bürgermeister Streit mit. „Wir warten hier auf weiterführende Gesetzesvorlagen, die erst in der nächsten Zeit zu erwarten sind.“ Der VWG-Vorstand wird zu einer Versammlung einladen, sobald Informationen zur Verfügung stehen, um dann über die Durchführung der Veranstaltungen zu entscheiden.

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